Herzkranzgefäße

Die Herzkranzgefäße sind Arterien, die den Herzmuskel mit Blut und Sauerstoff versorgen. Damit stellen sie sicher, dass das Herz stetig und regelmäßig schlagen kann und Blut durch den Körper pumpt. Verengen die Hrezkranzgefäße, können ernsthafte Erkrankungen die Folge sein.

Themenübersicht dieses Artikels

Was macht das Herz?

Das Herz ist sozusagen der Motor unseres Kreislaufes. Der faustgroße Muskel ist für unseren Körper unentbehrlich, weil er am Sauerstoffaustausch maßgeblich beteiligt ist. Unentwegt arbeitet das muskuläre Hohlorgan wie eine Pumpe, um das sauerstoffarme Blut der Venen zum rechten Vorhof und in die rechte Kammer zu transportieren. Von hier aus pumpt das Herz das Blut weiter in die Lunge, um das Blut mit Sauerstoff anzureichern. 

Über den linken Vorhof fließt das sauerstoffreiche Blut in die linke Kammer, von wo aus es über die Arterien in den Blutkreislauf gelangt, um das Gehirn, die Organe und die Muskulatur mit Sauerstoff zu versorgen. Sobald wir uns anstrengen, schlägt das Herz schneller. So kann es unseren Sauerstoffbedarf decken.

Anatomie des Herzen

Damit unser Herzmuskel nicht schlappmacht, ist er von zahlreichen Blutgefäßen - den Herzkranzgefäßen, auch Koronararterien -überzogen. Genauer genommen handelt es sich bei den Koronararterien (Arteriae coronariae) um die rechte und linke Koronararterie, die die Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen gewährleisten. Die feinen Verästelungen dieser Blutgefäße, die zur Herzspitze führen, werden medizinisch als

  • Ramus circumflexus
  • Ramus interventricularis

bezeichnet. Arteriosklerotische Verkalkungen oder Verengungen der Herzkranzgefäße (Stenosen) können eine koronare Herzkrankheit begünstigen, die die nicht selten zu einem Herzinfarkt oder einem plötzlichen Herztod führt.

Verengte Herzkranzgefäße

Die Koronare Herzkrankheit (das bedeutet verengte Herzkranzgefäße) bezeichnet die verminderte Durchblutung der Herzkranzgefäße, sodass die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Herzmuskels nicht mehr gewährleistet ist. Ursache sind Ablagerungen an den Arterienwänden (Arteriosklerose), die dazu führen, dass diese sich immer weiter verengen.

Patienten fühlen sich meist schwach, müde, energie- und antriebslos, weshalb sie einen Arzt konsultieren. Oftmals klagen sie über unspezifische Schmerzen in der Brust, die sich mit Herzrhythmusstörungen abwechseln können. Ursache dieser Symptome sind fetthaltige Ablagerungen (Plaques), die zu einer Verengung der Blutgefäße führen.

Zu den häufigsten Risikofaktoren zählen:

Sobald die Herzkranzgefäße gänzlich verstopft sind, stirbt Muskelgewebe ab und es kommt zu einem Herzinfarkt, der sich durch starke Brustschmerzen bemerkbar macht. Die Schmerzen strahlen mitunter in den Arm aus. Begleitet werden die Symptome durch:

  • Übelkeit
  • Schwäche
  • Blässe
  • Herzrhythmusstörungen
  • Atemnot
  • Angst

Verengte Koronararterie
Verengte Koronararterie © Dr. Dierk Heimann, Prof. Dr. H.-J. Schäfers

Diagnose & Therapie

Sobald die Symptome auf eine Verengung der Herzkranzgefäße hindeuten, leitet der Arzt eine gründliche Untersuchung ein, indem er

 

  • den Blutdruck und den Puls misst
  • das Herz und die Lunge abhört
  • ein EKG anfertigt

 

Mitunter können

 

 

notwendig sein, um das verengte Gefäß zu lokalisieren.

Bei einer Verengung der Herzkranzgefäße dehnt der Arzt das Gefäß mit einem sogenannten Ballonkatheter auf, damit der Blutfluss wiederhergestellt wird. Dieses Verfahren wird als PTCA bezeichnet. Um einen erneuten Verschluss zu verhindern, bringen die Ärzte Stents (röhrenförmige Implantate aus Kunstfasern oder Metall) in das Blutgefäß ein. Auch kann eine Bypass-OP notwendig sein, um die verengte Stelle mit einem Bypass (künstliche oder echte Gefäße) zu überbrücken. Unterstützt wird die Therapie mit Medikamenten.

Hierzu gehören:

 

  • Nitrate zur Verminderung des Gefäßwiderstandes
  • Betablocker zur Senkung der Herzfrequenz
  • Calciumkanalblocker zur Verminderung der Herzkontraktionen

 

Zusätzlich kann eine Änderung des Lebensstils notwendig sein, um einem erneuten Verschluss vorzubeugen. Eine fett- und kalorienarme Ernährung, Stressreduzierung und Sport sind diesbezüglich die Eckpfeiler einer gesunden Lebensweise.

Fazit zu den Herzkranzgefäßen

Verengungen oder Verstopfungen der Herzkranzgefäße gehören zu den häufigsten Ursachen für einen Herzinfarkt, da sie die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Herzens unterbinden. Achten Sie deshalb auf ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung, damit Ihr Herz nicht schlappmacht.