FEMTO-Lasik - Medizinische Experten

FEMTO-LASIK ist eine der wichtigsten Methoden der refraktiven Chirurgie. Ziel des Eingriffs ist die Neumodellierung der Hornhaut des Auges im Sinne einer Korrektur bestehender Fehlsichtigkeiten. Im Gegensatz zum reinen LASIK-Verfahren, bei dem ein mechanischer Schnitt in die Hornhaut vorgenommen wird, erfolgt der FEMTO-LASIK-Eingriff ausschließlich mit Laser: Zum Einsatz kommen der Femtosekundenlaser und der Excimerlaser. FEMTO-LASIK kann bei Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus angewendet werden.

Übersicht

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FEMTO-Lasik - Weitere Informationen

Die Abkürzung LASIK ist eine Bildung aus den Anfangsbuchstaben von Laser-Assisted in situ Keratomileusis. Das bedeutet so viel wie „Formen der Hornhaut an Ort und Stelle mithilfe von Laser“. FEMTO steht für den Femtosekundenlaser (siehe weiter unten).

Ziel der FEMTO-LASIK: scharfe Sicht ohne Brille

Zweck der Operation ist wie bei allen refraktärchirurgischen Verfahren, fehlsichtigen Patienten gutes Sehen möglichst ohne Brille oder Kontaktlinsen zu ermöglichen. LASIK ändert durch präzise dosierten Gewebeabtrag die Hornhautwölbung und damit die Brechkraft des Auges, die bei Kurzsichtigkeit/Weitsichtigkeit im Verhältnis zur Länge des Augapfels zu hoch/zu niedrig ist. Gewebeabtrag in der Hornhautmitte flacht die Hornhaut ab, reduziert ihre Brechkraft und so eine bestehende Kurzsichtigkeit. Gewebeabtrag zum Rand der Hornhaut hin vergrößert Wölbung und Brechkraft und wirkt einer Weitsichtigkeit entgegen. Bei Astigmatismus kann LASIK die unregelmäßige Wölbung der Hornhaut normalisieren.

FEMTO-LASIK im Vergleich mit PRK

Das LASIK-Verfahren wurde 1989 von dem griechischen Augenarzt Dr. Ioannis Pallikaris als Alternative zur photorefraktiven Keratektomie (PRK) entwickelt. FEMTO-LASIK gibt es seit 2001. Bei der PRK wird nach Entfernung des hauchdünnen Hornhautepithels mit dem Laser direkt auf der Oberfläche der Hornhaut gearbeitet. Nach der Operation ist die Hornhaut quasi eine offene Wunde, bis das Hornhautepithel nachgewachsen ist. Während einiger Tage empfinden PRK-Patienten durch die exponierten Nervenenden in der Hornhaut recht starke Schmerzen. Aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr müssen Verbandskontaktlinsen getragen werden. Mit dem LASIK-Verfahren gelang es, diese Probleme erfolgreich zu vermeiden. Hier wird zu Beginn der Prozedur nicht nur das Hornhautepithel entfernt, sondern eine Art etwas dickerer „Deckel“, der sogenannte Flap (englisch: Klappe), aus den oberen Hornhautschichten samt Epithel geschnitten. Der etwa einen Zehntelmillimeter dicke Flap wird nach abgeschlossener Laserbehandlung wieder aufgesetzt. Auf diese Weise ist die Hornhaut nach dem Lasern wie durch einen natürlichen Wundverband geschützt. Es treten kaum Schmerzen auf und ein Augenverband ist – außer beim Schlafen – gewöhnlich bereits am Tag nach dem Eingriff nicht mehr nötig. Ein weiteres Plus der Methode: Der Erfolg stellt sich deutlich schneller ein. Die meisten Patienten können nicht nur kurz nach der Operation wieder problemlos sehen, sondern bemerken auch die Verbesserung ihrer Sehschärfe sofort. So können ohne Weiteres beide Augen gleichzeitig behandelt werden. Diese Vorteile haben dazu geführt, dass sich LASIK schnell durchsetzte. Laut EUREQUO-Daten (Datenbank, die zwischen 2004 und 2014 Informationen zu mehr als 27000 refraktärchirurgischen Eingriffen sammelte) erreichte LASIK 2007 mit einem Anteil von 85 Prozent unter allen Brille-Weg-Operationen den Höhepunkt seiner Popularität in Europa. Ab dann sanken allerdings sowohl Absolutwerte als auch relativer Anteil wieder auf 40 Prozent in 2014 – zugunsten einer Renaissance der Photorefraktiven Keratektomie.

Nachteile und Risiken von LASIK und FEMTO-LASIK

LASIK und FEMTO-LASIK haben gegenüber der PRK durchaus auch Nachteile. Die Heilung nach der PRK mag langsam sein, aber dafür ist sie irgendwann tatsächlich abgeschlossen. Die Schwachstelle von LASIK sind die Flap-Komplikationen. Da sich das innere Hornhautgewebe nicht wirklich regenerieren kann (sonst würde das Augenlasern gar nicht funktionieren), bleibt auch die Stelle, an der die Hornhaut durchtrennt wurde, langfristig stets ein wenig instabil. Durch den Schnitt können Keime ins Innere der Hornhaut dringen oder Hornhautepithel kann in die unteren Hornhautschichten einwachsen und das glasklare Gewebe trüben. Außerdem gibt es immer wieder Fälle, in denen sich der LASIK-Flap noch Jahre nach der Operation plötzlich wieder löst. Ferner birgt die Durchtrennung der Hornhautnerven beim Schneiden des Flaps ein gewisses Schadenspotenzial: Der Hornhaut fehlt oft längere Zeit, in einigen Fällen sogar permanent, die Sensibilität, die sie braucht, um ihren eigenen Befeuchtungszustand zu messen. Auf diese Weise wird der Signalweg, der bei Trockenwerden der Hornhaut die Tränendrüse des Auges zur Produktion von Tränenflüssigkeit anregt, unterbrochen. Das Ergebnis sind trockene Augen, ein Leiden, das sich bei vielen Betroffenen durch Augentropfen in Schach halten lässt, in seltenen Fällen aber auch zu einer schweren Krankheit werden kann, die das Sehvermögen bedroht und chronische Schmerzen verursacht.

Vor der Behandlung

Vor der FEMTO-LASIK-Behandlung werden der Brechfehler des Auges sowie Hornhautdicke und Hornhautprofil vermessen. Ein Computerprogramm berechnet für jeden Punkt der Hornhautoberfläche den nötigen Gewebeabtrag zur Herstellung der gewünschten Wölbung. Diese Daten steuern während der Operation die Bewegung und Aktivität des computerkontrollierten Lasergeräts. Unmittelbar vor dem kurzen Eingriff wird das Auge betäubt und ein Lidsperrer angesetzt, der die Augenlider geöffnet hält.

Ablauf der FEMTO-LASIK-Behandlung

Der Eingriff erfolgt komplett computergesteuert. Der Operateur kontrolliert den Fortgang der Prozedur über ein Operationsmikroskop, dessen Bild auf einen Monitor übertragen wird. Im ersten Schritt der Operation wird der Flap geschnitten. Im Unterschied zu LASIK, wo dies mithilfe eines mechanischen Präzisionsgeräts geschieht, kommt bei FEMTO-LASIK auch für diesen Schritt ein Laser zum Einsatz. Der Femtosekundenlaser ist ein Infrarotlaser, der die Hornhaut mit extrem kurzen Energiepulsen so perforiert, dass sich die oberste Schicht wie ein Deckel zur Seite klappen lässt. Der Rest der Prozedur läuft ab wie bei einer PRK: Das freigelegte Hornhautinnere wird mit den UV-Lichtpulsen eines Excimer-Lasers an tausenden dicht benachbarten Punkten präzise neu modelliert. Eine Eyetracking-Rückkopplung sorgt dafür, dass sich der Laser bei Augenbewegungen mitbewegt. Nach kaum einer Minute ist dieser zentrale Schritt der Operation beendet, die Hornhaut wird gespült, getrocknet und mit dem Flap bedeckt. Meist wird die Augenhöhle direkt nach der Operation mit einem durchsichtigen Verband geschützt. Von Anfang bis Ende dauert die FEMTO-LASIK-Behandlung pro Auge etwa eine Viertelstunde. Schon am nächsten Tag haben die Patienten gewöhnlich gute Sicht und einen ersten Eindruck von ihrem verbesserten Sehvermögen.

Was ist nach der FEMTO-LASIK-Behandlung zu erwarten? Welche Nebenwirkungen können auftreten?

In der Woche nach dem Eingriff können leichte bis moderate Schmerzen, brennende und tränende Augen, Fremdkörpergefühl, verschwommenes Sehen und Lichtempfindlichkeit auftreten. Trockene Augen und Probleme mit der Nachtsicht (Blendempfindlichkeit, Halos um Lichtquellen), die mit Narbenbildung an den Flap-Rändern zusammenhängen, sind im ersten und zweiten Monat nach der Operation normal, halten allerdings manchmal auch länger an. Das optische Ergebnis stabilisiert sich in den Wochen nach dem Eingriff. In dieser Zeit sind noch Fluktuationen der Sehschärfe zu erwarten. Letztlich haben etwa 95 Prozent der LASIK-Patienten nach dem Eingriff eine wesentlich bessere Sehschärfe als zuvor. Etwa 15 Prozent erreichen allerdings keine völlige Brillenfreiheit und benötigen zumindest für anspruchsvolle Sehaufgaben noch immer eine Sehhilfe. Flap-Komplikationen (siehe oben) sind bei etwa 0,4 Prozent der Patienten zu erwarten. Die dramatischste Komplikation von Augenlaser-Operationen ist die Hornhautektasie, eine Destabilisierung des Hornhautgewebes, die eine zunehmende Verformung der Hornhautoberfläche und eine parallel dazu fortschreitende Verschlechterung der Sehschärfe mit sich bringt. Hornhautektasie tritt bei 0,04 bis 0,6 Prozent der Augenlaser-Patienten auf – manchmal erst Jahre nach dem Eingriff.

Für wen ist FEMTO-LASIK geeignet?

FEMTO-LASIK ist in der Regel für Fehlsichtige mit
  • Myopie (Kurzsichtigkeit) bis ca. -9 Dioptrien
  • Hyperopie (Weitsichtigkeit) bis ca. +4 Dioptrien
  • Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) bis +/- 3 Dioptrien
geeignet. Weitere Voraussetzungen sind
  • Stabile (nicht fortschreitende) Fehlsichtigkeit
  • Hornhautdicke nicht unter 480 Mikrometer
  • Keine systemischen Erkrankungen wie Rheuma oder Diabetes
  • Keine entzündlichen oder degenerativen Hornhauterkrankungen, insbesondere kein „schlafender“ Keratokonus (fortschreitende Ausdünnung und Vorwölbung der Hornhaut)
Grundsätzlich ist FEMTO-LASIK für geeignete Patienten eine bewährte, gut erforschte und relativ sichere Methode zur dauerhaften Korrektur leichter bis moderater Fehlsichtigkeiten.

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