Schwindel - Medizinische Experten

Schwindel oder Vertigo ist ein körperliches Phänomen, das sich auf verschiedene Weise äußert und von mehreren Nebenleiden begleitet werden kann. Er tritt häufig abrupt auf und lässt sich zumeist nicht sofort auf ein bestimmtes Ereignis zurückführen.

Weitere Informationen zum Schwindel finden Sie weiter unten.

Übersicht

Empfohlene Spezialisten

Schwindel - Weitere Informationen

Was ist Schwindel und wie häufig tritt er auf?

Fast ein Drittel der Weltbevölkerung erleidet im Leben zumindest einmal einen schwerwiegenden Schwindelanfall. Etwa zehn Prozent der Arztpatienten geben an, unter Schwindel zu leiden. Die Ursachen dafür sind vielfältig und nicht leicht zu ermitteln.

Schwindelanfälle gehören zwar zu einem zusammenhängenden Komplex, unterscheiden sich jedoch in ihrer individuellen Ausformung oftmals gravierend. Sie können sekündlich sein, aber auch über längere Zeiträume andauern. Auch chronische Schwindelbeschwerden sind keine Seltenheit.

Was sind die Ursachen für Schwindel?

Die Ursachen von Schwindel sind vielgestaltig und nicht immer leicht ausfindig zu machen. Einerseits gibt es altersbedingte Schwindelbeschwerden. Besonders in den mittleren Lebensjahren leiden viele Kinder unter Schwindelstörungen bei Reisen via Schiff oder Auto. Nachdem der Gleichgewichtssinn sich vollständig ausgebildet hat, verschwinden diese Beschwerden in der Pubertät häufig wieder.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit, die äußeren Eindrücke schnellstmöglich im Gehirn zu verarbeiten, wieder ab. Deshalb müssen etwa 30 Prozent der Über-65-Jährigen häufige Schwindelattacken erdulden, während nur jeder Sechste der Unter-65-Jährigen schwere Attacken beklagt. Solche vestibulären Schwindelarten entstehen, wenn das Gehirn mit Informationen der Vestibularapparate (Gleichgewichtsapparate) und der Augen überladen wird und diese nicht rechtzeitig auswerten kann.

Andererseits sind unterschwellige Krankheitsbilder verantwortlich für Missempfindungen in der Wahrnehmung. Schwindel tritt beispielsweise als Nebeneffekt bei vestibulärer Epilepsie, einem Akustikusneurinom (gutartiger Tumor des achten Hirnnervs), Herzerkrankungen oder Migräne auf. Andere Ursachen finden sich in Schwankungen des Blutdrucks (sowohl zu hoch als auch zu niedrig) oder Blockaden der Halswirbelsäule. Gerade Blockaden der oberen Halswirbel bewirken eine Migräne cervicale, die sich in heftigen Kopfschmerzen und Schwindelattacken niederschlägt.

Krankheitsursachen für Schwindel:

  • Hirnerkrankungen wie Tumore
  • Beschwerden entlang der HWS
  • extremer Blutdruck und Herzerkrankungen
  • Epilepsie
  • Migräne

Eine dritte Sorte Schwindel wird durch körperliche Extremzustände erzeugt. Dazu gehören ein erhöhter Alkohol- oder Drogenkonsum, Hyperventilationen infolge einer Angststörung oder eine Schwangerschaft. Oftmals entspringt Schwindel auch psychischen Faktoren. Viele Menschen bilden sich ein, unter schweren Erkrankungen zu leiden, und erwähnen im Rahmen der Untersuchung Schwindelempfindungen. Diese werden durch die vermeintliche Gewissheit, unheilbar krank zu sein, verstärkt.

Psychosomatische und vorübergehende Ursachen für Schwindel:

  • Suchtmittel wie Alkohol, Drogen, Nikotin (vor allem bei Entzug)
  • psychische Ausnahmezustände (Panikattacken, Hypochondrie, Stress)
  • Schwangerschaft

Welche Arten von Schwindel gibt es und welche Symptome treten auf?

Betroffene können aus demselben Grund an Schwindelbeschwerden leiden und doch nicht jedes Symptom miteinander teilen.

Der Drehschwindel ist die gängigste Form des Schwindelgefühls. Er tritt zumeist nach dem Alkoholkonsum ein. Der Betroffene fühlt sich in seiner Wahrnehmung gestört und glaubt, die Welt drehe sich um ihn herum. Der Drehschwindel beeinträchtigt den Gleichgewichtssinn und führt dazu, dass Übelkeit einsetzt. Deswegen wird diese Art Schwindel häufig von Erbrechen begleitet. Drehschwindel entsteht jedoch nicht nur durch Alkoholkonsum, sondern auch morgens nach dem Aufstehen, oder nachdem der Körper schnellen Rotationen ausgesetzt war (z.B. beim Karusselfahren).

Beim Schwankschwindel haben Betroffene Probleme damit, geradeaus zu gehen. Die Symptome halten an, auch wenn der Betroffene stehenbleibt. Während Drehschwindel eher eine waagerechte Auswirkung hat, glaubt der Betroffene beim Schwankschwindel, dass ihm der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Erbrechen und Unwohlsein sind zwar auch hier möglich, aber wesentlich seltener.

Der Liftschwindel ähnelt dem Schwankschwindel. Der Betroffene fühlt sich hierbei aber nicht so, als würde ein fester Boden weggezurrt. Vielmehr glaubt er, es gäbe gar keinen Boden und er befände sich in einem unablässig auf- und abgleitenden Fahrstuhl.

Der Sekundenschwindel kann sich auf verschiedene Weise äußern. Bei dieser Art von Schwindel verschwinden die Symptome so schnell, wie sie gekommen sind. Er kann Symptome der anderen Schwindelarten kombinieren und lässt sich nicht präzise zuordnen. Charakteristisch ist das rasche Aufblitzen der Symptome.

Wie wird Schwindel behandelt?

Schwindelbetroffene sollten sich zunächst einmal an ihren Hausarzt wenden, wenn die Symptome immer wiederkehren oder nicht mehr verschwinden. Falls dieser keine Ursache für das Leiden ausmachen kann, wird der Patient, je nach Verdacht des Hausarztes, an einen Spezialisten verwiesen. Bei Verdacht auf einen psychischen oder zerebralen Hintergrund kommt der Patient in die Obhut eines Neurologen, bei Verdacht auf Schwindel durch Probleme mit der Halswirbelsäule oder anderweitigen Blockaden wird er an einen Orthopäden überwiesen. Auch Fachärzte für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde beschäftigen sich mit der Behandlung von Schwindel.

Zunächst macht sich der jeweilige Arzt ein Bild von der Patientengeschichte (Anamnese). Dieses übliche Vorgehen kann vom Patienten positiv beeinflusst werden, indem dieser schon vor der Untersuchung versucht, seine Symptome einzuordnen und zu deuten. So fällt es dem Arzt leichter, die Art des Schwindels festzustellen. Für gewöhnlich untersucht der Arzt den Puls und den Blutdruck, gegebenenfalls führt er auch ein EKG durch. Solche Routineuntersuchungen dienen dazu, naheliegende Ursachen wie Blutdruckstörungen, Herzprobleme oder Blutarmut auszuschließen.

Bei anschließenden neurologischen Tests wird das Gleichgewicht geprüft. Eine gängige Methode besteht darin, den Patienten bei geschlossenen Augen auf einem Bein stehen zu lassen. Gangtests ergänzen das Verfahren. Außerdem kann der Arzt auf eine Reihe von Hörtests zurückgreifen. Da der Gleichgewichtssinn einen ähnlichen neuralen Weg zum Gehirn hat wie der Hörsinn, können hierbei ebenfalls Probleme mit dem Gleichgewicht festgestellt werden. In manchen Fällen werden auch die Hirnströme gemessen.

Es gibt keine pauschale Behandlungsmethode von Schwindelproblemen. Je nach Diagnose wird der Patient individuell betreut. Starke Schwindelanfälle werden akut mit Antivertiginosa (Arzneimittel gegen Schwindel) behandelt.

Bei Durchblutungsstörungen oder einem hohen Blutdruck kommen regulierende Medikamente zum Einsatz. Auch Sport kann helfen. Vor allem bei Problemen mit der Halswirbelsäule wird eine physiotherapeutische Behandlung in Betracht gezogen. Durch eine Lockerung und Stärkung der Wirbelsäule stabilisiert sich auch das Zentrale Nervensystem. Die Nerven werden aus einer Verspannung gelöst und sorgen so nicht mehr für eine gestörte Wahrnehmung.

Bei Störungen des Gleichgewichtssystems werden gezielte Übungen verordnet, die die Koordination verbessern und die Balance fördern. Begleitende Gleichgewichtsübungen trainieren nicht nur die Gleichgewichtsorgane, sie sorgen außerdem dafür, dass das Gehirn besser mit Vertigozuständen umgehen kann.

Darüber hinaus ist der Patient oftmals auch selbst in der Pflicht. Vielfach haben ein erhöhtes Konsumverhalten (Alkohol, Nikotin, Drogen) oder eine schlechte Ernährung negative Auswirkungen auf die Gehirnleistung. Eine gesunde Lebensweise begünstigt nicht nur die Resistenz gegenüber Krankheiten, sie beugt außerdem Schwindelanfällen vor.

Standorte der Spezialisten

Klinikstandorte
Flughäfen