Die Gebärmutter - Anatomie, Funktionen und häufige Erkrankungen

Die Gebärmutter ist das wohl wichtigste Geschlechtsorgan im weiblichen Körper, denn ohne die Gebärmutter ist die Entstehung menschlichen Lebens nicht möglich. Wie das in der medizinischen Fachsprache Uterus genannte Organ im Detail funktioniert, wo es sich genau befindet oder wie groß es ist, erfahren Sie im Folgenden.

Themenübersicht dieses Artikels

Was ist die Gebärmutter und welche Aufgaben hat sie?

Die Gebärmutter ist für die Reproduktion von Menschen und Säugetieren unerlässlich. Das Organ bietet dem entstehenden Leben während der Phase des Heranreifens Schutz und die perfekte Umgebung für eine gesunde Entwicklung. In der Gebärmutter nisten sich die befruchteten Eizellen in ihrem embryonalen Frühstadium ein und bleiben solange dort, bis der Fötus weit genug entwickelt ist, um den Leib der Mutter durch die Geburt zu verlassen.

Nicht nur die Menschen, sondern alle weiblichen Säugetiere verfügen über dieses Organ, das auch beim Geburtsvorgang selbst eine entscheidende Rolle übernimmt. Mit ihrer starken Muskelschicht trägt die Gebärmutter maßgeblich dazu bei, dass das herangereifte Lebewesen aus dem Mutterleib ausgetrieben werden kann.

Anatomie der Gebärmutter

Wo befindet sich die Gebärmutter genau?

Im menschlichen Körper ist der Uterus im Zentrum des weiblichen Unterleibs zu finden. Während der vordere Teil auf der Harnblase liegt, grenzt der hintere Teil an den Mastdarm. Die Gebärmutter und ihre beiden Nachbarorgane sind in ihrer Gesamtheit vom Bauchfell überzogen, wodurch zwischen den einzelnen Organen Bauchfellgruben entstehen. Die exakte Lage des Uterus ist abhängig von der jeweiligen Füllmenge des Mastdarms und der Harnblase.

Die Verankerung des Uterus im weiblichen Becken ist durch das sogenannte Parametrium gewährleistet. Dabei handelt es sich um eine frontale Platte, die aus Bindegewebe besteht und von mehreren Bändern verstärkt wird. Diese Bänder halten die Gebärmutter in einer flexiblen Schwebelage, die von der Beckenmuskulatur unterstützt wird.

Wie sieht die Gebärmutter aus und wie ist sie aufgebaut?

Die Gebärmutter ist ein Hohlorgan, das Anatomen aufgrund seiner Form gern mit einer auf dem Kopf stehenden Birne vergleichen. Das Gewicht des Uterus schwankt zwischen 30 und 120 Gramm. Auch bei der Größe treten erhebliche Unterschiede auf. In der Regel ist die Gebärmutter etwa sieben Zentimeter lang, drei Zentimeter dick und fünf Zentimeter breit. Bei einer Schwangerschaft ändern sich die Maße drastisch. Kurz vor der Geburt ist die Größe vergleichbar mit der von zwei kleinen Fußbällen, und allein das Gewicht der Muskelmasse beträgt zirka 500 Gramm. Kein anderes menschliches Organ ist in der Lage, sich derart massiv zu verändern.

weibliche Geschlechtsorgane Anatomie

Der anatomische Aufbau des Uterus ist in drei Teile gegliedert. Den unteren Teil des Organs bildet der Gebärmutterhals, den der Arzt im medizinischen Fachjargon als Cervix uteri bezeichnet. Die Cervix umschließt den Gebärmutterhalskanal, den Canalis cervicis.Dieser Kanal beginnt mit dem äußeren Muttermund, der sich bis in die Scheide vorwölbt. Er endet im inneren Muttermund. Dieser innere Teil des Gebärmutterhalskanals ist mit etwa drei Millimetern Durchmesser die mit Abstand engste Stelle des Canalis cervicis.

Der Gebärmutterhals geht über in den zirka fünf bis zehn Millimeter langen Isthmus, der ebenfalls besonders eng ist. Der Isthmus verbindet den Gebärmutterhals mit dem eigentlichen Körper der Gebärmutter. Diesen Teil des Organs nennen die Mediziner Corpus uteri. Er ist mit etwa zwei Dritteln des Gesamtvolumens der bei weitem größte Teil der Gebärmutter. An den oberen Enden schließt der Corpus uteri mit der Gebärmutterkuppe ab und geht in die Eileiter über.

Wichtig für die Funktion des Uterus ist der Aufbau der Gebärmutterwand, die aus drei Schichten besteht. Während die äußere Schicht vom Bauchfell und von Bindegewebe umgeben ist, präsentiert sich die mittlere Schicht als kräftige Muskelmasse. Die innere Schicht bildet eine Schleimhaut, die unter Medizinern Endometrium heißt. Das Endometrium befindet sich in einem ständigen Prozess der Erneuerung. Ist keine Schwangerschaft eingetreten, wird die Schleimhaut während der Menstruation abgebaut und ausgeschieden. Hat sich jedoch eine befruchtete Eizelle eingenistet, trägt die Gebärmutterschleimhaut zur Bildung der Plazenta bei. In diesem Fall wird sie nach der Geburt zusammen mit der Plazenta als Nachgeburt ausgestoßen.

Welche Erkrankungen treten bei der Gebärmutter am häufigsten auf?

Wie jedes andere Organ kann auch die Gebärmutter von den unterschiedlichsten Erkrankungen betroffen sein. Im Lauf ihres Lebens leiden etwa 70 Prozent aller Frauen irgendwann unter einer meist gutartigen Erkrankung ihrer Gebärmutter. Am häufigsten handelt es sich dabei um sogenannte Myome oder Polypen.

Myome und Polypen

Myome entstehen aus der Muskelmasse des Uterus. Großen Einfluss auf das Wachstum dieser Geschwulste haben die Hormone Östrogen und Progesteron. Vor dem Beginn der Pubertät bilden sich deshalb in der Regel keine Geschwulste. In der Regel treten Myome vermehrt bei Frauen auf, die das 30. Lebensjahr überschritten haben. In vielen Fällen bilden sie sich mit dem Beginn der Wechseljahre zurück. Oftmals bleiben die Myome unentdeckt, da sie keinerlei Beschwerden hervorrufen. Eine Behandlung ist dann nicht notwendig. Allerdings können die Geschwulste auch Probleme bei der Menstruation oder beim Wasserlassen verursachen. Darüber hinaus kann es zu Schmerzen im Unterbauch oder beim Geschlechtsverkehr kommen. Auch eine eingeschränkte Fruchtbarkeit und ein Mangel an roten Blutkörperchen ist unter Umständen auf ein Myom zurückzuführen.

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Polypen entstehen im Gegensatz zu Myomen nicht aus der Muskelmasse, sondern aus der Schleimhaut des Uterus oder des Gebärmutterhalses. Auch in diesem Fall führen Mediziner das Wachstum auf den Einfluss von Hormonen zurück. Polypen treten meist vor dem Einsetzen und während der Wechseljahre auf. Betroffen sind zwischen drei und 16 Prozent der Frauen. Sollten bei Ihnen starke Blutungen oder wehenartige Schmerzen eintreten, sind es unter Umständen Polypen, die dafür verantwortlich sind.

Im Gegensatz zu den gutartigen Myomen und Polypen kann es aber auch zu bösartigen Karzinomen kommen, die in erster Linie den Gebärmutterhals befallen. Je nach Stadium des Krebsgeschwürs kann sich dieses auch auf weitere Organe ausbreiten und so zu einem ernsthaften gesundheitlichen Problem führen, dem mit Operationen und gezielten Krebstherapien begegnet werden muss. Versäumen Sie es deshalb nicht, regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

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Funktionelle Zysten

Bei Zysten handelt es sich um Hohlräume im Gewebe, die sich verkapseln. Im Inneren dieser Blasen kann sich Gewebeflüssigkeit, Eiter oder Blut befinden. Solange sie nicht platzen, verursachen Zysten in den meisten Fällen keine gesundheitlichen Probleme. Zu Problemen kann es kommen, wenn sich die Zysten an den Eierstöcken oder anderen sensiblen Stellen gebildet haben. Oftmals ist eine Störung im hormonellen Zyklus der Auslöser für die Entstehung. Dies erklärt, warum Mediziner Zysten am Eierstock mit Hilfe des Ultraschalls ausschließlich bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter diagnostizieren. Funktionelle Zysten verursachen neben Blutungsstörungen je nach ihrer Lage auch Schmerzen bei bestimmten Bewegungsabläufen.

PCO-Syndrom

Bei den Polyzystischen Ovarien, auch PCO-Syndrom genannt, handelt es sich um eine hormonelle Störung, die bei bis zu zwölf Prozent aller gebärfähigen Frauen auftritt. Die Störung wird in der Regel durch erhöhe Werte bei den androgenen Hormonen ausgelöst. Die Folge sind Probleme mit der Fruchtbarkeit und Zyklusstörungen. Typische äußere Symptome, wie ein verstärkter Haarausfall oder die Bildung von Akne, weisen ebenso wie ein Ausbleiben des Eisprungs auf eine entsprechende Störung hin. Darüber hinaus erkennt der Arzt das PCO-Syndrom auch an zahlreichen kleineren Zysten an den Eierstöcken.

Endometriose und Adenomyose

Zu den häufiger auftretenden Erkrankungen der Gebärmutter zählt auch die Endometriose. Bis zu 15 Prozent aller Frauen sind von diesem Wachstum der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle betroffen. Bei der Endometriose breitet sich die Schleimhaut über das Bauchfell, den Darm oder die Eierstöcke aus. Auch die Scheidenwand ist in manchen Fällen von dem unkontrollierten Wachstum der Schleimhaut betroffen.

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Oftmals verläuft eine Endometriose ohne jegliche Symptome. Treten jedoch Beschwerden auf, so sind dies meist Krämpfe und anhaltende Schmerzen im Unterbauch während der Menstruationszeit. Rückenbeschwerden können ebenso ein Anzeichen für eine Endometriose sein wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. In Folge des ungebremsten Schleimhautwachstums kann es zu Einschränkungen der Fruchtbarkeit kommen.

In Verbindung mit der Endometriose kommt es oft auch zur sogenannten Adenomyose. Dabei handelt es sich um ein Einwachsen von Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnlich ist, in die Muskelwand der Gebärmutter. Dadurch kommt es zu besonders schmerzhaften Zwischenblutungen.

Fazit: Das sollten Sie beachten

Die Gebärmutter zählt zu den faszinierendsten Organen des weiblichen Körpers. Auch wenn die am häufigsten auftretenden Erkrankungen wie die Myome keine gravierenden gesundheitlichen Probleme verursachen, sollten Sie es nicht versäumen, das Angebot einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung wahrzunehmen.