Cushing Syndrom - Medizinische Experten

In Deutschland leiden zahlreiche Menschen am sogenannten Cushing-Syndrom. Es entwickelt sich immer dann, wenn im menschlichen Körper eine hohe Menge an natürlichem Cortisol oder künstlichem Kortison zirkuliert. Bereits nach kurzer Zeit stellen sich gravierende Veränderungen im Gesichts- und Halsbereich ein. Neben dem Vollmondgesicht und dem Büffelnacken zeigen sich zahlreichen weitere Symptome, die unter anderem die Infektionsanfälligkeit drastisch erhöhen. Daher geht diese Krankheit immer mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einher.

Weitere Informationen zum Cushing-Syndrom finden Sie im Text weiter unten.

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Cushing Syndrom - Weitere Informationen

Was ist das Cushing-Syndrom?

Mediziner bezeichnen ein Krankheitsbild immer dann als Syndrom, wenn es mit zahlreichen unterschiedlichen Symptomen einhergeht. Bei dem Cushing-Syndrom ist die Anzahl der möglichen Krankheitszeichen sogar besonders hoch. Neben dem vergleichsweise häufig auftretenden Cushing-Syndrom I unterscheidet die Medizin ebenfalls zwischen den Variationen II und III.

Grundsätzlich handelt es sich bei dieser Krankheit um eine Reihe von körperlichen Veränderungen, die zu einer erheblichen Senkung der Immunaktivität und Ästhetik führen. Meist entwickelt sie sich schleichend über mehrere Jahre. Nur selten bemerken die Betroffenen in dieser Zeit den einsetzenden Muskelschwund oder die krankhafte Fettansammlung am Körperstamm.

Welche Ursache hat das Cushing-Syndrom?

Die Ursache des Cushing-Syndroms ist stets eine hohe Konzentration an Cortisol oder Kortison im menschlichen Körper. Dabei handelt es sich um ein lebensnotwendiges Hormon, das zahlreiche Aufgaben übernimmt. Hauptsächlich aktiviert es abbauende Stoffwechselvorgänge und stellt dem Körper dadurch eine Vielzahl energiereicher Verbindungen zur Verfügung. Auf diese Weise versorgt es ihn in gefährlichen Situationen mit der benötigten Energie. Deshalb wird Cortisol häufig auch als Stress-Hormon bezeichnet. Die Medizin unterscheidet dennoch zwischen vier besonderen Ausprägungen dieses Syndroms. Dabei handelt es sich um:

  • exogenes Cushing-Syndrom
  • endogenes Cushing-Syndrom
  • ACTH-abhängiges Cushing-Syndrom
  • primäres Cushing-Syndrom

Das exogene Cushing-Syndrom entsteht in der Regel durch eine medikamentöse Therapie mit Kortison. Dieser Stoff wird aufgrund seiner immunsuppressiven und entzündungshemmenden Eigenschaften zur Bekämpfung zahlreicher Krankheiten eingesetzt. Es spielt unter anderem bei der Behandlung von Asthma, Autoimmunerkrankungen und chronischen Darmkrankheiten eine tragende Rolle. In der Regel verabreicht der Arzt den Wirkstoff direkt in den Blutkreislauf des Patienten. Auf diese Weise kommt es jedoch in einigen Fällen zu einer drastischen Überdosierung. Das Syndrom entfaltet sofort seine zerstörerische Wirkung, wenn die sogenannte Cushing-Schwelle überschritten wurde. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Kortison-Therapie immer unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt wird.

Das endogene Cushing-Syndrom hingegen entsteht ohne die Zugabe von Kortison. Bei dieser selten auftretenden Variante der Krankheit wird zu viel Cortisol in den Nebennieren gebildet. Bei gesunden Menschen wird die Produktion dieses Hormons durch komplexe Vorgänge von der Hirnanhangdrüse kontrolliert. Diese bildet den Botenstoff ACTH, der ein produktionssteigerndes Signal an die Nebennierenrinde leitet. Die Bildung von ACTH ist hingegen von der Konzentration an CRH abhängig. Je mehr CRH vom Hypothalamus gebildet wird, umso höher ist die Produktion von ACTH. Cortisol hemmt die Entstehung von CRH und ruft dadurch einen stabilen Kreislauf hervor. Beim endogenen Cushing-Syndrom ist dieser Kreislauf an unterschiedlichen Stellen unterbrochen.

Beim ACTH-abhängigen Cushing-Syndrom handelt es sich um eine spezielle Form des endogenen Cushing-Syndroms. Es wird durch einen kleinen Tumor in der Hypophyse ausgelöst, der für eine dauerhafte Produktion von ACTH sorgt. Das primäre Cushing-Syndrom hingegen geht meist mit einem Tumor direkt in der Nebennierenrinde einher. Darüber hinaus liegt in einigen Fällen auch ein übermäßiges Wachstum des Nebennierengewebes vor. Dadurch kann diese Art des Cushing-Syndroms auch ohne eine bösartige Krebserkrankung entstehen.

Welche Symptome treten bei dieser Erkrankung auf?

Kortisol erfüllt im Körper zahlreiche unterschiedliche Aufgaben. Aus diesem Grund löst das Cushing-Syndrom vielfältige Symptome aus. Es kommt stets zu einer massiven Umverteilung des Fetts zur Körpermitte hin. Bei dieser Fehlfunktion handelt es sich um die sogenannte Stammfettsucht. Weiterhin lagert sich das Körperfett bei Menschen mit dieser Krankheit auch im Gesicht und zwischen den Schultern ab. Daraus resultieren ein kugelrundes Vollmondgesicht sowie der sogenannte Stiernacken. Gewichtsunabhängig sind diese Regionen stets mit Fettpolstern angefüllt, während die Arme und Beine vollkommen schlank bleiben. Darüber hinaus werden auch besonders hohe Cholesterinwerte gemessen.

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Von Ozlem Celik, Mutlu Niyazoglu, Hikmet Soylu and Pinar Kadioglu - http://mrmjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/2049-6958-7-26, CC BY 2.5, Link

Gleichzeitig kommt es zu einer gesteigerten Insulinproduktion und einer erhöhten Zuckerkonzentration im Blut. Daraus folgen Blutwerte, die eine hohe Ähnlichkeit zu Diabetes aufweisen. Aus diesem Grund bleibt das Cushing-Syndrom in zahlreichen Fällen unbemerkt. Es macht sich jedoch aufgrund des andauernden Durstgefühls sowie dem häufigen Wasserlassen deutlich bemerkbar. Weiterhin zeichnet es sich durch einen rapiden Abbau von Muskelfasern und Knochengewebe aus. Dadurch entstehen sowohl ein andauernder Knochenschwund als auch eine krankhafte Muskelschwäche.

Auch die Haut wird durch das Cushing-Syndrom zunehmend geschädigt. Bereits nach kurzer Zeit entsteht eine sogenannte Pergamenthaut. Dieser medizinische Begriff beschreibt eine sehr dünne Haut, die bereits durch geringe Krafteinwirkung verletzt wird. Darüber hinaus bilden sich oftmals auch rote Streifen auf dem Bauch, die durch Akne und Furunkel begleitet werden. Schließlich ist insbesondere die Wundheilung sehr stark verlangsamt. Die meisten Menschen leiden darüber hinaus an ständigem Bluthochdruck. Neben einer überaus hohen Infektanfälligkeit stellen sich vereinzelt auch psychische Krankheiten ein. Darunter zählen die Potenzminderung beim Mann sowie die Vermännlichung bei Frauen.

Wie wird das Cushing-Syndrom diagnostiziert?

Selbst erfahrenen Fachärzten fällt die Diagnose des Cushing-Syndroms nicht immer leicht. Entscheidend ist daher, dass der behandelnde Mediziner den Zusammenhang zwischen sämtlichen Symptomen erkennt und diesen korrekt deutet. Dadurch kann eine körperliche Untersuchung eingeleitet werden. Gemeinsam mit einer Reihe unterschiedlicher Tests bringt schließlich ein Fragebogen bezüglich der Krankengeschichte des Patienten Aufschluss über den Ursprung und die Art der Krankheit.

Meist stellt das Sammeln des Urins über einen Zeitraum von 24 Stunden den Kern der Untersuchungen dar. Auf diese Weise kann der Arzt die Konzentration des freigesetzten Cortisols eindeutig bestimmen. Darüber hinaus etablierte sich auch der sogenannte Dexamethason-Hemmtest in der Praxis. Mit diesem ermittelt ein Mediziner den genauen Ursprung einer Störung des Regelkreises der Cortisol-Produktion. Letztlich führen Ärzte standardmäßig einen CRH-Test durch. Dieser weist starke Ähnlichkeiten zum Dexamethason-Hemmtest auf, betrachtet jedoch vor allem die Konzentration des CRH im Körper.

Die richtige Behandlung des Cushing-Syndroms

Beim exogenen Cushing-Syndrom wird lediglich die Dosis des verabreichten Kortisons schrittweise verringert. Die Therapie eines endogenen Cushing-Syndroms ist jedoch schwieriger, da die Ursache der Erkrankung behandelt werden muss. Dabei handelt es sich in der Regel um einen bösartigen oder gutartigen Tumor. Dieser muss operativ entfernt werden, um die Cortisol-Produktion zurückzufahren. Darüber hinaus werden auch zahlreiche Medikamente unterstützend eingesetzt. Zeigen beide Verfahren keine Wirkung, verordnen die meisten Spezialisten eine umfassende Strahlen- oder Chemotherapie.

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