Schädel-Hirn-Trauma - Medizinische Experten

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Schädel-Hirn-Trauma - Weitere Informationen

Das Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist eine Verletzung des Schädels unter Beteiligung des Gehirns. Es entsteht dann, wenn der Schädel äußerer Gewalt ausgesetzt ist. So können Gehirn und Schädel beispielsweise durch Unfälle oder Stürze geschädigt werden. Grundsätzlich kann zwischen einer direkten und einer indirekten Schädigung unterschieden werden. Bei einer direkten Schädigung erleidet das Hirn einen unmittelbaren Schaden durch eine äußere Gewalteinwirkung. Wird dabei zudem die Hirnhaut verletzt, liegt ein offenes Schädel-Hirn-Trauma vor. Zu den indirekten Schädigungen zählen hingegen Wasseransammlungen im Gehirn oder Blutungen, die infolge der Gewalteinwirkung entstehen.

Wie entsteht ein Schädel-Hirn-Trauma?

Das Schädel-Hirn-Trauma ist meistens Folge eines Unfalls oder eines Sturzes. Bei jungen Menschen basiert das Trauma vor allem auf Autounfällen, bei denen der Kopf mit voller Wucht gegen das Lenkrad oder die Windschutzscheibe schlägt. Ein großes Risiko stellt auch das Fahrradfahren ohne Helm dar. So trugen Statistiken zufolge 95 Prozent aller tödlich verunglückten Fahrradfahrer keinen Helm. Die Hälfte von ihnen verstarb durch ein Schädel-Hirn-Trauma.

Auch verschiedene Sportarten bergen das Risiko einer Schädel- und Hirnverletzung: Zu den Risikosportarten gehört neben Eishockey auch American Football. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben sogar einen Zusammenhang zwischen den harten Kopfstößen, die bei diesen Sportarten häufiger vorkommen, und traumabedingten Krankheiten wie Alzheimer, Demenz oder Depressionen 20 Prozent aller Schädel-Hirn-Traumata entstehen durch Stürze in der Freizeit, im Haushalt oder im Beruf.

Ebenso kann ein Schädel-Hirn-Trauma durch Gewaltverbrechen ausgelöst werden, bei denen es zu Schlägen oder Tritten gegen den Kopf kommt. Epileptische Anfälle oder Ohnmachtsanfälle durch Herzrhythmusstörungen sowie durch Alkohol- und Drogenmissbrauch gehören ebenfalls zu den möglichen Ursachen.

Trauma subdural arrows
CT-Scan eines subduralen Hämatoms im Gehirn (durch Pfeile markiert)

Welche Symptome treten bei einem Schädel-Hirn-Trauma auf?

Die Symptome hängen von der Ausprägung des Traumas ab. Entsprechend der Glasgow-Koma-Skala (CGS) unterteilt man das SHT in eine leichte, eine mittelschwere und eine schwere Form. Auch die Einteilung in die drei Schweregrade Gehirnerschütterung, Gehirnprellung und Gehirnquetschung ist immer noch gebräuchlich. Das Schädel-Hirn-Trauma vom Grad I entspricht einer Gehirnerschütterung (Commotio cerebri). Die Hirnverletzung ist hier leicht und gedeckt sowie von vorübergehender Dauer. Die Patienten verlieren unmittelbar nach dem Unfall oder dem Sturz für einige Sekunden bis maximal zehn Minuten das Bewusstsein. Weitere typische Symptome sind:
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • eine Gedächtnislücke, die das Unfallereignis selbst und einen gewissen Zeitraum kurz vor dem Unfallgeschehen umfasst (retrograde Amnesie)

Im Anschluss an das SHT vom Grad I kann sich ein sogenanntes postkommotionelles Syndrom entwickeln. Dabei können Beschwerden wie Übelkeit, Apathie, Kopfschmerzen oder Schwindel über einen Zeitraum von mehreren Wochen fortbestehen. Die Contusio cerebri, auch Gehirnprellung genannt, entspricht dem Schädel-Hirn-Trauma vom Grad II. Die Beschwerden ähneln denen des ersten Grades, allerdings hält die Bewusstlosigkeit meist länger als zehn Minuten an. Auch die Gedächtnislücken sind umfassender und betreffen häufig einen Zeitraum von mehr als einem Tag. Ebenso können die Patienten unter neurologischen Symptomen wie Lähmungen oder Problemen beim Sprechen leiden. Der Grad III, die Compressio cerebri oder Gehirnquetschung, ist die schwerste Form des Schädel-Hirn-Traumas. Die Patienten sind länger als eine Stunde bewusstlos und das Gehirn weist schwere Verletzungen auf.

Ein Hirnödem oder eine Blutung im Gehirn kann zu einer lebensgefährlichen Druckerhöhung im Schädel führen. Bei einem offenen Schädel-Hirn-Trauma besteht ferner direkter Kontakt zur Außenwelt und damit ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Wie wird das Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert?

Sofern der Patient ansprechbar ist, erfragt der Arzt vom Patienten den Unfallhergang, mögliche Symptome und den Symptomverlauf. Ist der Patient bewusstlos, können möglicherweise Zeugen und/oder Angehörige helfen. Anhand klinisch-neurologischer Untersuchungen überprüft er zudem die Bewusstseinslage einschließlich der Sprache sowie die Funktionsfähigkeit der Hirnnerven. Auch die Bewegungsfähigkeit und die Sensibilität können so getestet werden.

Anschließend erfolgt eine Einschätzung des Traumas entsprechend der Glasgow-Koma-Skala. Je nach Schweregrad kann eine Computertomographie zur weiteren Diagnosestellung erforderlich sein. Mithilfe dieses Verfahrens lassen sich Gewebeschäden, Erhöhungen des Hirndrucks sowie Blutungsherde im Gehirn feststellen. Aufgrund der geringeren Strahlenbelastung kann statt der Computertomographie bei Kindern unter Umständen auch eine Magnetresonanztomographie durchgeführt werden. Ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma lässt sich ferner durch eine einfache Blutanalyse ausschließen. So kommt es nach einem SHT innerhalb kurzer Zeit zu einem Anstieg des S-100-Proteins, einem Marker für eine Hirnschädigung.

Wie wird das Schädel-Hirn-Trauma therapiert?

Die Therapie unterscheidet sich je nach Schweregrad des Traumas. Ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma erfordert nicht in jedem Fall einen Krankenhausaufenthalt. Gegen die möglichen Kopfschmerzen kann der Arzt Schmerzmittel verordnen. Auch Physiotherapie sowie Kälte- und Wärmeanwendungen können die Beschwerden lindern. Bei einem mittelschweren oder schweren Trauma beginnt die notärztliche Behandlung hingegen schon am Unfallort. Blutdruck und Atmung der Patienten müssen unter allen Umständen stabil gehalten werden.

Schwere Fälle bedürfen einer künstlichen Beatmung, da Sauerstoffmangel zu den häufigsten Ursachen bleibender Hirnschäden zählt. Wenn durch das Trauma raumfordernde Blutungen entstanden sind, kommen zur Behandlung auch chirurgische Maßnahmen in Betracht. Ebenso kann eine Operation zur Entlastung bei einem massiven Anstieg des Hirndrucks nötig sein. Da im Rahmen des Schädel-Hirn-Traumas Komplikationen wie Blutungen oder komatöse Zustände auftreten können, müssen die Betroffenen im Krankenhaus für einen längeren Zeitraum überwacht werden.

Wie ist die Prognose des Schädel-Hirn-Traumas?

Leichte Schädel-Hirn-Traumata heilen in der Regel folgenlos ab. Bei einem schweren Trauma versterben hingegen bis zu 40 Prozent der Patienten. Zwischen zwei und 14 Prozent verbleiben zudem im Koma, 10 bis 30 Prozent behalten Behinderungen oder Einschränkungen zurück. Dabei gilt: Je früher das Trauma behandelt wird, desto besser ist die Prognose.

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