Kielbrust - Medizinische Experten

Als Kielbrust bezeichnet man eine kielförmig ausgewölbte Verformung des Brustbeins. Diese auch als Hühnerbrust bezeichnete Vorwölbung der Brustregion ist für Betroffene oftmals psychisch belastend. Eine medizinische Problematik ergibt sich durch die Kielbrust normalerweise jedoch nicht. Behandlungen dieses Leidens sind zumeist ästhetischer Natur.

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Kielbrust - Weitere Informationen

Nur in seltenen Fällen kann man die Veranlagung zur Hühnerbrust schon bei der Geburt erkennen. Meistens entsteht sie in der Wachstumsphase während der Kindheit. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen.

Was sind die Ursachen einer Kielbrust?

Die Ursachen für das Aufkommen von Pectus Carinatum (Fachjargon für Kielbrust) sind nicht unumstritten. Man hat sich in letzter Zeit jedoch auf eine allgemeine Erklärung geeinigt. Derzufolge entsteht eine Hühnerbrust durch ein erhöhtes Wachstum von Knorpelverbindungen im Brustbereich. Insbesondere die Verbindungen zwischen Brustbein und Rippen sind übermäßig ausgewachsen.

Das Leiden tritt oftmals mehrfach in einer Familie auf. Bislang konnte allerdings kein Vererbungsmodus entdeckt werden.

In einigen Fällen ist die Kielbrust eine Begleiterscheinung einer Erkrankung. Zu solchen Krankheitsursachen für eine Vorwölbung des Brustbereiches zählen folgende Primärerkrankungen:

  • Mukopolysaccharidose
  • Thorakales Emphysem
  • Marfan-Syndrom
  • Skoliose

Welche Symptome treten bei einer Kielbrust auf?

Patienten mit einer Kielbrust leiden oftmals psychisch unter ihrer körperlichen Deformität. Viele berichten davon, dass sie von Gleichaltrigen gehänselt oder von Unbekannten angestarrt werden. Außerdem beeinträchtigt die Verformung den Selbstwert und die Selbstzufriedenheit der Betroffenen. Die Unbehaglichkeit und der daraus resultierende psychische Leidensdruck ist für die meisten Betroffenen der ausschlaggebende Grund dafür, einen Arzt zu konsultieren.

Im Zusammenhang mit der Pectus Carinatum können jedoch auch medizinische Probleme entstehen. So erwähnen einige Patienten von Schlafproblemen aufgrund von Schmerzempfindungen. Besonders bei Bauchschläfern ist der Schmerz so stark, dass sie beim Schlafen immer wieder aufwachen und nur unter Hinzunahme von Schmerzmitteln durchschlafen können. Überdies können Schmerzen durch ein lokales Trauma am Brustbein erzeugt werden.

Man unterscheidet bei der Ausformung der Kielbrust zwischen einer symmetrischen und einer asymmetrischen Variante. Bei der symmetrischen Kielbrust wölben sich beide Seiten des Brustbeins gleichförmig vor. Im Falle einer asymmetrischen Kielbrust ist die Wölbung dagegen auf einer Seite wesentlich markanter. Es kann sogar sein, dass eine der beiden Seiten kaum oder gar nicht betroffen ist.

Wie wird eine Kielbrust behandelt?

Wie in vielen anderen Bereichen der Medizin kann man auch die Kielbrust sowohl konservativ als auch operativ behandeln. Besonders bei jungen Patienten, die sich noch im Wachstum befinden, kommt eine konservative Methode zum Einsatz: die sogenannte Pelotte. Die Pelotte ist ein Druckverband, der das Brustbein durch eine konstante Belastung von außen wieder eindrücken soll. Dieses Verfahren kann nur angewendet werden, wenn der Brustbereich noch nicht vollständig ausgewachsen und fest ist. Durch den steten Druck ist die Pelotte mit Schmerzen und Unbehagen verbunden.

Außerdem gibt es operative Methoden zur Behandlung der Pectus Carinatum. Sie kommen im Rahmen der Thoraxchirurgie zur Anwendung, wenn der Brustkorb sich nicht mehr eindrücken lässt und der Patient am Ende der pubertären Wachstumsphase angelangt ist. Im Rahmen einer offenen Operation wird die Brustkorbwand freigelegt, sodass der Chirurg an die Knorpelverbindungen herankommt. Diese werden im weiteren Verlauf entfernt, während das Brustbein in die Ausgangsposition eingerückt wird. Das Ergebnis der Operation wird mit Metallimplantaten fixiert und gesichert.

Eine minimal-invasive Alternative zur Pectus Carinatum OP findet sich in der MIPCR (Minimal Invasive Pectus Carinatum Repair). Bei der MICPR setzt der Chirurg auf beiden Seiten des Brustkorbes jeweils einen Längsschnitt. Dann werden Stabilisatoren an den Rippen festgemacht, während unterhalb der Thoraxmuskulatur ein Bügel eingesetzt wird, der die Wölbung durch eine manuelle Fixierung im Verbund mit den Stabilisatoren aufhebt. Nicht jede Art der Kielbrust eignet sich jedoch für die MIPCR. Die Möglichkeit eines minimal-invasiven Eingriffs wird in einer ärztlichen Sprechstunde erörtert.

Behandlungsmöglichkeiten auf einen Blick:

  • konservativ: Pelotte, bei Kindern
  • offen operativ: Kielbrust OP, nach Ende der Pubertät
  • minimal-invasiv: MCIPR, individuell möglich

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