Gastritis - Medizinische Experten

Bei einer Gastritis handelt es sich um eine nicht ansteckende Entzündung der Magenschleimhaut. Sie kann sowohl einen akuten als auch einen chronischen Verlauf nehmen.

Weitere Informationen zur Gastritis finden Sie im Text weiter unten.

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Gastritis - Weitere Informationen

Was ist eine Gastritis?

Die Bezeichnung Gastritis entstammt dem Griechischen und setzt sich aus den Begriffen „Gaster“ (Magen) und „itis“ (Entzündung) zusammen. Gemeint ist damit eine Magenentzündung. In Deutschland ist die Gastritis weit verbreitet. So leiden Schätzungen zufolge rund 23 Prozent aller Frauen und 18 Prozent aller Männer mindestens einmal in ihrem Leben unter einer entzündeten Magenschleimhaut.

Akute und chronische Gastritis

Zu unterscheiden ist zwischen einer akuten sowie einer chronischen Gastritis, die unterschiedliche Beschwerden verursachen können. Bei der akuten Form setzen die Symptome abrupt ein und werden nach den Mahlzeiten oftmals noch verstärkt. Die chronische Form verläuft hingegen meist ohne besondere Beschwerden. Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen und Völlegefühl sind nur selten zu verzeichnen.

Gastritisformen

Je nach Ursache teilt die Medizin die Gastritis in mehrere Formen ein. Dies sind:

  • Typ-A-Gastritis, die zu den Autoimmunkrankheiten zählt
  • Typ-B-Gastritis, die von Bakterien wie Heliobacter pylori hervorgerufen wird und mit einem Anteil von 85 Prozent zu den am häufigsten vorkommenden Gastritisformen gehört
  • Typ-C-Gastritis, bei der es sich um eine chemisch verursachte Entzündung handelt, die durch einen Zwerchfellbruch oder Bestandteile der Gallenflüssigkeit entsteht
  • Typ-D-Gastritis, unter der unterschiedliche Gastritissonderformen wie zum Beispiel die kollagene Gastritis oder die Morbus-Crohn-Gastritis zusammengefasst werden
  • Typ-R-Gastritis , für deren Entstehung Sodbrennen verantwortlich ist

Ursachen einer Magenschleimhautentzündung

Die Ursachen einer Gastritis sind unterschiedlich. In sämtlichen Fällen kommt es jedoch zur intensiven Reizung der Magenschleimhaut, die dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird. Im Magensaft ist die Magensäure enthalten, die unter anderem zum Verdauen der Nahrung dient. Darüber hinaus ist die Magensäure in der Lage, auch Keime abzuwehren. Die tieferliegenden Bereiche der Magenwand wie die Magenmuskeln werden von der Magenschleimhaut vor der aggressiven sauren Magensäure geschützt. Entsteht innerhalb des Magens jedoch ein Übermaß an Säure oder liegt eine Schädigung der Schutzschicht vor, besteht die Gefahr einer Magenschleimhautentzündung.

Eine akute Gastritis wird zumeist durch Lebensmittelvergiftungen durch Salmonellen oder Staphylokokken, das Einnehmen von Schmerzmitteln wie Ibuprofen bzw. Acetylsalicylsäure oder anderen Präparaten wie Kortison und Zytostatika ausgelöst. Weitere mögliche Ursachen sind:

  • Tabakkonsum
  • der übermäßige Genuss von Alkohol
  • der Verzehr von Nahrungsmitteln, die den Magen reizen wie scharfes Essen oder Kaffee
  • Magen-Darm-Infekte
  • zu üppige Mahlzeiten
  • starker Stress

Als häufigste Ursache der chronischen Gastritis gilt das Bakterium Heliobacter pylori. So besteht bei ca. 35 Prozent aller Bundesbürger eine Infektion mit diesem Keim. Allerdings löst das Bakterium nicht bei jedem Betroffenen Beschwerden aus. Die Heliobacter-pylori-Bakterien verfügen über einen besonderen Mechanismus, der ihnen das Überleben im sauren Magenmilieu ermöglicht. So sind sie mit dem Enzym Urease ausgestattet, das für ein weniger saures Milieu sorgt, was sich jedoch negativ auf den Magen auswirkt. So wird die Magenschleimhaut durch das alkalische Milieu beeinträchtigt. 

Symptome einer Magenentzündung

Ebenso unterschiedlich wie die Ursachen, können auch die Symptome der Gastritis ausfallen. Sie hängen vom Ausmaß der Magenschleimhautentzündung ab und ob sie einen akuten oder chronischen Verlauf nimmt. Typisch für eine akute Gastritis ist das plötzliche Auftreten der Beschwerden. Dabei leiden die Patienten unter:

  • Magenschmerzen oder Bauchschmerzen
  • Druckgefühlen im Oberbauch
  • Appetitlosigkeit
  • Völlegefühl
  • Aufstoßen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • einen unangenehmen Geschmack im Mundraum

Frau mit Bauchschmerzen bei Gallensteinen

Bei der chronischen Verlaufsform der Magenschleimhautentzündung treten selten Symptome auf wie:

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Völlegefühl

Diagnose einer Gastritis

Der Arzt stellt eine akute Gastritis zumeist schon durch die typischen Symptome fest. So leidet der Patient häufig unter Schmerzen im Oberbauch, wenn der Mediziner mit der Hand auf ihn drückt. Dagegen wird die chronische Magenschleimhautentzündung eher häufig durch Zufall diagnostiziert.

Eine absolut sichere Diagnose ist nur mit einer Gastroskopie (Magenspiegelung) möglich. Bei diesem Verfahren wird ein schlauchförmiges Endoskop in den Magen eingelassen. Der Arzt erhält dadurch die Möglichkeit, den Magen zu betrachten und kleinere Gewebeproben zu entnehmen, die er anschließend feingeweblich untersucht.

Um dem Erreger Heliobacter pylori auf die Spur zu kommen, ist ein Harnstoff-Atemtest durchführbar, in dessen Verlauf der Patient ein Harnstoffpräparat erhält. Dieses verfügt über die markierten Kohlenstoffatome C13 oder C14. Im Falle einer Heliobacter-pylori-Infektion findet die Umwandlung des Harnstoffs durch die Bakterien statt. Gleichzeitig wird C-13 oder C-14-markiertes Kohlendioxid freigesetzt.

Behandlung einer Magenschleimhautentzündung

Die Therapie einer Gastritis richtet sich nach der auslösenden Ursache. Mitunter kann im Falle einer akuten Magenschleimhautentzündung die Schonung des Magens bereits ausreichen. Dabei nimmt der Patient ein bis zwei Tage lang nichts oder nur Schonkost zu sich. Wichtig ist die Zufuhr von reichlich Flüssigkeit. Die Getränke dürfen den Magen allerdings nicht reizen. Alkohol, Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke sind daher tabu. Stattdessen können Wasser oder lauwarmer Tee eingenommen werden. Ebenso ist auf den Konsum von Zigaretten zu verzichten. In der Regel bessern sich die Beschwerden nach einigen Tagen wieder.

In manchen Fällen kann auch eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein, um den Effekt der Magensäure zu vermindern. Verabreicht werden zumeist:

  • H2-Rezeptor-Blocker wie Cimetidin oder Ranitidin, die die Herstellung der Magensäure hemmen
  • Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol oder Omeprazol, die als noch wirksamer gelten
  • Antazida, die die Magensäure abpuffern
  • Prokinetika gegen Übelkeit und Erbrechen

Gegen den Magenkeim Heliobacter pylori kommen Antibiotika zum Einsatz, die ihn abtöten.

Welche Ernährungsweise ist bei einer Gastritis richtig?

Damit der entzündete Magen nicht unnötig belastet wird, muss auf die passende Ernährung geachtet werden. Verzichten sollte der Patient auf heiße, sehr kalte, scharfe, blähende oder süße Mahlzeiten. Als sinnvoll gilt dagegen die Zufuhr von Leinsamen. Sie enthalten Schleimstoffe, die die Gesundheit fördern. Außerdem empfiehlt es sich, wenig Kaffee zu trinken und sich fettreduziert zu ernähren.

Fazit

Eine Gastritis lässt sich normalerweise gut behandeln. Um ein erneutes Auftreten zu vermeiden, wird eine magenfreundliche Ernährungsweise empfohlen.

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