Narkolepsie - Medizinische Experten

Narkolepsie ist eine schwerwiegende Schlafstörung, die der Gruppe der Schlaf-Wach-Störungen angehört. Charakteristisch ist ein spontanes Einschlafen, das Betroffene auch in Alltagssituationen ereilen kann. Je nach Situation können schwerwiegende Folgen (z.B. Unfälle) aus dem spontanen Einschlafen resultieren. Aus diesem Grund ist die Narkolepsie ein gefährliches Krankheitsbild.

Weitere Informationen zur Narkolepsie finden Sie im Text weiter unten.

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Narkolepsie - Weitere Informationen

Narkolepsie bricht gehäuft bei Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren aus, kann jedoch auch zu jedem anderen Zeitpunkt im Leben erstmalig auftreten. Obwohl die Krankheit keine Auswirkungen auf die Lebenserwartung hat, ist sie mit einer großen Verminderung der Lebensqualität verbunden.

Symptomatik der Narkolepsie

Die Narkolepsie äußert sich durch eine massiv erhöhte Tagesschläfrigkeit, im Fachjargon Hypersomnie genannt. Betroffene fühlen sich, als hätten sie nicht genügend oder nicht gut geschlafen, und sind oftmals abgeschlagen und müde. Die Schläfrigkeit ist nicht die ganze Zeit über latent vorhanden, sondern kommt schubweise und überwältigend. Sie kann binnen Sekunden dafür sorgen, dass Betroffene einem Schlafzwang unterliegen und unter Umständen einschlafen. Das direkte Schlafpensum der vorigen Nacht hat keinen Einfluss auf das Auftreten dieser Schübe.

Müdigkeit, Narkolepsie

Ein weiteres bekanntes Symptom ist die Kataplexie. Hierbei geben die Haltemuskeln nach, sodass der Betroffene eine bestimmte Körperregion wie den Kopf oder die Beine nicht mehr kontrollieren kann und einknickt. Wo die Kataplexie auftritt, ist abhängig vom Einzelfall. Betroffene sind während einer Kataplexie bei Bewusstsein.

Oftmals klagen Betroffene auch darüber, dass ihr Schlafrhythmus in der Nacht gestört ist. Mehrmaliges Aufwachen und lange Wachzeiten in der Nacht sind charakteristisch für Narkolepsie.

Weitere Symptome:

  • Schlafbezogene Halluzinationen (Halluzinationen beim Einschlafen oder Aufwachen, beispielsweise von unklaren Gestalten am Bettrand oder im Zimmer)
  • Automatisierte Handlungen (Betroffene führen Handlungen aus, ohne diese bewusst zu steuern oder zu erleben; zumeist in Verbindung mit einer akuten Schläfrigkeit)
  • Lähmungen vor oder nach dem Schlaf (Betroffene sind in Momenten vor oder nach dem Schlaf nicht in der Lage, Bewegungen auszuführen)

Die aufgeführten Symptome können eine Narkolepsie begleiten, treten jedoch in den meisten Fällen nicht vollständig und gemeinsam auf.

Diagnose der Narkolepsie

Da die Lebensqualität unter der Narkolepsie leidet, entwickeln viele Patienten psychische Probleme. Ärzte dürfen diese nicht mit dem zugrundeliegenden Krankheitsbild verwechseln. Daher müssen Patienten und Ärzte darauf achten, bei der Untersuchung und Beschreibung des Krankheitsbildes größtmögliche Sorgfalt walten zu lassen.

Patienten müssen ihren Arzt zunächst einmal über ihre Krankengeschichte informieren und ihre Symptome präzise angeben. Die häufigsten Symptome der Narkolepsie sind so spezifisch, dass selbst Hausärzte bei der Schilderung auf die Narkolepsie als mögliche Ursache stoßen sollten. Um den Verdacht zu erhärten, ist meistens eine Überweisung an den Spezialisten angeraten. Der Somnologe (frei übersetzt: Schlafarzt) verfügt über eine Reihe von Tests, um das Krankheitsbild des Patienten zu diagnostizieren.

Ein erster Test findet sich im sogenannten ESS (Epworth Sleepiness Scale), in dem Patienten ihre individuelle Tagesschläfrigkeit einordnen. Um Differentialdiagnosen für die Symptome auszuschließen, führen Mediziner häufig neurologische, hämatologische, psychiatrische oder internistische Routineuntersuchungen durch. Für eine zweifelsfreie Diagnose kann eine Überwachung im Schlaflabor erfolgen. Zumeist ist das Krankheitsbild jedoch schon vorher eindeutig feststellbar.

Ursachen der Narkolepsie

Die Ursachen von Narkolepsie sind noch weitgehend unklar. Mediziner gehen davon aus, dass das Krankheitsbild aufgrund von physiologischen bzw. genetischen Besonderheiten im Zusammenspiel mit äußeren Umweltfaktoren entsteht. Einige Experten legen nahe, dass es sich bei der Narkolepsie um eine Autoimmunerkrankung handelt. So lässt sich bei Narkolepsiepatienten ein verminderter Hypocretin-Wert im Liquor (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) feststellen.

Die Narkolepsie ist eine Störung der neurologischen Funktionen. Das Gehirn ist nicht in der Lage, Funktionen wie Schlaf, Wachsein oder Konzentration reibungslos und normal zu steuern. Diese grundlegende Verwirrung führt zu der besonderen Symptomatik bei Narkolepsie.

Wie kann Narkolepsie behandelt werden?

Die Narkolepsie ist eine Erkrankung, die Mediziner nicht heilen können. Eine Behandlung jedoch hilft dabei, die Symptome einzuschränken und die Lebensqualität signifikant zu erhöhen. Patienten mit Narkolepsie haben einen hohen seelischen Leidensdruck, da sie sich von ihrer Umwelt missverstanden fühlen und in ständiger Angst vor einem Ausbruch leben.

Medikamentöse Therapien setzen darauf, den Schlafrhythmus zu normalisieren und die Tagesschläfrigkeit der Betroffenen zu lindern. Mittels Medikamenten ist es möglich, die Wachphasen, Schlaflähmungen und Halluzinationen in der Nacht zu minimieren. Die Patienten können oftmals durchschlafen und fühlen sich mit der Zeit fitter und ausgeruhter.

Eine nicht-medikamentöse Therapie ist vor allem mit einer Änderung der Lebensweise verknüpft. Hierzu gehören das Treiben von Sport gegen die ständige Angst, das Antrainieren eines inneren Gespürs für sich anbahnende Kriseperioden und eine Förderung eines gesunden Schlafs (z.B. durch das Einlegen von Nickerchen etc.).

Wieder gestärkt in Alltag und Privatleben

Patienten, die an Narkolepsie leiden, fühlen sich in ihrer Lebensführung stark eingeschränkt. Die Krankheit hat keine physiologische Auswirkung auf die Lebenserwartung. Via verschiedener Therapietechniken ist es möglich, die Symptomatik der Krankheit beträchtlich einzudämmen. Narkoleptiker sind nicht alleine. Mit der richtigen Therapie steigern Mediziner die Lebensqualität der Betroffenen immens.

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