Arteriosklerose - Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapie

Die Arteriosklerose und ihr bekanntester Vertreter, die Atherosklerose, ist eine chronisch fortschreitende Gefäßerkrankung, bei der es über Jahre hinweg zu einer zunehmenden Verengung und Verhärtung der Arterien kommt.

Themenübersicht dieses Artikels

Definition der Arteriosklerose

Definition: Was ist Arteriosklerose?

Die Arteriosklerose ist eine chronisch fortschreitende Gefäßerkrankung, bei der es über Jahre hinweg zu einer zunehmenden Verengung und Verhärtung der Arterien kommt. Arterien sind die Blutgefäße, die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen weg zu den Organen, Muskeln und Geweben des Körpers transportieren. Die Folge sind Durchblutungsstörungen, die mit der Zeit einen verminderten Blutzufluss und damit eine verminderte Sauerstoffversorgung von Organen und Körperteilen bewirken können. Die bekannteste Form der Arteriosklerose ist die Atherosklerose.

Die für die Arteriosklerose typische Gefäßverengung und Verhärtung der Arterien wird durch sogenannte Plaques hervorgerufen. Dabei handelt es sich um Ablagerungen von Blutfetten, Blutgerinnseln, Bindegewebe und Kalk in den Gefäßwänden der Arterien. Umgangssprachlich wird die Arteriosklerose deshalb auch als Arterienverkalkung oder Arterienverhärtung bezeichnet.

Fortschreitende Arteriosklerose und die möglichen Komplikationen
Fortschreitende Arteriosklerose und mögliche Komplikationen (kritische Gefäßverengung, Verstopfung des Gefäßes durch ein Blutgerinnsel sowie ein Aneurysma

Vor allem ältere Menschen leiden häufig an einer Arteriosklerose. So tritt die Erkrankung vorwiegend bei Männern ab 40 Jahren und Frauen nach den Wechseljahren auf. Die Folgeerscheinungen der Arteriosklerose stellen dabei die häufigste Todesursache in den westlichen Industrieländern dar.

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Welche Gefäße können von Arteriosklerose betroffen sein?

Eine Arteriosklerose kann sich prinzipiell in allen Arterien des Körpers entwickeln. Besonders häufig tritt sie aber an Stellen auf, an denen der Blutfluss physikalisch bedingt auf Hindernisse trifft, so zum Beispiel an Gefäßverzweigungen. Am häufigsten sind dabei die Gefäßverzweigungen der Halsarterie und der Aorta sowie die Gabelung der Oberschenkelarterien in der Leiste betroffen. Zudem entsteht eine Arteriosklerose häufig an den Herzkranzgefäßen, den gehirnversorgenden Arterien und den Beinarterien.

Ursachen und Risikofaktoren der Arteriosklerose

Die genauen Ursachen, die zur Ablagerung von Plaques in den Gefäßwänden der Arterien und damit zur Entstehung der Arteriosklerose führen, sind bislang nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Theorien und Erklärungsmodelle für den Mechanismus der Entstehung einer Arteriosklerose, darunter die „Response-to-injury“-Theorie und die Lipidtheorie.

  • „Response-to-injury“-Theorie: Eine primäre Schädigung der inneren Gefäßwandschicht könnte die Ablagerung von Plaques begünstigen
  • Lipidtheorie: Bestimmte Blutfette (Lipide) – das sogenannte LDL-Cholesterin – könnte für für die Entstehung der Arteriosklerose verantwortlich sein

Unabhängig von diesen Theorien sind einige Risikofaktoren bekannt, die die Entstehung einer Arteriosklerose begünstigen können. Hierzu gehören

  • erhöhter Blutdruck
  • erhöhte Blutfettwerte
  • eine fett- und kalorienreiche Ernährung
  • Übergewicht
  • erhöhte Blutzuckerwerte (Diabetes mellitus)
  • mangelnde Bewegung
  • Rauchen 
  • Stress

Darüber hinaus erhöhen Erkrankungen wie chronisches Nierenversagen, eine Schilddrüsenüberfunktion, die rheumatoide Arthritis oder Stoffwechselerkrankungen wie die Gicht das Arteriosklerose-Risiko. Weitere Risikofaktoren sind eine genetische Veranlagung, ein höheres Lebensalter und das männliche Geschlecht.

Symptome und Verlauf der Arteriosklerose

Eine Arteriosklerose entwickelt sich sehr langsam und verläuft häufig jahrzehntelang symptomlos. So können 20 bis 40 Jahre vergehen, ehe die allmähliche Ablagerung von Plaques in den Gefäßwänden und die dadurch zunehmende Verengung und Verhärtung der Arterien die ersten Beschwerden verursacht. Beginnt die Arteriosklerose bereits im Jugendalter, können Betroffene schon im Alter von 30 bis 40 Jahren unter Beschwerden wie Durchblutungsstörungen in den Beinen leiden. In den meisten Fällen treten die ersten Symptome aber erst im höheren Alter auf.

Welche Symptome genau eine Arteriosklerose verursacht, hängt davon ab, welche Gefäßabschnitte im Körper betroffen sind. Tritt die Arteriosklerose an den Herzkranzgefäßen, auch Koronararterien genannt, auf, hat dies eine verminderte Durchblutung des Herzmuskels zur Folge. Betroffene leiden unter einem Engegefühl im Brustkorb oder linksseitigen Brustschmerzen (Angina pectoris). Im schlimmsten Fall kann diese Arterienverkalkung der Herzkranzgefäße, die auch als Koronare Herzkrankheit bezeichnet wird, einen Herzinfarkt auslösen.

Ist die Halsschlagader von einer Arteriosklerose betroffen, kann sich dies durch Gedächtnisstörungen oder Schwindelgefühle äußern. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Schlaganfall mit Symptomen wie neurologischen Ausfällen und Funktionsstörungen des Nervensystems wie Lähmungen oder Sprachstörungen.

Sind die Becken- und Beinarterien aufgrund einer Arteriosklerose verengt, so führt dies zu Durchblutungsstörungen in der Waden- und Oberschenkelmuskulatur. Typische Symptome dieser auch als periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) bezeichneten Erkrankung sind starke Muskelschmerzen, die nach kurzen Gehstrecken auftreten. Darüber hinaus können auch Erektionsstörungen auftreten. Eine Arteriosklerose in den Nierengefäßen geht mit einer eingeschränkten Nierenfunktion – im schlimmsten Fall mit Nierenversagen – sowie Bluthochdruck einher.

Diagnose der Arteriosklerose

Um eine Arteriosklerose feststellen zu können, setzt der behandelnde Arzt verschiedene Diagnoseverfahren ein. So führt er im ersten Schritt eine genaue Anamnese sowie eine körperliche Untersuchung durch. Im Rahmen der Anamnese erhebt der Arzt die Krankengeschichte des Patienten, in dem er diesen nach seinen Lebensgewohnheiten, Beschwerden und Vorerkrankungen fragt. Die körperliche Untersuchung beinhaltet unter anderem das Abhören des Herzens, der Hauptschlagader oder der Halsarterien mit dem Stethoskop sowie die Blutdruckmessung.

Erhärtet sich durch diese Untersuchungen der Verdacht auf eine Arteriosklerose, wird der Arzt weitere Tests und Untersuchungen durchführen. Hierzu gehören beispielsweise

  • eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Cholesterin- und Blutzuckerwerte
  • ein Belastungs-EKG, um festzustellen, inwieweit eine Koronare Herzkrankheit vorliegt
  • eine Dopplersonografie der Halsarterien, um Gefäßverengerungen der Halsschlagader feststellen und das Risiko für einen Schlaganfall abschätzen zu können
  • eine Angiographie zur Röntgendarstellung der Gefäße mittels Kontrastmittel

Behandlung der Arteriosklerose

Eine Arteriosklerose kann grundsätzlich entweder konservativ mit Medikamenten und einer Umstellung der Lebensweise oder chirurgisch im Rahmen einer Operation behandelt werden. Welcher Therapieansatz im Einzelfall angewendet wird, hängt vom Ausmaß der Arterienverkalkung ab.

Konservative Behandlung der Arteriosklerose

Konservative, d.h. nicht-operative Maßnahmen reichen oftmals aus, um eine Arteriosklerose zu behandeln und das Fortschreiten der Arterienverkalkung zur verlangsamen. Die konservative Behandlung besteht in der Regel aus einer Umstellung der Lebensweise und einer medikamentösen Therapie. Änderungen der Lebensführung beinhalten insbesondere

  • Reduzierung von Übergewicht
  • gesunde Ernährung
  • körperliche Aktivität und Bewegung
  • Aufhören mit dem Rauchen

Im Rahmen der medikamentösen Therapie der Arteriosklerose kommen häufig die gleichen Medikamente zum Einsatz, die auch bei der Behandlung anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen verwendet werden. Hierzu gehören beispielsweise Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen und so die Entstehung von Blutgerinnseln (Thromben) verhindern sollen. Auf diese Weise soll einem Herzinfarkt oder Schlaganfall vorgebeugt werden. Daneben kommen auch Medikamente gegen Fettstoffwechselstörungen (sogenannte Lipidsenker), Medikamente gegen Bluthochdruck und Medikamente gegen Diabetes mellitus zum Einsatz.

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Operative Behandlung der Arteriosklerose

Ist eine Arteriosklerose schon so weit fortgeschritten, dass ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder ein Verschluss der Beinarterien drohen, ist eine operative Behandlung zur Erweiterung des verengten bzw. verstopften Gefäßes notwendig. So kann beispielsweise eine Ballondilatation durchgeführt oder ein Bypass gelegt werden.

Bei der Ballondilatation wird ein Ballonkatheter durch die Blutbahn an die verengte Stelle vorgeschoben und aufgeblasen, so dass sich das Gefäß erweitert und das Blut wieder frei fließen kann. Bei einer Bypass-Operation schafft der Chirurg mit einem körpereigenen Gefäß, das meist aus dem Unterschenkel entnommen wird, oder einer Gefäßprothese aus Kunststoff eine Umleitung, die das Blut an der verengten Gefäßstelle vorbeiführt.

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Vorbeugung der Arteriosklerose

Um der Entstehung einer Arteriosklerose vorzubeugen, sollten Sie 

  1. die bekannten Risikofaktoren verringern bzw. abschalten und
  2. die Erkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose einhergehen, behandeln

So sollten Übergewichtige beispielsweise eine Gewichtsreduktion anstreben und Raucher ihren Nikotinkonsum einstellen oder zumindest reduzieren. Diabetiker sollten darauf achten, dass ihre Zuckerwerte richtig eingestellt sind. Patienten mit einem erhöhten Cholesterinspiegel sollten auf eine cholesterinarme Ernährung achten und regelmäßig ihren Cholesterinspiegel und Blutdruck kontrollieren.

Ernährungsumstellung
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Zum anderen sind eine gesunde, ausgewogene und fettarme Ernährung sowie regelmäßige Bewegung wirksame Maßnahmen zur Vorbeugung einer Arteriosklerose.