Knochenkrebs - Medizinische Experten

Mediziner sprechen von Knochenkrebs, wenn das menschliche Knochengewebe von einem bösartigen (malignen) Tumor befallen wird. Beim Knochenkrebs entarten Zellen und zerstören das umliegende gesunde Gewebe. Zudem können die Krebszellen über die Blutbahn oder das Lymphsystem in andere Organe gelangen und dort Metastasen bilden. Frühzeitig erkannt, besteht bei Knochenkrebs Aussicht auf Heilung.

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Definition: Was ist Knochenkrebs?

Die häufigsten Arten von Knochenkrebs sind:

  • das Osteosarkom (im Knochen)
  • das Chondrosarkom (in den Knorpeln)
  • das Ewing-Sarkom (im Knochenmark)

Das Osteosarkom betrifft in erster Linie männliche Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren, während beim Ewing-Sarkom Jungen wie Mädchen gleichermaßen betroffen sind. Die Erkrankung tritt gehäuft zwischen dem 10. und dem 15. Lebensjahr auf. Am Chondrosarkom erkranken in der Regel Erwachsene zwischen 30 und 50 Jahren.

Primärer Knochenkrebs kommt allerdings relativ selten vor. In Deutschland werden pro Jahr nur etwa 700 Neuerkrankungen gezählt, das ist nur rund ein Prozent aller bösartigen Krebserkrankungen.

Deutlich häufiger sind Knochenmetastasen, die aus anderen Krebsformen resultieren (sekundäre Erkrankung). Vor allem Tumorerkrankungen der Lunge, der Brust, der Prostata, der Nieren und der Schilddrüse streuen in die Knochen. Metastasen können bereits festgestellt werden, wenn die Ausgangserkrankung selbst noch symptomlos ist. Aufgrund der Altersverteilung der ursprünglichen Krebsarten tritt sekundärer Knochenkrebs vor allem in der zweiten Lebenshälfte auf.

Nicht als Krebs gezählt werden gutartige Zellveränderungen in den Knochen. Zu den benignen Tumoren zählen das Osteom, das Osteoidosteom und das Osteoblastom.

Was sind die Ursachen für Knochenkrebs?

Die Ursachen für Knochenkrebs sind nicht bekannt. Da maligne Tumore in den Knochen aber häufig während der Kindheit oder der Pubertät vorkommen, vermuten Mediziner, dass wachstumsbedingte und hormonelle Faktoren eine Rolle spielen könnten. Als weitere Risikofaktoren gelten die genetische Veranlagung und die Knochenkrankheit Morbus Paget. Knochenkrebs wurde zudem als Folgeerscheinung einer Strahlen- oder Chemotherapie, die aufgrund einer anderen Erkrankung durchgeführt wurde, beobachtet. Zu einer erhöhten Auftretenswahrscheinlichkeit kommt es bei Patienten, die an einem Retinoblastom (Netzhauttumor bei Kindern und Jugendlichen) leiden.

Welche Symptome treten bei Knochenkrebs auf?

Schmerzen an der betroffenen Stelle, Schwellungen der Haut und damit verbundene Bewegungsschmerzen können Knochenkrebs-Symptome sein. Tatsächlich hängt es aber von der Art, der Größe und der Lage des Tumors ab, welche Anzeichen der Patient wahrnimmt.

Das Osteosarkom wird meist in den Röhrenknochen an Oberarmen oder Oberschenkeln diagnostiziert. Betroffen ist in der Regel jener Bereich des Knochens, wo der Knochenschaft in das kugelige Knochenende übergeht. Patienten beobachten schmerzhafte Schwellungen, infolgedessen die Beweglichkeit der betroffenen Gliedmaße beeinträchtigt ist. Durch den bösartigen Tumor verliert der Knochen an Festigkeit, weshalb schon normale Belastung zu einem Knochenbruch führen kann.

Die Knochenkrebs-Symptome beim Ewing-Sarkom sind ähnlich. Schmerzen und Schwellungen im betroffenen Bereich deuten auf eine Erkrankung hin. Dazu kommt ein starkes Krankheitsgefühl mit Fieber. Die Anzeichen gleichen jenen einer Knochenmarkentzündung, weshalb es immer wieder zu einer Verwechslung kommt. Festgestellt wird das Ewing-Sarkom besonders häufig im Schaft des Röhrenknochens im Bein oder im Beckenknochen.

Kaum Schmerzen verursacht das Chondrosarkom, das besonders häufig im Beckenbereich und am Oberschenkel oder in der Schulterregion auftritt.

Diagnose von Knochenkrebs

Bei Beschwerden, die auf Knochenkrebs schließen lassen, veranlasst der Arzt nach einer ausführlichen Anamnese eine Röntgenuntersuchung. Erhärtet sich der Verdacht eines bösartigen Tumors, folgen ein MRT (Magnetresonanztomografie) und/oder ein CT (Computertomografie). Um etwaige Knochenmetastasen zu finden, kann zusätzlich eine Szintigrafie, ein bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin, notwendig werden. Weiteren Aufschluss bringt eine Blutuntersuchung. Sind bestimmte Enzyme erhöht, so erhärtet sich der Verdacht auf ein Osteosarkom oder ein Ewing-Sarkom. Die letztendliche Diagnose eines gut- oder bösartigen Tumors kann aber nur eine Biopsie bringen. Mit einer Nadel wird eine Gewebeprobe aus dem Knochen entnommen, die anschließend im Labor von einem Pathologen inspiziert wird.

Therapie von Knochenkrebs

Die Behandlung von Knochenkrebs ist von der Art des Tumors sowie seiner Ausbreitung abhängig. Üblicherweise sprechen sich Onkologen für eine Kombinationstherapie aus. Zur Verfügung stehen:

  • Operation
  • Chemotherapie
  • Bestrahlung

Bei der operativen Entfernung des Tumors werden ganze Knochenteile und unter Umständen auch umgebendes Gewebe entfernt. Bei besonders schweren Fällen sehen sich Chirurgen manchmal sogar zu einer Amputation gezwungen. Werden nur kleine Teile des Knochens entfernt, werden zur Stabilisierung Fremdmaterialien eingearbeitet. Es handelt sich dabei um Schrauben und Platten, in manchen Fällen wird auch ein außerhalb des Körpers liegendes Verbindungsgestell angelegt. Bei sehr großen Defekten kann die Übertragung von körpereigenem Knochengewebe (oftmals aus dem Becken) notwendig werden.

Das Osteosarkom, das vermehrt in den langen Röhrenknochen auftritt, wird mit einer Kombination aus Chemotherapie und Operation bekämpft. Der erste Schritt ist die Chemotherapie, die den Tumor verkleinern und die Mikrometastasen abtöten soll. Danach folgt die Operation, bei der der Chirurg versucht, den Tumor möglichst komplett zu entfernen. Im Anschluss daran kommt nochmals die Chemotherapie zur Anwendung. Zusätzlich können Medikamente helfen, das Immunsystem zu stimulieren, damit der Körper effizienter gegen den Krebs vorgehen kann. Eine Bestrahlung als Therapieform kommt zumeist nicht infrage, da das Osteosarkom auf ionisierende Strahlen kaum reagiert.

Der gleiche Behandlungsablauf kommt beim Ewing-Sarkom zur Anwendung. Allerdings spricht diese Art des Knochenkrebses sehr wohl auf Bestrahlung an, weshalb die Strahlentherapie ein wichtiger Teil des Behandlungsplanes ist.

Chondrosarkome sind leider besonders schwer zu behandeln, da die Tumore sehr strahlungsresistent sind. In Ermangelung an Alternativen wird der Knochenkrebs aber dennoch mittels Chemotherapie und Strahlenbehandlung, in Kombination mit einer operativen Entfernung, behandelt. Trotz der extrem hohen Dosierung der Chemotherapie sprechen einige Chondrosarkome gar nicht auf die Therapie an. Ärzte können dann nur mehr die palliative Versorgung des Patienten sicherstellen.

Gutartige Tumore werden für gewöhnlich ebenfalls operativ entfernt. Bei langsam wachsenden Geschwulsten, die keine Beschwerden verursachen, wird oftmals sogar zugewartet. Beim Osteochondrom ist eine rasche Operation hingegen sehr wahrscheinlich, denn der an sich gutartige Tumor kann entarten und zum Knochenkrebs werden.

Prognose bei Knochenkrebs

Der Verlauf von Knochenkrebs ist von der Tumorart, von der Größe und der Ausbreitung abhängig. Zudem ist nicht auszuschließen, dass es zu einer erneuten Tumorbildung (Rezidiv) kommt.

Beim Osteosarkom stehen die Chancen insbesondere dann gut, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt wird. Haben sich noch keine Metastasen gebildet, liegt die Überlebenschance fünf Jahre nach der Diagnose bei über 60 Prozent. Weit weniger günstig ist die Prognose, wenn sich bereits Tochtergeschwulste gebildet haben.

Selbiges gilt für das Ewing-Sarkom, wobei die Todesrate innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Diagnose sogar noch ein wenig niedriger ist.

Eine besonders schlechte Prognose haben Chondrosarkom-Patienten. Mediziner sprechen bei der schweren Erkrankung in den Knorpeln von einer Knochenkrebs-Überlebensrate von weniger als 50 Prozent fünf Jahre nach der Diagnose.

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