Die Eileiter - Anatomie, Funktionen und häufige Erkrankungen

Eileiter ist die Bezeichnung für ein paarig angelegtes weibliches Geschlechtsorgan. Innerhalb der beiden Eileiter erfolgt die Befruchtung der Eizelle.

Themenübersicht dieses Artikels

Was ist der Eileiter?

Der Eileiter ist auch als Tuba uterina oder Ovidukt bekannt. Dabei handelt es sich um ein paariges muskuläres Hohlorgan in Form eines Schlauches. Das weibliche Geschlechtsorgan ist im kleinen Becken angesiedelt. Es sorgt für den Transport der Eizellen aus dem Eierstock (Ovar) in Richtung Gebärmutter (Uterus).

weibliche Geschlechtsorgane Anatomie

Anatomie des Eileiters

Der Eileiter bringt es auf eine Durchschnittslänge zwischen 10 und 15 Zentimetern. Er bildet eine Art Schlauch, der eine Verbindung zwischen Eierstock und Gebärmutter herstellt. Durch diesen Schlauch kann die herangereifte Eizelle sicher gelangen. Die Befestigung des Eileiters erfolgt durch ein Aufhängeband (Mesosalpinx) am breiten Mutterband. Zusammengesetzt wird der Eileiter aus mehreren Abschnitten.

Der Tubentrichter

Als Tubentrichter, Eileitertrichter oder Infundibulum tubae uterinae wird ein trichterförmiger Eileiterabschnitt bezeichnet, der eine Länge von rund 1,5 Zentimetern aufweist. Er mündet in die freie Bauchhöhle (Ostium abdominale). Am lateralen Ende sind die Fimbrien (Fimbriae tubae uterinae) angesiedelt, die die Form von Fransen haben. Durch die an den Eierstock angelegten Fimbrien wird das Ei im Anschluss an die Ovulation (Eisprung) aufgefangen. Anschließend transportieren sie es zur Gebärmutter.

Ampulla tuba uterinae

Den längsten Abschnitt des Eileiters bildet die Ampulla tuba uterinae. Mit 4 bis 10 Millimetern erreicht sie das weiteste Lumen und hat eine Länge von etwa 7 Zentimetern, was zwei Dritteln der Eileiterlänge entspricht. An der Tubenschleimhaut besteht eine ausgeprägte Bildung von Falten.

Isthmus tuba uterinae

Eine Engstelle im Eileiter stellt der Isthmus tuba uterinae dar, der sich dicht an der Mündung in Richtung Gebärmutter befindet. Er erzielt eine Länge von 2 bis 3 Zentimetern und weist einen Durchmesser von 2 bis 3 Millimetern auf. Zu seinen Charakteristika gehört seine massive Wandmuskulatur.

Gebärmutterteil (Pars uterina tubae uterinae)

Als Gebärmutterteil wird der Pars uterina tubae uterinae bezeichnet. Er verläuft an der Gebärmutterwand entlang und setzt am Ostium uterinum tuba uterinae an. Er erreicht nur einen Durchmesser von maximal einem Millimeter.

An welcher Stelle befindet sich der Eileiter?

Ebenso wie der Eierstock befindet sich der Eileiter im kleinen Becken. Seine Befestigung wird durch eine Duplikatur des Bauchfells (Peritoneum) an Ampulla tuba uterinae und Isthmus tuba uterinae gewährleistet. Diese ist am breiten Gebärmutterband (Ligamentum latum uteri) angesiedelt. Durch einige Muskelzüge lassen sich gewisse Bewegungen durchführen. In der Nähe des Eileiters liegen die Gebärmutter, der Eierstock sowie einige Dünndarmschlingen.

Blutversorgung des Eileiters

Für die Arterienversorgung des Eileiters ist je ein Ramus tubarius zuständig. Dieser Ast geht aus der Arteria ovarica und der Gebärmutterarterie (Arteria uterina) hervor. Sie erreichen den Eileiter via Mesosalpinx. Der venöse Abfluss findet über den Plexus venosus uterinus in Richtung Vena uterina und teilweise über die Ovarialvene (Vena ovarica) statt.

Nerven

Die sympathische Nervenversorgung des Eileiters erfolgt durch den Plexus hypogastricus inferior sowie den Plexus renalis. Die parasympathische Versorgung wird durch die Nervi splanchnici pelvici, die den Rückenmarkssegmenten S2 bis S4 entstammen, vorgenommen.

Welche Funktionen übernimmt der Eileiter?

Nachdem innerhalb der Eierstöcke ein Follikel herangereift ist, wird das Ovar von den Fimbrien umspannt. Dazu richten sie sich auf und nehmen rhythmische Bewegungen vor. Anschließend gehen vom Eileiter Kontraktionen aus.

Hat der Follikel die reife Eizelle ausgestoßen, wird sie von den Fimbrien aufgenommen. Außerdem werden die Kontraktionen gestoppt. Gelangt die reife Eizelle in den Eileiter, starten die zilientragenden Zellen eine Bewegung zur Gebärmutter hin. Weil die Gebärmutter nicht in der Lage ist, selbst Bewegungen vorzunehmen, kommt es auf diese Weise zum Transport. Durch weitere Kontraktionen der Muskeln lässt sich der Transport beschleunigen. Ungefähr zwölf Stunden nach dem Eisprung gilt die Eizelle als befruchtungsfähig. Findet in diesem Zeitraum ein Zusammentreffen zwischen weiblicher Eizelle und männlichen Spermien statt, kommt es zur Befruchtung.

Eine weitere wichtige Aufgabe des Eileiters ist der Transport des Embryos zur Gebärmutter. Dieser nimmt ungefähr drei bis fünf Tage in Anspruch. Im Rahmen des Transports erfolgen innerhalb des Eileiters erste Zellteilungen. Im 12- bis 16-Zellen-Stadium wird die Gebärmutter schließlich von der ersten Zygote erreicht.

Ab dem 40. Lebensjahr finden an der Eileiterwand Umbauprozesse statt, die mit dem Erreichen der Menopause enden. Sie haben keinen Krankheitswert, weil sich der Körper lediglich darauf umstellt, dass keine Schwangerschaften mehr möglich sind.

Erkrankungen der Eileiter

Am Eileiter können sich verschiedene Erkrankungen zeigen. Eines der häufigsten Leiden stellt die Eileiterentzündung (Salpingitis) dar, die sowohl an einem als auch an beiden Eileitern möglich ist. Verursacht wird die Entzündung durch aufsteigende Bakterien, die aus der Scheide, der Gebärmutter oder dem Gebärmutterhals stammen. Bemerkbar macht sich die Eileiterentzündung durch Schmerzen im Unterleib während des Wasserlassens oder beim Geschlechtsverkehr. In schweren Fällen treten zudem Ausfluss aus der Vagina, Fieber und Abgeschlagenheit auf.

Zur Behandlung werden meist Antibiotika verabreicht. In der Regel ist der Krankheitsverlauf positiv. Gelegentlich leiden die betroffenen Frauen aber auch unter Komplikationen wie einer Entzündung an den Eierstöcken (Adnexitis) oder einer gefährlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis). Bei manchen Frauen ist zudem Unfruchtbarkeit durch die Erkrankung möglich.

Eileiterverklebungen

Entzündungen am Eileiter haben in einigen Fällen Verklebungen zur Folge. Diese verursachen bei 20 Prozent aller Patientinnen in Deutschland Unfruchtbarkeit. Von einer Eileiterverklebung ist die Rede, wenn das obere offene Ende der Tuba uterina, an dem die Fimbrien ihren Sitz haben, verklebt wird. Meist sind Infektionen aus dem Vaginaltrakt für die Verklebungen verantwortlich. Außerdem kann das Flimmerepithel in Mitleidenschaft gezogen werden oder es bildet sich eine Höhle, die mit Eiter gefüllt ist. Urheber einer Eileiterverklebung sind Bakterien wie:

  • Enterokokken
  • Escherichia coli
  • Chlamydien
  • Neisseria gonorrhoe

Nicht selten verspürt die Patientin bei einer Eileiterverklebung zunächst keinerlei Beschwerden und es zeigen sich lediglich kleinere Blutungen. Im weiteren Verlauf drohen jedoch Symptome wie Fieber und Schmerzen.

Eileiterschwangerschaft

Unter einer Eileiterschwangerschaft wird eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter verstanden. Bei einer Eileiterschwangerschaft kommt es in der Regel zum Verlust des Kindes. Außerdem wird eine erneute Schwangerschaft für die betroffenen Frauen schwieriger. So besteht das erhöhte Risiko, dass wiederum eine Eileiterschwangerschaft auftritt. In einigen Fällen ist eine Eileiterruptur denkbar, die zu lebensgefährlichen schweren Blutungen führen kann. Der Verlauf dieser Komplikation richtet sich danach, an welcher Stelle die Eileiterschwangerschaft auftritt.

Fazit

Der Eileiter ist für das Entstehen einer Schwangerschaft von großer Bedeutung. Bei Beschwerden wird daher empfohlen, sich rasch an einen Facharzt für Gynäkologie zu wenden.