Kataraktoperation - Einzige Behandlungsmöglichkeit bei grauem Star

Die Katarakt-Operation zählt zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen überhaupt. Sie ist bei fortschreitendem grauen Star (Linsentrübung) die einzige Behandlungsmöglichkeit. Bei der Katarakt-Operation wird die trübe Linse aus dem Auge entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Die OP zur Behandlung des grauen Stars verhilft nahezu immer wieder zu mehr Sehkraft.

Themenübersicht dieses Artikels

Welcher Facharzt führt eine Katarakt-Operation durch?

Für die Katarakt-Operation ist ein Facharzt für Augenheilkunde zuständig. Meist wird die Operation in einem Augenzentrum durchgeführt.

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Grauer Star: Definition

Als Grauen Star oder Katarakt bezeichnet man die Eintrübung der Augenlinse. Wie alles in unserem Körper unterliegt auch die Augenlinse dem normalen Alterungsprozess, was unter anderem bedeutet, dass sie im Laufe des Lebens trüber wird. Ein Vorgang der von Mensch zu Mensch unterschiedlich schnell abläuft, wobei bestimmte Medikamente sowie Rauchen oder Augenverletzungen dazu beitragen können, dass die Linsentrübung und damit der Graue Star schneller entstehen. Der Graue Star ist am häufigsten altersbedingt, weswegen man auch vom Grauen Altersstar spricht. Altersbedingter Grauer Star tritt meist nach dem 60. Lebensjahr auf. Nur in seltenen Fällen ist der Graue Star angeboren.

Wahrgenommen wird der Graue Star zunächst durch einen leichten Schleier beim Sehen, der mit der Zeit immer dichter wird. Meist sind vom Grauen Star Betroffene auch lichtempfindlicher. Manchmal kann es zu einer kurzzeitigen Verbesserung der Sehkraft kommen, weil sich die Brechkraft der Linse verändern kann. Diese positive Veränderung wird allerdings von der Trübung der Linse im fortschreitenden Stadium des Grauen Stars zunichte gemacht. Wenn die Linsentrübung zunimmt und sich die Sehfähigkeit deutlich verschlechtert, stellt eine Katarakt-Operation die einzige Behandlungsmöglichkeit des Grauen Stars dar.

Weltweit ist der Katarakt der häufigste Grund für eine Erblindung. Unbehandelt führt der Graue Star nämlich zur Erblindung. Wird der Graue Star allerdings mittels einer Katarakt-Operation in einem Augenzentrum behandelt, so wie dies in Deutschland der Fall ist, sind die Erfolgsaussichten sehr gut. Meist kann durch die Katarakt-Operation die volle Sehschärfe wiederhergestellt werden. Die Operation des Grauen Stars ist eine der am häufigsten durchgeführten Operationen in Deutschland. Jedes Jahr werden etwa 700.000 Menschen am Grauen Star operiert. Die Katarakt-Operation ist eine der sichersten Operationen überhaupt.

Besonderheiten des angeborenen Grauen Stars

Beim angeborenen Grauen Star treten meist keine der im Überblick und im entsprechenden Absatz genannten Krankheitszeichen auf. Deswegen ist es umso wichtiger, Neugeborene gründlich auf mögliche Anzeichen für einen Katarakt oder andere Augenerkrankungen zu untersuchen. Beim angeborenen Grauen Star ist eine schnelle Diagnose entscheidend, weil dann die besten Aussichten bestehen, den Katarakt zu heilen und die Entwicklung einer Schwachsichtigkeit auf dem betroffenen Auge zu verhindern. Anders als beim Katarakt im erwachsenen Alter, bei dem der Operationszeitpunkt von den Einschränkungen der Betroffenen abhängt, sollte die Operation beim angeborenen Grauen Star also so bald wie möglich nach der Diagnosestellung erfolgen.

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Grauer Star: Symptome

Die Linsentrübung beim erworbenen Grauen Star im Erwachsenenalter entwickelt sich langsam und macht sich häufig erst nach längerer Zeit bemerkbar. Hinweise für das Vorliegen eines Grauen Stars können sein: dass die Welt auf einmal unscharf erscheint oder ein wenig matt, als würde man durch eine Milchglasscheibe blicken. Die Farben verblassen, die Umwelt erscheint verschleiert und verzerrt. Kontraste verlieren durch die zunehmend stärker getrübte Linse an Schärfe und vom Grauen Star Betroffene sind lichtempfindlich, insbesondere wenn sie geblendet werden. In einigen Fällen verursacht ein Grauer Star als ersten Hinweis auf die Erkrankung starke Blendungserscheinungen bei Sonne oder wenn Betroffene nachts ins Scheinwerferlicht entgegenkommender Fahrzeuge blicken.

Krankheitszeichen, das ggf. nicht mit einem Grauen Star assoziiert wird

Da der Graue Star auch die Brechkraft der Linse verändern kann, weil die getrübte Linse einfallendes Licht anders bricht, stellen manche vom Grauen Star Betroffene auch fest, dass sich ihre Sehkraft ändert und sind erfreut, dass sie plötzlich ohne Lesebrille auskommen. Das Phänomen, dass ein Grauer Star mit zunehmender Kurzsichtigkeit einhergeht und eine bestehende Alterssichtigkeit zunächst ausgleicht, trägt ebenfalls dazu bei, dass der Graue Star oft erst spät erkannt wird.

Grauer Star: Diagnose

Im fortgeschrittenen Stadium kann man den Grauen Star mit dem bloßen Auge erkennen: die Linse erscheint weißlich-trüb. Doch auch in früheren Stadien gibt es in der Augenheilkunde ausreichend Instrumente, um einen Grauen Star rechtzeitig zu erkennen.

Spaltlampenuntersuchung bei KataraktGrauer Star: Spaltlampenuntersuchung

Ist der Graue Star noch nicht so weit fortgeschritten, kann ein Arzt der chirurgischen Augenheilkunde ihn mittels der Spaltlampenuntersuchung feststellen. Dabei wird das Auge durch die Spaltlampe angesehen, die wie ein Mikroskop wirkt. Es kann sein, dass der Arzt der chirurgischen Augenheilkunde das Auge vorher mit Medikamenten „weit“ tropft, das heißt, eine medikamentöse Pupillenerweiterung herbeiführt. Die spezielle Lichtführung der Spaltlampe ermöglicht es, einen optischen Schnitt durch das Auge zu legen. Auf diese Weise können Lage und Ausdehnung von Veränderungen der verschiedenen Strukturen des Auges genau beurteilt werden. Nach der Untersuchung sollten Betroffene einige Stunden kein Auto steuern, sofern ihre Pupille medikamentös ‚weit gestellt’ wurde.

Untersuchungen und Vorbereitungen vor einer Katarakt-Operation

Ist die Entscheidung für eine Katarakt-Operation gefallen, steht eine Reihe von Voruntersuchungen an, bei denen das gesamte Auge untersucht wird. Mittels Ultraschallmessung kann der Arzt in der chirurgischen Augenheilkunde die zu implantierende Kunstlinse (Intraokularlinse, siehe unten) genau bestimmen. Weiterhin wird der Arzt den allgemeinen Gesundheitszustand untersuchen und alle Medikamente notieren, die eingenommen werden, falls unter Umständen Medikamente vor der Katarakt-Operation für kurze Zeit abgesetzt werden müssen (z.B. blutverdünnende Medikamente).

Kataraktchirurgie: Vorgehen

Allgemeine Informationen zur Kataraktchirurgie

Ein Grauer Star (Katarakt) kann nur mittels einer Katarakt-Operation in einer Augenklinik oder einem Augenzentrum erfolgreich geheilt werden. Bei einer Katarakt-Operation wird die trübe Linse entfernt und durch eine klare Kunstlinse (Intraokularlinse), die vorher genau bestimmt wird, ersetzt. Die Kataraktchirurgie ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die Katarakt-Operation zu den sichersten Operationen gezählt werden kann. Der Zeitpunkt der Katarakt-Operation richtet sich vor allem danach, wie stark der Graue Star das tägliche Leben der Betroffenen beeinträchtigt. In den meisten Fällen kann die Katarakt-Operation ambulant erfolgen und Betroffene können meist schon wenige Stunden nach der Katarakt-Operation wieder nach Hause.

In der Regel wird zunächst nur ein Auge operiert, sofern beide Augen vom Grauen Star betroffen sind. Der Augenarzt wird gemeinsam mit den Betroffenen festlegen, welcher Zeitabstand zwischen der Katarakt-Operation des einen und der Katarakt-Operation des anderen Auges liegen sollte.

Anästhesie bei der Katarakt-Operation

Für die Katarakt-Operation ist in den meisten Fällen nur eine örtliche (lokale) Betäubung erforderlich. Falls gewünscht oder nötig, können Betroffene vor der Katarakt-Operation ein leichtes Beruhigungsmittel erhalten. Während der Katarakt-Operation werden Puls, Blutdruck, Sauerstoffsättigung des Blutes und der Herzschlag mittels EKG überwacht.

Grauer Star OPEinsetzen der Linse

Bei der Katarakt-Operation wird in der modernen chirurgischen Augenheilkunde in der Regel nicht mehr die gesamte Linse entfernt, sondern – sofern möglich - werden die seitliche und die hintere Linsenkapsel belassen. Bei der heute gängigsten Operation in der chirurgischen Augenheilkunde (sog. Phakoemulsifikation) wird die Linsenkapsel im vorderen Bereich mit einem winzigen Schnitt eröffnet. Der härtere Linsenkern wird mit Hilfe von Ultraschall verflüssigt und - zusammen mit der weicheren Linsenrinde - abgesaugt. Statt des Ultraschalls kommen heute auch immer häufiger sogenannte Femtosekundenlaser für die Zerkleinerung der Linse zum Einsatz. Über den Schnitt wird in der Regel eine gefaltete weiche Kunstlinse eingeschoben. Sofern eine härtere Linse eingesetzt werden soll, kann der Arzt in der chirurgischen Augenheilkunde den Schnitt auch vergrößern. Die Linse wird dann zentriert und mit kleinen Bügeln im Kapselsack platziert. Die ganze Katarakt-Operation dauert in der Regel 15 bis 20 Minuten, auch wenn Sie natürlich mehr Zeit einrechnen müssen, da auch die Operationsvorbereitungen Zeit in Anspruch nehmen.

Katarakt-Operation: Intraokularlinsen

Was sind Intraokularlinsen?

Intraokularlinsen werden nach Entfernung der trüben Linse im Rahmen einer Katarakt-Operation ins Auge der Betroffenen eingesetzt, zentriert und verankert. Intraokularlinsen sind klare Kunstlinsen aus Kunststoff mit einer bestimmten Brechkraft. Das Material der Linsen variiert: verwendet werden Acrylate und Silikone. Die Linsen können als harte, stabile oder als weiche Linsen hergestellt werden. Heute werden in der Regel weiche Linsen verwendet, die gerollt oder gefaltet werden können, so dass es bei der Katarakt-Operation nur eines kleinen Schnittes am Auge bedarf. Der optisch wirksame Teil hat in der Regel einen Durchmesser von etwa 6 mm. Am Rand der Linse sind elastische Bühel befestigt, mit denen die Linse im Kapselsack des Auges verankert wird.

Intraokularlinsen

Welche Intraokularlinsen gibt es?

Es gibt Intraokularlinsen mit unterschiedlich starker Brechkraft. Welche Brechkraft gewählt wird, hängt von der Ultraschallmessung ab und davon, ob Betroffene nach der Katarakt-Operation ohne Brille entweder besser in der Ferne oder in der Nähe sehen wollen. Neben diesen Linsen, die eine bestimmte Entfernung scharf abbilden (Fern, Nähe) gibt es mittlerweile Kunstlinsen (Multifokallinsen), die ähnlich den Multifokal- oder Gleitsichtbrillen sowohl für die Ferne als auch für die Nähe eine gute Sehschärfe erlauben. Zudem gibt es sogenannte Sonderlinsen. Hierzu zählen Linsen, die eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) ausgleichen können oder Linsen mit einem Farbfilter, die schützende Wirkung bei bestimmten Netzhauterkrankungen haben können.

Verträglichkeit der Intraokularlinsen

Heute können praktisch alle Betroffene mit Intraokularlinsen versorgt werden, die sie in der Regel ohne Komplikationen lebenslang vertragen. Die Intraokularlinsen müssen nicht wie andere Körperimplantate einheilen und auch nicht wegen Verschleiß irgendwann ausgetauscht werden.

Brechwertberechnung der Kunstlinse

Nach der gründlichen Untersuchung sowohl des Allgemeinzustandes als auch des Auges und der Ultraschallmessung der Augen wird der Brechwert für die Kunstlinse berechnet. Die Stärke der Linse für die Katarakt-Operation kann so bestimmt werden, dass Betroffen nach der Katarakt-Operation ohne Brille entweder besser in der Ferne oder in der Nähe sehen können. Eine 100%-ige Voraussage über die Brechungsverhältnisse der Augen nach der Katarakt-Operation ist allerdings nicht möglich. Die zu wählende Linse wird individuell mit dem Augenarzt zusammen entschieden.

Kataraktchirurgie: Komplikationen

Obwohl die Katarakt-Operation eine der sichersten Operationen überhaupt ist, kann es in seltenen Fällen zu Schwierigkeiten kommen.

Komplikationen während der Katarakt-Operation

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass es sich während der Katarakt-Operation als unmöglich erweist, eine künstliche Linse einzusetzen. Dies kann der Fall sein, wenn der Kapselsack, in den die Linse eingesetzt werden soll, defekt ist oder während der Katarakt-Operation einreißt. Meist kann in einem zweiten Schritt dennoch eine Linse im Augeninneren zu versorgen. Und auch bei Betroffenen, die vor längerer Zeit mit einem älteren Verfahren behandelt wurden, bei dem der Kapselsack entfernt wurde, kann eine Linse hinter der Pupille festgenäht oder eine Vorderkammerlinse eingepflanzt werden.

Komplikationen nach der Katarakt-Operation

Da der Schnitt zum Einsetzen der Linse bei den modernen Verfahren der Katarakt-Operation sehr klein ist, ist die Wahrscheinlichkeit einen Astigmatismus (Fehlsichtigkeit durch Hornhautverkrümmung) zu entwickeln, extrem gering. Augeninnendruckerhöhungen oder eine meist vorübergehende Trübung der Hornhaut sind sehr selten, wie auch Infektionen nach der Katarakt-Operation selten sind und sich gut mit Medikamenten behandeln lassen. Nach einer Katarakt-OP besteht zudem ein leicht erhöhtes Risiko für eine Netzhautablösung. Sollte ein sogenannter ‚Nachstar’ auftreten, bei dem es nach Wochen oder Monaten zu einer allmählichen Verschlechterung der Sehschärfe kommt, so kann dieser mit einem speziellen Laser oder einem kurzen operativen Eingriff beseitigt werden.

Katarakt-Operation: Nachbehandlung

Das operierte Auge wird mit einem Salbenverband abgedeckt. Meist dauert es ein paar Tage, bis sich die volle Sehschärfe einstellt. Wichtig ist es, auf keinen Fall an dem operierten Auge zu reiben oder Druck auf das Auge auszuüben. Die ersten Tage nach der Operation des Grauen Stars sollte das Auge zudem noch nicht durch zu viel lesen oder fernsehen überlastet werden. Auch körperliche Anstrengungen sowie Saunabesuche sollten in der ersten Zeit nach der Katarakt-Operation vermieden werden. Sollte eine Brille erforderlich werden, kann die Stärke für die neue Brille meist erst einige Wochen nach der Katarakt-OP bestimmt werden, da die Sehschärfe in der ersten Zeit nach der Katarakt-Operation noch stark schwankt.

Tipps für die Zeit nach der Katarakt-Operation

  1. Drücken und reiben Sie nicht am operierten Auge. Tragen Sie in den ersten Nächten nach der Katarakt-Operation einen Salbenverband, um das Auge zu schützen.
  2. Achten Sie beim Duschen darauf, dass Ihr Gesicht nicht mit Wasser benetzt wird und neigen Sie den Kopf beim Haare waschen nach hinten.
  3. Überbeanspruchen Sie in den ersten Tagen nach der Katarakt-Operation Ihre Augen nicht durch zu viel lesen und fernsehen.
  4. Fangen Sie mit körperlichen Anstrengungen und Sportarten wie Tauchen und Schwimmen erst wieder an, wenn Sie mit Ihrem Arzt darüber Rücksprache gehalten haben. Gleiches gilt für Saunabesuche.
  5. Eventuell kann eine Sonnenbrille bei hellem Licht hilfreich sein, da die Kunstlinse mehr Licht durchlässt als die natürliche Linse. Und auch bei ungünstigen Wetterverhältnissen können Sie Ihre Augen mit einer Brille schützen.
  6. Verständigen Sie sich individuell mit Ihrem Augenarzt darüber, ab wann Sie wieder arbeitsfähig sind und ab wann Sie wieder Auto fahren können.
  7. Gehen Sie zu den vereinbarten Nach- und Routineuntersuchungen bei Ihrem Augenarzt und nehmen Sie die Medikamente, die Ihnen Ihr Arzt verschrieben hat, sofern er welche verschrieben hat.
  8. Sollten Sie in der ersten Zeit nach der Katarakt-Operation eine Verschlechterung Ihrer Sehschärfe, eine starke Rötung oder Schmerzen am Auge bemerken, suchen Sie unbedingt sofort Ihren Augenarzt auf.

Weitere Informationen zur Katarakt-Operation auf www.operation-augen.de