Endoskopie - Medizinische Experten

Die Endoskopie ist eine Untersuchungsmethode, die von einem Arzt mit einem Endoskop ausgeführt wird. Untersucht werden Bereiche im Innern des menschlichen Körpers, die von außen nicht einsehbar sind. Wann ist eine endoskopische Untersuchung sinnvoll, in welchen Körperregionen kann sie eingesetzt werden und birgt sie Risiken? Dies erfahren Sie im Text weiter unten.

Übersicht

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Endoskopie - Weitere Informationen

Bei einer Endoskopie wird ein Endoskop verwendet. Es besteht aus einem flexiblen Gummischlauch oder einem festen Metallrohr, das von einem Arzt in eine Körperhöhle oder in ein Hohlorgan eingeführt wird. Starre Endoskope eignen sich insbesondere für künstlich gesetzte Körperöffnungen, während flexible Endoskope für alle natürlichen Körperöffnungen verwendet werden.

Am Ende des Endoskops befinden sich eine Lichtquelle, eine Linse und eine Kamera, mit denen die untersuchte Stelle ausgeleuchtet und mittels einer Vergrößerung außen sichtbar gemacht wird. Mit Hilfe einer Spül- und Absaugvorrichtung können Gewebeproben entnommen oder auch kleine Eingriffe durchgeführt werden. Dies geschieht mit Spezialinstrumenten, die über integrierte Kanäle eingeführt werden.

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Von de:Benutzer:Kalumet - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Wann eine endoskopische Untersuchung sinnvoll ist

Eine Endoskopie ist immer dann sinnvoll und auch notwendig, wenn eine Diagnose im Inneren eines bestimmten Körperteils oder Organs nicht mit bloßem Auge oder durch andere bildgebende Verfahren gestellt werden kann. Dann kann eine feingewebliche Untersuchung, die sogenannte Biopsie, helfen, die richtige Diagnose zu stellen. Das gilt auch für die Entfernung von Gewebe, wenn ein Patient zum Beispiel unter Darmpolypen leidet. Eine Endoskopie wird zum Beispiel in diesen Fällen durchgeführt,

  • wenn ein Verdacht auf eine bösartige Veränderung des Gewebes besteht,
  • wenn kleinere operative Eingriffe durchgeführt werden oder
  • wenn eine sichere Diagnose gestellt und der Verlauf verschiedener Erkrankungen kontrolliert werden soll.

Welche Körperhöhlen und Organe eignen sich für eine endoskopische Untersuchung und wie wird sie durchgeführt?

Die Methoden und Rahmenbedingungen variieren je nach dem, welcher Hohlraum und welches Organ endoskopisch untersucht werden soll. Es gibt einige Körperregionen, bei denen sich die Endoskopie als besonders vorteilhaft erweist.

Brustraum

Die sogenannte Thorakoskopie ermöglicht die Untersuchung des Brustraumes beziehungsweise der Brusthöhle, auch Thorax genannt. Sie wird durch das Brustfell ausgekleidet, wobei auch eine Untersuchung der Lungenoberfläche und des Lungenfells möglich ist. Dies geschieht unter Vollnarkose. Dabei wird das Endoskop über einen kleinen Hautschnitt am Hals über dem Brustbein eingeführt.

Lunge

Bei der sogenannten Bronchoskopie oder Lungenspiegelung wird durch die Luftröhre ein Endoskop bis in die Bronchien eingeführt. Diese Untersuchung kann abhängig von der Intensität des Eingriffs und vom Wunsch des Patienten sowohl unter lokaler Betäubung als auch unter Vollnarkose erfolgen, wobei vorab ein Beruhigungsmittel gespritzt wird.

Magen

Wird der Magen endoskopisch untersucht, spricht man von einer Gastroskopie oder Magenspiegelung. Während der flexible Schlauch durch den Mund und den Rachen in den Magen eingeführt wird, kann es zu einem Würgereiz kommen. Um diesem Reflex entgegenzuwirken, wird regelmäßig eine lokale Betäubung vorgenommen. Manche Patienten wünschen die Gabe eines Beruhigungsmittels oder eine kurze Vollnarkose.

Darmspiegelung

Die sogenannte Koloskopie findet im Dickdarm statt. Vor der endoskopischen Untersuchung muss der Darm mit Hilfe eines Abführmittels über mehrere Stunden entleert werden, um das Untersuchungsergebnis zu optimieren. Wahlweise erfolgt die Koloskopie ohne Betäubung, mit leichter Narkose oder nach Einnahme eines Beruhigungsmittels.

Mastdarm- und Enddarmspiegelung

Die endoskopische Untersuchung des Mastdarms wird im medizinischen Fachjargon auch als Rektoskopie und die des Enddarms als Proktoskopie bezeichnet. Von vielen Patienten wird die Mastdarm- und Enddarmspiegelung als unangenehm empfunden, dennoch wird sie meistens ohne vorherige Narkose gut vertragen.

Bauchraum

Die Endoskopie im Bauchraum wird auch Laparoskopie oder Bauchraumspiegelung genannt und in Vollnarkose ausgeführt. Neben dem Bauchnabel wird ein winziger Schnitt gesetzt, über den das Endoskop in den Bauchraum geführt wird. Um dem behandelnden Arzt eine möglichst freie Sicht in das Innere zu ermöglichen, wird der Bauch aufgebläht. Mit der Laparoskopie werden heutzutage Verwachsungen im Bauchraum entfernt und entzündete Blinddärme entfernt. Die Laparoskopie ist auch das Mittel der Wahl, wenn es um die Ursachenforschung bei chronischen Unterbauchschmerzen geht oder Zysten an den Eierstöcken entfernt werden.

Gelenke

Mit feinsten Instrumenten wird die Endoskopie auch bei Gelenkbeschwerden als Untersuchungsmethode eingesetzt und heißt dann Arthroskopie. Sie wird angewandt, wenn es um Beschwerden oder Eingriffe am Sprung- und Handgelenk, an den Knien oder im Schulterbereich kommt. Insoweit dient die Gelenkspiegelung vorwiegend therapeutischen Zwecken.

Mit welchen Risiken ist eine endoskopische Untersuchung verbunden?

Nur in seltenen Fällen können im Zusammenhang mit der Endoskopie Komplikationen aufkommen. Das gilt zum Beispiel für Blutungen, die durch entnommenes Gewebe entstehen. Sie werden meist noch während der Untersuchung gestillt. Nur in Ausnahmefällen kann es zu Infektionen kommen oder zu Atem- und Herz-Kreislaufstörungen, wenn zum Beispiel Beruhigungs- und Schmerzmittel verabreicht werden, um die endoskopische Untersuchung durchzuführen.

Erfordert die Endoskopie eine Krankschreibung?

Ob eine Krankschreibung erforderlich ist, ist abhängig vom Umfang der endoskopischen Untersuchung und auch davon, ob eine Kurznarkose notwendig ist. Grundsätzlich obliegt jedoch die Entscheidung über eine Krankschreibung und deren Dauer dem behandelnden Arzt. Regelmäßig wird jedoch bei einem ambulanten Eingriff auf eine Krankschreibung verzichtet.

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