Lungenerkrankungen - Medizinische Experten

Eine Lungenkrankheit liegt vor, wenn die Atemwege (Bronchien), die Lungenbläschen (Alveolen), das Lungenfell, das Rippenfell oder die Blutgefäße der Lunge erkrankt sind. Es gibt verschiedene Arten von Lungenerkrankungen. Die Lunge kann akut durch Viren und Bakterien oder auch chronisch erkranken. Im Text weiter unten werden die wichtigsten Lungenkrankheiten kurz definiert.

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Lungenerkrankungen - Weitere Informationen

Lungenerkrankung betreffen, wie der Name schon sagt, die Lunge oder manifestieren sich überwiegend dort. Im Folgenden haben wir die häufigsten Lungenerkrankungen aufgeführt.

Akute Bronchitis

Bei einer akuten Bronchitis ist die Bronchialschleimhaut der unteren Atemwege entzündet. Meist wird die Lungenkrankheit durch Viren ausgelöst und heilt ohne Behandlung wieder von selbst. Die Bronchitis tritt sehr häufig, vor allem im Winter, auf.

Lungenentzündung

Die Lungenentzündung (Pneumonie) wird in der Regel durch Bakterien ausgelöst und ist eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes. Die Lungenentzündung ist die häufigste Infektionskrankheit in Deutschland.

Asthma

Asthma bronchiale ist ein Sammelbegriff für verschiedene Arten von chronischen Entzündungen der Atemwege. Die bekanntesten Asthma-Formen sind das allergische und das intrinsische (nicht allergische) Asthma. Die chronische Lungenerkrankung tritt in Anfällen auf und kann mit Medikamenten gut behandelt werden.

COPD

Die Lungenkrankheit COPD ist eine chronisch-obstruktive Bronchitis. Der Fachbegriff ist eine englische Abkürzung für chronic obstructive pulmonary disease. Die Atemwege sind bei der Lungenerkrankung COPD dauerhaft entzündet und verengt.

Interstitielle Lungenerkrankungen

Die interstitiellen Lungenkrankheiten umfassen verschiedene Erkrankungen der Lunge und treten eher selten auf. Sie betreffen das Zwischengewebe (Interstitium) der Lunge oder die Lungenbläschen (Alveolen). Zu den interstitiellen Lungenerkrankungen zählen beispielsweise die Lungenfibrose (krankhafte Vermehrung und Vernarbung des Lungengewebes) oder die Sarkoidose (Bildung kleiner Bindegewebsknoten in der Lunge).

Tuberkulose

Die Tuberkulose ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit, bei der vor allem die Lunge betroffen ist. Bei der Mehrheit der mit Tuberkulose Infizierten macht sich die Erkrankung nicht bemerkbar.

Lungenemphysem

Ein Lungenemphysem ist eine Überblähung der Lunge, die mit zerstörten Lungenbläschen einhergeht. Das Emphysem entsteht durch entzündliche Erkrankungen in der Lunge, die das Lungengewebe schädigen.

Lungenhochdruck

Der Lungenhochdruck, auch pulmonare Hypertonie genannt, ist durch einen erhöhten Blutdruck im Lungenkreislauf gekennzeichnet.

Lungenkrebs

Lungenkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bösartige Tumore besiedeln die Lunge und werden in den meisten Fällen leider erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium entdeckt. Auch durch andere Krebsarten, wie zum Beispiel Brustkrebs, können Metastasen die Lunge befallen.

Ursachen von Lungenerkrankungen

Die Ursachen von Lungenkrankheiten sind vielfältig. Bei akuten Erkrankungen, wie zum Beispiel der Bronchitis, sind meist Viren und seltener Bakterien die Auslöser. Die Bronchitis tritt oft im Zusammenhang mit einer Erkältung oder Grippe auf. Die Viren werden in der Regel durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Eine unbehandelte chronische Bronchitis kann zu einer Lungenentzündung führen. Eine Lungenentzündung wird häufig durch Bakterien, aber auch Viren, Pilze oder Parasiten verursacht. Seltener kann das Einatmen von Staub und schädlichen Gasen eine Lungenentzündung auslösen.

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Von AndreasHeinemann at Zeppelinzentrum Karlsruhe, Germany http://www.rad-zep.de - http://www.rad-zep.de,, CC BY 2.5, Link

Die Lungenerkrankung Asthma kann einerseits durch allergische Reaktionen und andererseits durch Infektionen der Atemwege, Rauchen oder Medikamente ausgelöst werden. Für viele chronische Lungenkrankheiten wie COPD, Lungenemphysem, Lungenhochdruck oder Lungenkrebs gelten sowohl das aktive als auch das passive Rauchen als Hauptursachen. Die Auswirkungen von Tabakrauch auf die Lunge sind weitreichend. Die im Tabakrauch enthaltenen giftigen Substanzen schädigen und zerstören die Lunge nachhaltig. Es ist inzwischen belegt, dass etwa neun von zehn Lungenkrebspatienten Raucher sind. Ähnlich verhält es sich mit der Lungenkrankheit COPD.

Jede Lungenkrankheit weist eigene typische Symptome auf. Dennoch gibt es Symptome, die viele Erkrankungen der Lunge gemeinsam haben. Häufige Symptome sind Husten (mit oder ohne Auswurf), Kurzatmigkeit, Luftnot, Brustschmerzen und ein Engegefühl in der Brust. Bei einigen Lungenkrankheiten wie Tuberkulose und Lungenentzündung kann es außerdem zu unspezifischen Anzeichen wie Fieber, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Nachtschweiß kommen. Insbesondere bei Lungenkrebs treten im frühen Stadium in der Regel keine oder nur unklare Symptome auf, weshalb die Erkrankung oft erst spät erkannt wird.

Behandlung von Lungenerkrankungen

Bei der Behandlung von Lungenkrankheiten wurden große Fortschritte erzielt. Trotzdem gibt es auch heute noch Erkrankungen, die nicht heilbar sind und bei denen nur die Symptome gelindert werden können. Je nach Art der Erkrankung wird eine entsprechende Therapie veranlasst. Eine akute Bronchitis kann in den meisten Fällen erfolgreich mit Hausmitteln und hustenstillenden Medikamenten behandelt werden. Bei einer bakteriellen schweren Bronchitis können Antibiotika sinnvoll sein. Antibiotika sind der Hauptbestandteil der Therapie von bakteriellen Lungenentzündungen und Tuberkulose.

Asthma ist zwar nicht heilbar, kann jedoch mit passenden Medikamenten nahezu beschwerdefrei verlaufen. In der Regel inhalieren die Patienten Kortison, damit die chronische Entzündung der Atemwege abgeschwächt wird. Für akute Beschwerden kommen Medikamente in Frage, die in Form von Spray verabreicht werden und die innerhalb weniger Minuten die Atemwege erweitern.

Bei der Lungenerkrankung COPD und beim Lungenemphysem können die Schäden in der Lunge nicht mehr rückgängig gemacht werden. Das Fortschreiten der Erkrankung kann jedoch aufgehalten bzw. verlangsamt werden. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist der Verzicht von Tabakkonsum, insofern Raucher betroffen sind. Die medikamentöse Therapie ähnelt der Therapie von Asthma. Es werden hauptsächlich Medikamente verabreicht, die die Bronchien erweitern (Kortison) und die Atemnot lindern. In schweren Fällen helfen Langzeit-Sauerstoff-Therapien und chirurgische Eingriffe. Begleitende Therapien für sämtliche Lungenerkrankungen sind beispielsweise körperliches Training, Atem- und Physiotherapie und Gewichtsreduktion.

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