Marisken - Medizinische Experten

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Marisken - Weitere Informationen

Als Marisken werden läppchenartige Hautfalten bezeichnet, die am äußeren, sichtbaren Bereich des Analrings liegen. Sie kommen in unterschiedlicher Größe, einzeln oder im Verbund vor und können eine kranzförmige Anordnung aufzeigen.

Die Hautfältchen bestehen zumeist aus weicher oder schlaffer Haut. Sie können aber auch anschwellen und derbe Knoten entwickeln – insbesondere bei chronischen Entzündungen, starkem Pressen durch harten Stuhlgang oder anderen Druckbelastungen auf den Analring. Die Ursachen für die Entstehung dieser Hautveränderung im Afterbereich sind nicht bekannt. In einigen Fällen sind sie eine Begleiterscheinung folgender proktologischer (auf den Enddarm bezogener) Erkrankungen:

Grundsätzlich treten die Hautläppchen bei etwa 60 Prozent der Bevölkerung auf – bei Frauen durchschnittlich ab dem 20. Lebensjahr, bei Männern ab dem 40. Häufig entstehen Marisken im Rahmen einer Schwangerschaft bzw. nach der Geburt des Kindes.

Abgrenzung zwischen Marisken und Hämorrhoiden

Marisken werden von Nichtmedizinern und Betroffenen nicht selten mit vergrößerten Hämorrhoiden verwechselt. Hämorrhoiden sind eigentlich ringförmig angelegte, durch Arterien versorgte Gefäßpolster unter der Enddarmschleimhaut und sorgen für den Feinverschluss des Afters. Vergrößern sich diese Gefäßpolster, kann es zu Beschwerden kommen. Daher sprechen Mediziner in diesem Zusammenhang von einem Hämorrhoidalleiden.

Im Gegensatz zu Hämorrhoiden sind Marisken aber keine Gefäßpolster, sondern lediglich schlaffe, nach außen getretene Anteile der Analkanalhaut. Im Rahmen eines Hämorrhoidalleidens kann allerdings die Haut des Analkanals nach außen verschoben werden. Entsprechend können Hautveränderungen am Analring ein Indiz für ein zugrundeliegendes Hämorrhoidalleiden sein.

Mariske 01
Mariske (kleine Falte) am Darmausgang © Armin Kübelbeck, CC-BY-SA, Wikimedia Commons

Zusammenhang zwischen Marisken und Schwangerschaft

Insbesondere nach einer Schwangerschaft bzw. Entbindung können sich Marisken entwickeln. Dabei stellen vor allem Frauen mit mehreren Entbindungen Hautveränderungen im Anusbereich fest. Infolge der hormonellen Umstellungen während der Schwangerschaft wird die Analhaut weicher und schwillt durch Wassereinlagerungen an. Der zusätzliche Druck auf den Beckenboden kann dafür sorgen, dass sich Teile der Analhaut nach außen verlagern und dort Fältchen bilden. Während sich die Wassereinlagerungen wieder zurückbilden, bleiben die außen sichtbaren Hautfältchen nach der Schwangerschaft in vielen Fällen bestehen.

Marisken: zumeist keine Beschwerden

Marisken sind in aller Regel harmlos und verursachen keine Beschwerden. Sie sind daher eher ein hygienisches und kosmetisches Thema.

Wird die Analhygiene allerdings durch die Hautläppchen stark beeinträchtigt, können Marisken auch zu Problemen führen. Denn mit einer eingeschränkten Analhygiene steigt das Risiko für Infektionen, beispielsweise mit Bakterien oder Pilzen. Diese zeigen sich anhand von Juckreiz und Brennen. Juckreiz kann allerdings auch die Folge einer zu intensiven Analhygiene sein. Auch wunde Stellen im Analbereich (Analekzeme) können häufig auf eine übertriebene Hygiene zurückgeführt werden. Entzündungen nässen zudem und gehen gegebenenfalls mit Schmierblutungen einher, die an Unterwäsche oder Toilettenpapier sichtbar werden können.

Marisken: leicht zu diagnostizieren

Mariksen werden im Rahmen der Inspektion der äußeren Analregion durch Ihren Arzt diagnostiziert. Da die Hautveränderungen in einigen Fällen mit anderen Erkrankungen des Enddarms einhergehen, wird der Anal- und Enddarmbereich sorgfältig kontrolliert. So untersucht der Arzt beispielsweise den Enddarm, um möglicherweise zusätzlich vorhandene Hämorrhoiden oder verdeckte Risse (Analfissuren) zu identifizieren. Auch Analthrombosen, Analkarzinome sowie gutartige bindegewebige Geschwulste können mit Marisken vergesellschaftet sein.

Marisken: als Makel hinnehmen oder operieren

Da Marisken entsprechend harmlos sind, ist eine Behandlung lediglich in seltenen Fällen erforderlich. In jedem Fall wird eine sorgfältige und zugleich schonende Hygiene des Analbereichs empfohlen. Dabei sollten Sie Ihre Analregion nach Ihrem Stuhlgang feucht reinigen. Verwenden Sie hierzu klares Wasser (auf Toilettenpapier oder Einmalwaschlappen) und verzichten Sie auf Seifen oder Desinfektionsmittel. Auch feuchtes Toilettenpapier kann aufgrund der enthaltenen Konservierungs- und Duftstoffe zu Hautreizungen führen. Trocknen Sie die Analregion zudem immer behutsam ab.

Bei Beschwerden kann kurzfristig eine Zinksalbe eingesetzt werden. Sollte sich ein Analekzem entwickelt haben, können Sie dieses mit Hämorrhoidalsalbe oder Eichenrinden- bzw. Kamillensitzbädern behandeln. Lassen Sie sich von einem Proktologen untersuchen, sollten sich Ihre Beschwerden nicht verbessern bzw. fortbestehen. Lediglich bei erschwerter Analhygiene mit Sekretstau und Erkrankungen der Analhaut wird eine operative Entfernung der Marisken (Mariskenexzision) empfohlen. Dabei werden die Hautläppchen mit einem elektrischen Messer unter lokaler Betäubung abgetragen.

Marisken: Prognose und Heilungsverlauf

Selbst bei zu operierenden Marisken sind keine größeren Komplikationen zu erwarten und die Prognose ist sehr gut. Nach der Operation können Nachblutungen aus den kleinen Blutgefäßen auftreten, die sich in den meisten Fällen eigenständig einstellen.

Der Verschluss der Operationswunden geht oftmals mit Schmerzen einher, da sich im operierten Bereich in der Regel eine Infektion (Entzündung mit kleinem Eiterherd) entwickelt und die Wunden so unter Spannung geraten. Sie erhalten daher von Ihrem Arzt ein Schmerzmittel. Bei zu starken Schmerzen und einem Anschwellen des operierten Bereichs ist eine Antibiotikatherapie angezeigt.

Im Verlauf der Operation wird ein Wundverband mit einem Desinfektionsmittel und einer Salbe angelegt. Diese Wundbehandlung (Kompresse plus Desinfektionsmittel und Salbe) setzen Sie nach der Operation zu Hause fort. Mithilfe von Sitzbädern und mehrfachem täglichem Ausduschen können Sie die Wundreinigung und Abheilung zusätzlich fördern.

Eine sowie vier Wochen nach dem Eingriff kontrolliert der behandelnde Arzt die Wundheilung. Spätestens nach zwei bis drei Wochen sollte eine beginnende Abheilung sichtbar sein. Nach kompletter Abheilung können Sie normalerweise nichts mehr von dem Eingriff sehen. Arbeitsunfähig sind Sie in der Regel für 2 Wochen. Sollte aufgrund Ihrer Tätigkeit eine adäquate Analhygiene nicht möglich sein, kann die Arbeitsunfähigkeit auch länger dauern.

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