Schiefe Nasenscheidewand - Medizinische Experten

Bei der schiefen Nasenscheidewand – auch Septumdeviation genannt – handelt es sich um eine Abweichung von Teilen oder der gesamten Nasenscheidewand aus der Mittelstellung heraus. Das Hauptsymptom der schiefen Nasenscheidewand ist das Gefühl der verstopften Nase durch eine behinderte Nasenatmung. Doch auch Nasennebenhöhlenentzündungen und ein Austrocknen der Nasenschleimhaut mit vermehrtem Nasenbluten können die Folge einer schiefen Nasenscheidewand sein. Behandelt wird eine Septumdeviation mit der sogenannten plastischen Septumkorrektur bzw. Septumplastik, bei der die Nasenscheidewand operativ begradigt wird.

Weitere Informationen zur Septumdeviation finden Sie im Text weiter unten.

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Schiefe Nasenscheidewand - Weitere Informationen

Definition: Schiefe Nasenscheidewand

Die schiefe Nasenscheidewand wird als Septumdeviation bezeichnet. Damit ist eine Abweichung der gesamten Nasenscheidewand bzw. Teilen davon, z.B. ein sog. Septumsporn, aus der Mittelstellung heraus gemeint. Eine solche schiefe Nasenscheidewand kann angeboren oder durch ein Trauma der Nase verursacht sein.

Häufigkeit der schiefen Nasenscheidewand

Die schiefe Nasenscheidewand ist eine häufige Fehlbildung des menschlichen Gesichtes. Auf die Nase bezogen ist die schiefe Nasenscheidewand sogar die am weitesten verbreitete anatomische Variante. Untersuchungen haben gezeigt, dass man bei 60 bis 80 Prozent aller Menschen bei der klinischen Untersuchung der Nase eine Verbiegung der Scheidewand feststellen kann.

Allerdings fühlen sich nur 25 bis 50 Prozent der Menschen durch ihre schiefe Nasenscheidewand beeinträchtigt. Hierin besteht die Schwierigkeit bei der Interpretation der Diagnose „schiefe Nasenscheidewand“. Daher ist eine kritische und sorgfältige Auswahl der Patienten unbedingt notwendig, damit beim Patienten und auch Operateur identische Vorstellungen für die Operation vorliegen.

Symptome der Septumdeviation

Eine schiefe Nasenscheidewand führt in erster Linie zum Leitsymptom der verstopften Nase durch die behinderte Passage der Atemluft. Dabei führt nicht nur die Verengung der Nase, sondern auch die damit einhergehende Verwirbelung des Luftstroms in der Nase zu den beklagten Beschwerden. Daher klagen auch manche Patienten mit einer „leeren Nase“, z.B. als Folgeerscheinung einer exzessiven endonasalen Resektion des Septums und/oder der Nasenmuscheln, auch über das Gefühl der verstopften Nase. Eine dauerhaft behinderte Nasenatmung kann aufgrund der Strömungsbeschleunigung der Luft (Venturi-Effekt) auch zum Austrocknen der Nasenschleimhaut mit vermehrtem Nasenbluten führen.

Wird die Belüftung der Nasennebenhöhlen durch die Septumdeviation beeinträchtigt, können wiederholte Nasennebenhöhlenentzündungen die Folge sein. Selten können Kopfschmerzen Folge einer schiefen Nasenscheidewand sein, vor allem, wenn die Verbiegung Kontakt zur mittleren Nasenmuschel oder lateralen Nasenwand hat. Dagegen ist wässriges Nasenlaufen kein typisches Symptom. Engt die schiefe Nasenscheidewand den Zugang zur Riechspalte in der Nase ein, so kann dies ein Grund für eine Beeinträchtigung des Riechvermögens sein.

Diagnose der schiefen Nasenscheidewand

Die sorgfältige klinische Untersuchung der Nase ist eine unabdingbare Voraussetzung und der wichtigste Baustein für das weitere Vorgehen bei einer Septumdeviation. Dabei ist die Verwendung optischer Hilfsmittel, d.h. die Verwendung eines Mikroskops oder Endoskops, beim Blick in die Nase äußerst hilfreich und kann dabei helfen, Befunde aufzudecken, die dem bloßen Auge verborgen bleiben. Gleichzeitig können und müssen Veränderungen des Nasenrachenraumes ausgeschlossen werden.

Die funktionelle Diagnostik der Nasenatmung, die Rhinomanometrie, sollte ebenfalls nicht fehlen. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten, den die Nase passierenden Luftstrom zu messen und zu quantifizieren. Allerdings sind die dabei gewonnenen Messwerte nicht als absolute Indikatoren zu betrachten, sondern immer nur als ein Baustein im gesamten Diagnosekomplex. Der Grund liegt darin, dass die gemessenen Werte oftmals nicht mit den subjektiven Beschwerden korrelieren, so dass ein krankhafter Wert nicht zwangsläufig eine therapiebedürftige Nasenatmungsbehinderung anzeigt.

Im Verlauf der Diagnostik sollten andere Ursachen einer behinderten Nasenatmung, z.B. Allergien, übermäßiger Gebrauch abschwellender Nasentropfen, chronische Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) mit oder ohne Polypen etc. eruiert und ausgeschlossen werden. Zur Vervollständigung der Diagnostik der schiefen Nasenscheidewand gehört auch die Anfertigung eines Röntgenbildes der Nase und der Nasennebenhöhlen, um eine Begleiterkrankung der Nasennebenhöhlen zu erkennen bzw. auszuschließen.

Therapie der schiefen Nasenscheidewand

Die Therapie einer durch eine Septumdeviation verursachten behinderten Nasenatmung besteht in der operativen Begradigung der Nasenscheidewand, der sog. plastischen Septumkorrektur oder Septumplastik. In der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde ist die Septumplastik eine der am häufigsten durchgeführten Operationen. Dabei werden die verbogenen oder verschobenen Anteile der Scheidewand in der Nase begradigt und überschießendes Gewebe entfernt.

Schiefe Nasenscheidewand

In den Anfängen der Nasenchirurgie wurden zu diesem Zweck große Teile der Scheidewand entfernt. Diese zerstörende Operationstechnik wird heute nicht mehr angewandt. Die moderne Operationstechnik beschränkt die Entfernung von Teilen der Nasenscheidewand auf das unbedingt Notwendige. Zudem wird entnommenes Gewebe nach Begradigung zum Wiederaufbau wieder in die Nase eingesetzt. Damit sind die früher typischen Komplikationen der Operation, vor allem das sog. „leere Flatter - Septum“ mit endonasal atemabhängiger Verschiebung dementsprechender Nasenatmungsbehinderung, größtmöglich minimiert worden.

Mögliche Risiken der operativen Begradigung der schiefen Nasenscheidewand

Nichtsdestotrotz birgt auch die plastische Septumkorrektur Risiken, die insgesamt selten, aber nicht gänzlich zu vermeiden sind. So kann es postoperativ beispielsweise zu einem Defekt in der Nasenscheidewand und zu einem unbefriedigenden funktionellen Ergebnis kommen. Sehr selten kann es postoperativ zu einem Abbaus des Nasenknorpels auf, der zu einer Veränderung der äußeren Nasenform führen kann. Der Großteil, d.h. ca. 80 Prozent, der operierten Patienten profitieren allerdings von der Operation und berichten über eine dauerhafte und deutliche Linderung ihrer Beschwerden.

Nachbehandlung nach der operativen Begradigung der Septumdeviation

Nach einer Operation ist erfahrungsgemäß mit einer Rekonvaleszenz von rund 14 Tagen zu rechnen. Für den Fall, dass die Nase am Ende der Operation mit Tamponaden versorgt wird, erfolgt deren Entfernung in der Regel am 2. postoperativen Tag. Hier sei beruhigend erwähnt, dass die Entfernung der Nasentamponaden gut toleriert wird und heutzutage nichts mehr mit den schmerzvollen Ereignissen der Vergangenheit gemein hat. Zudem ist es möglich, die Tamponade mit Atemhilfsröhrchen zu versehen, die bei liegender Tamponade eine Atmung durch die Nase ermöglichen.

Gelegentlich werden postoperativ keine Tamponaden eingelegt. Diese Vorgehensweise birgt allerdings die Gefahr häufigerer Nachblutungen. Daher wird die postoperative Tamponade wegen der Nachblutungsgefahr sowie zur inneren Schienung des Nasenskeletts empfohlen. Nach der Operation ist eine sorgfältige Nasenpflege mit Nasenspülungen und Nasensalbe zu empfehlen. Mit der vollständigen Abheilung der Nase und Einstellung des Operationsergebnisses kann nach rund 4 Wochen gerechnet werden.

Sport nach der operativen Begradigung der schiefen Nasenscheidewand

Für die Dauer von 14 Tagen postoperativ sollte auf eine sportliche Betätigung verzichtet werden. Auch ist die Ausübung von Kontaktsportarten mit dem Risiko einer Verletzung der frisch operierten Nase für 4 bis 6 Wochen nicht zu empfehlen.

Autor: Dr. med. Antoniu Gostian

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