Allergische Rhinitis - Medizinische Experten

Die allergische Rhinitis ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut, die entweder durch Blütenstaub (Pollen) oder durch den Kot von Hausstaubmilben hervorgerufen wird. Die Erkrankung ist auch unter den Begriffen allergischer Schnupfen, Heuschnupfen und Hausstaubmilbenallergie bekannt.

Welche Symptome und Begleiterscheinungen auftreten und wie die Erkrankung behandelt werden kann, erklärt der Text weiter unten.

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Allergische Rhinitis - Weitere Informationen

Eine allergische Rhinits kommt meistens nicht alleine. Oftmals wird sie von weiteren Erkrankungen der Atemwege begleitet, z.B. Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder Asthma. Darüber hinaus können die allergenen Substanzen in die Augen gelangen und eine Bindehautentzündung auslösen.

Symptome der allergischen Rhinitis

Die charakteristischen Anzeichen für eine allergische Rhinitis sind:
  • Naselaufen
  • Behinderung der Nasenatmung
  • Kribbelnde und juckende Nase
  • verstopfte Nase
  • trockene Nasenschleimhaut
  • Fließschnupfen
  • häufiges Niesen
  • gerötete und tränende Augen
  • geschwollene Augenlider
  • Jucken der Haut
  • Brennen im Hals und Halsschmerzen
  • Beeinträchtigung des Geruchs- und Geschmackssinns
  • Störungen des Nachtschlafes und Müdigkeit am Tag
  • grippeähnliche Krankheitsgefühle wie Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen

Die Symptome des Heuschnupfens treten in Abhängigkeit von der Jahreszeit auf, hauptsächlich im Frühling, wenn die Blütenpollen zu fliegen beginnen. Ausnahmen können aber in den Wintermonaten Dezember und Januar gegeben sein, wenn die Temperaturen mild bleiben. Dann beginnen beispielsweise die Erlen bereits zu blühen und die Pollen fliegen früher. Zudem reagieren viele von Heuschnupfen Betroffene sehr empfindlich auf weitere Reize. Dazu gehören vor allem Geruchsstoffe, wie etwa Parfüm, Staub und Tabakrauch sowie Temperaturänderungen. Trockene Tage und viel Wind verschlechtern erfahrungsgemäß die Beschwerden, während Regenperioden zu einer Besserung beitragen. Die typischen Merkmale für eine allergische Rhinitis sind bei den Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt. Sie sind vor allem von der Anzahl der in der Luft fliegenden Blütenpollen abhängig. Im Falle der Hausstaubmilbenallergie treten die Symptome ganzjährig auf. Diese Form der allergischen Rhinitis wird nicht durch die Hausstaubmilben selbst, sondern durch den Kot der Milben ausgelöst. Hausstaubmilben befinden sich vor allem in Matratzen, aber auch in Polstermöbeln. Bei beiden Arten der Allergie treffen häufig verschiedene Symptome zusammen. Dann kann die chronische Erkrankung auf Dauer eine erhebliche psychische Belastung darstellen. Die Lebensqualität der Betroffenen ist über einen längeren Zeitraum stark eingeschränkt.

Ursachen für eine allergische Rhinitis

Im Wesentlichen ist eine Fehlreaktion des Immunsystems für die Erkrankung verantwortlich. Das Immunsystem hat die Aufgabe, Krankheitserreger zu bekämpfen. Bei der Pollenallergie stuft das Immunsystem die an sich harmlosen Eiweiße der Blütenpollen als gefährlich ein und bekämpft sie. In der Folge wird durch spezielle Entzündungsbotenstoffe, die Histamine und Leukotrine, eine Entzündungsreaktion ausgelöst. Da die Allergene über die Schleimhäute vor allem der Nase und des Rachens in den Körper gelangen, sensibilisiert dieser Antikörper an den entsprechenden Stellen. Hierdurch kommt es zur Entwicklung der für die allergische Rhinitis typischen Symptome. Es handelt sich dabei also um eine Abwehrreaktion des Körpers. Ähnliche Abläufe charakterisieren die Hausstaubmilbenallergie. Die Erkrankung wird durch das Einatmen des Kotes von Hausstaubmilben ausgelöst. Das Immunsystem bekämpft auch hier das Allergen (den Kot). Im Zusammenhang mit der Allergie spielt Vererbung eine nicht unwesentliche Rolle. Wenn ein Elternteil oder beide Eltern an Heuschnupfen erkrankt sind, steigt das Erkrankungsrisiko der Kinder. Nicht zuletzt können auch übertriebene Hygienemaßnahmen in der Kindheit das Immunsystem negativ beeinflussen, so dass das Risiko, Allergien zu entwickeln, steigt. Aber auch äußere Faktoren, wie die Luftverschmutzung in Städten und die steigende Belastung durch Schadstoffe, werden für die Erkrankung verantwortlich gemacht. Für die Zukunft gehen Forscher davon aus, dass die Häufigkeit der allergischen Rhinitis sowie die Schwere der Symptome infolge der globalen Erderwärmung noch zunehmen werden.

Welche Behandlungsoptionen gibt es?

Nachdem der Arzt durch einen Allergietest den genauen Auslöser der allergischen Rhinitis festgestellt hat, sollte die Behandlung möglichst frühzeitig beginnen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich weitere Erkrankungen, wie zum Beispiel Asthma, manifestieren. Es werden drei Therapieformen unterschieden.

Medikamentöse Therapie der allergischen Rhinitis

Hierbei kommen in erster Linie Antihistaminika zur Anwendung, die verhindern, dass der Entzündungsbotenstoff Histamin seine Wirkung entfaltet. Die Arzneimittel stehen in Form von Tabletten, Tropfen oder Nasensprays zur Verfügung. Während ältere Antihistaminika früher oft Müdigkeit hervorriefen, sind bei den Medikamenten der neueren Generation diese unerwünschten Nebenwirkungen kaum noch vorhanden. Darüber hinaus haben diese Medikamente den Vorteil, dass die Wirkung oft schon nach einer Stunde eintritt. Antihistaminika sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Bei sehr ausgeprägten Beschwerden wird das körpereigene Hormon Kortison eingesetzt. Die Wirkung von Kortison ist um ein Vielfaches entzündungshemmender als die der Antihistaminika. Eine weitere Therapiemöglichkeit bei der Behandlung der allergischen Rhinitis sind Nasenspülungen. Sie haben gegenüber Nasensprays den Vorteil, dass sie die Nasenschleimhäute nicht austrocknen.

Spezifische Immuntherapie

Um die Beschwerden auf längere Zeit erfolgreich zu reduzieren, ist es notwendig, das gestörte Immunsystem der Betroffenen zu stärken und den Körper an die allergieauslösenden Substanzen (Allergene) zu gewöhnen. Dieses Verfahren wird auch Hyposensibilisierung genannt und beruht auf dem Prinzip, das Allergen kontrolliert in geringer Dosis in den Körper einzubringen. Dabei hat der Arzt die Möglichkeit, das Allergen im Rahmen der subkutanen Immuntherapie unter die Haut zu spritzen. Daneben kann die Substanz in Form von Tabletten oder Tropfen verabreicht werden, was unter dem Begriff sublinguale Immuntherapie bekannt ist. Beide Methoden der Hyposensibilisierung haben sich als wirkungsvoll erwiesen.

Alternative Therapieformen

Neben der medikamentösen Behandlung und der spezifischen Immuntherapie gibt es die Möglichkeit, bei der Behandlung der allergischen Rhinitis auch auf bewährte alternative Verfahren zurückzugreifen. Eine Akupunktur kann die mit dem Heuschnupfen verbundenen unangenehmen Beschwerden lindern und die Lebensqualität spürbar verbessern. So lässt sich oftmals der Gebrauch von Medikamenten reduzieren. Seit 2015 laufen an der Universitätsklinik Dresden auch Studien zur Therapie mit Laserakupunktur. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass diese schmerzfreie Behandlung eine länger anhaltende Wirkung zeigt als die klassische Form der Akupunktur.

Welche anderen Maßnahmen können Betroffene ergreifen?

Bei der allergischen Rhinitis kommen einige Sofortmaßnahmen in Betracht, die allergische Symptome zumindest reduzieren können. Zu Beginn der Pollensaison ist es ratsam, vor dem Schlafzimmerfenster ein Schutzvlies anzubringen. Während dieser Zeit sollten Patienten möglichst bei geschlossenem Fenster schlafen und am besten in den frühen Morgenstunden lüften, wenn es kühler ist und weniger Pollen fliegen. Zum Reinigen der Teppichböden haben sich Staubsauger mit einem HEPA-Filter bewährt, der auch kleinste Pollenteilchen zurückhält. Um die Pollenbelastung während der Autofahrt zu vermeiden, können Lüftungen und Klimaanlagen mit einem Pollenfilter ausgerüstet werden. Bei der Urlaubsplanung sind am besten Regionen auszuwählen, in denen nur geringer Pollenflug zu verzeichnen ist. Dazu zählen vor allem Hochgebirge und Inseln, wo keine Birken vorkommen, deren Pollen am häufigsten Heuschnupfen auslösen. Die Symptome der Hausstaubmilbenallergie lassen sich weiterhin lindern, indem regelmäßig die Bettwäsche ausgetauscht und bei 60 Grad gewaschen wird. Hilfreich ist auch, Matratzen mit einem speziellen Encasing-Schutzbezug zu umhüllen, da auf diese Weise der Kontakt mit den Milben und ihren Exkrementen unterbunden wird. Um die Überlebensfähigkeit der Milben zu verringern, erweist sich die Reduzierung der Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer als wirksam.

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