Schilddrüsenkrebs - Medizinische Experten

Schilddrüsenkrebs ist eine relativ seltene bösartige Tumorerkrankung der Schilddrüse. In Deutschland erkranken etwa 5.000 bis 6.000 Menschen pro Jahr, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Beschwerden treten erst spät im Krankheitsverlauf auf. Zur Diagnostik gehören u.a. die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und die Szintigraphie.

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Schilddrüsenkrebs - Weitere Informationen

Die operative Entfernung der Schilddrüse und der Lymphknoten am Hals ist die wichtigste Behandlungsoption. Häufig wird nach der Schilddrüsenkrebs-Operation noch eine Radiojodtherapie durchgeführt. Bis zu 90% der Patienten können geheilt werden.

Was ist Schilddrüsenkrebs und welche Typen gibt es?

Nicht jede Veränderung an der Schilddrüse ist auch eine bösartige Krebserkrankung. Die meisten Vergrößerungen der Schilddrüse sind auf einen Jodmangel zurückzuführen. Auch bei Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder gutartigen Zysten kann es zu einer Schilddrüsenvergrößerung (Kropf, Struma) kommen. Nur in seltenen Fällen handelt es sich auch tatsächlich um Schilddrüsenkrebs, der auch als Schilddrüsenkarzinom oder Struma maligna („bösartiger Kropf“) bezeichnet wird. Dieses Karzinom kann je nach Gewebe, von dem der Tumor ausgeht, in vier Typen eingeteilt werden, die sich auch hinsichtlich ihrer Aggressivität, dem Verlauf und damit der Prognose unterscheiden:

  1. Das papilläre Schilddrüsenkarzinom ist der häufigste bösartige Tumor der Schilddrüse, dessen Altersgipfel zwischen 40 und 50 Jahren liegt. Die Heilungschancen sind sehr gut. Dieser Tumor bildet manchmal nicht nur einen Knoten, sondern mehrere Tumorherde in der Schilddrüse.
  2. Das follikuläre Schilddrüsenkarzinom, das von den Follikelzellen ausgeht, kommt häufig im Alter zwischen 50 und 60 Jahren vor und ist ebenfalls sehr gut behandelbar. Dieser Tumor bildet meist nur einen einzelnen Knoten.
  3. Das anaplastische Schilddrüsenkarzinom ist selten, hat einen Altersgipfel jenseits der 60 Jahre, wächst sehr schnell und bildet bereits früh Metastasen.
  4. Das medulläre Schilddrüsenkarzinom (C-Zell-Karzinom), das von den Calcitonin-produzierenden C-Zellen ausgeht, ist ebenfalls selten, wächst zwar langsam, befällt aber früh die Lymphknoten des Halses und später dann auch andere Organe.
     

Schilddrüse

Ursachen von Schilddrüsenkrebs

Die Ursachen von Schilddrüsenkrebs sind bislang nicht geklärt. Da es in manchen Familien gehäuft zu einem Tumor der Schilddrüse kommt, gehen die Schilddrüsenspezialisten davon aus, dass insbesondere beim medullären Typ eine genetische Veranlagung existiert. Einen weiteren Risikofaktor stellt energiereiche Strahlung dar, wie sie beispielsweise bei der Röntgenuntersuchung auftritt.

Diagnose von Schilddrüsenkrebs

Eine Blutuntersuchung auf Schilddrüsenhormone, insbesondere Triiodthyronin (T3) und Tetraiodthyronin / Thyroxin (T4), gibt bereits erste Hinweise auf eine Erkrankung der Schilddrüse. Besteht nach Abtasten der Schilddrüse der Verdacht auf einen Tumor, wird zunächst eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durchgeführt. Damit lassen sich häufig gutartige Zysten vom Schilddrüsenkarzinom abgrenzen. Mit der Schilddrüsenszintigraphie lassen sich kalte und heiße Knoten unterschieden. Durch eine Feinnadelbiopsie kann das Gewebe auf bösartige Tumorzellen hin untersucht werden. Gelegentlich kann die Diagnose aber erst nach einer Operation gestellt werden.

Behandlung von Schilddrüsenkrebs

Die wichtigste Behandlungsoption für Schilddrüsenkrebs stellt die operative Entfernung der Schilddrüse dar (Thyreoidektomie). Im Rahmen der Schilddrüsenoperation werden in der Regel auch die Lymphknoten des Halses mit entfernt.
Wenn die histologische Untersuchung des entfernten Gewebes bestätigt, dass es sich um einen bösartigen Tumor handelt, wird eine Radiojodtherapie durchgeführt. Dabei reichert sich radioaktives Jod im verbliebenen Schilddrüsengewebe an, wodurch dieses abstirbt.

Da durch die Entfernung der Schilddrüse dem Körper wichtige Hormone fehlen, schließt sich eine Hormontherapie an. Die zugeführten Schilddrüsenhormone, wie L-Thyroxin, ersetzen nun die Schilddrüsenfunktion. 

Eine Bestrahlung bei Schilddrüsenkrebs kommt dann infrage, wenn im Körper noch Reste von Tumorgewebe verblieben sind, die weder einer Radiojodtherapie noch einer operativen Behandlung zugänglich sind. Eine Chemotherapie bei Schilddrüsenkrebs kommt nur für das fortgeschrittene Stadium, d.h. wenn bereits Metastasen vorliegen, in Betracht, da das Schilddrüsenkarzinom meist nicht empfänglich für eine Chemotherapie ist. Seit einigen Jahren gibt es allerdings Substanzen, die zur Therapie von fortgeschrittenen, metastasierten Schilddrüsenkarzinomen zugelassen sind.

Prognose bei Schilddrüsenkrebs

Der Verlauf und die Prognose der Krebserkrankung hängen vom Zeitpunkt der Diagnose und dem Karzinomtyp ab. Der Befall der Lymphknoten scheint nur einen geringen Einfluss auf die Prognose zu haben. Da das papilläre Karzinom und das follikuläre Karzinom selten metastasieren, können diese Patienten in 80 bis 90 Prozent der Fälle vollständig geheilt werden. Wird das medulläre Karzinom früh erkannt, sind die Heilungschancen ähnlich gut, bei Metastasen liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 50 bis 60 Prozent. Dagegen beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate beim anaplastischen Karzinom unter 10 Prozent.

Welche Fachärzte und Spezialkliniken behandeln Schilddrüsenkrebs?

Ein Schilddrüsenspezialist ist ein Facharzt der Onkologie, der in einem interdisziplinären Team mit Fachärzten anderer Gebiete (z.B. Endokrine Chirurgie, Nuklearmedizin) die Behandlung plant und durchführt. Patienten sollten sich in spezialisierten Kliniken für Schilddrüsenkrebs behandeln lassen, da dort eine hohe Qualität der Behandlung gewährleistet werden kann und sie ggf. durch die Teilnahme an klinischen Studien von den neuesten Therapien profitieren können.

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