Analfistel - Medizinische Experten

Entzündungen im Bereich des Enddarms sind keine besonders angenehmen Erscheinungen. Das gilt auch für Analfisteln. Hierbei handelt es sich um Gänge unnatürlicher Art, die sich im Analbereich bilden können. Sie entstehen oft als Folge eines Abszesses, welcher sich öffnet. Die Folge ist der Austritt von eitrigem Ausfluss, der auch mit Kot vermischt sein kann. Der Betroffene sollte diese Erkrankung daher behandeln lassen. Eine Analfistel kann operiert werden, allerdings ist auch bei der operativen Therapie mitunter Vorsicht geboten.

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Analfistel - Weitere Informationen

Analfisteln sind oft die Folge eines Abzesses im Analbereich. Die Analfistel und der Analabszess haben einige Gemeinsamkeiten. Bei beiden handelt es sich um Entzündungen. Während der Abszess eine akute Entzündung ist, ist die Analfistel eine chronische Erscheinung, bei der dauerhaft Sekret abgegeben wird.

Was ist eine Analfistel?

Die Analfistel ist eine Entzündung der sogenannten Proktodealdrüsen (Duftdrüsen). Es kommt im Laufe der Zeit zu einer Art Verstopfung, bei der sich eitriges Sekret ansammeln kann. Bei einer solchen Eiteransammlung spricht man von einem Abszess. Dieser kann sich spontan öffnen oder aber auch durch eine Operation geöffnet werden, damit der Eiter abfließen kann. Wenn allerdings noch die Verbindung zum Analkanal bestehen bleibt, dann können sich eben jene Analfisteln bilden.

Neben den Abszessen können aber auch Analfissuren, also kleine Risse, für eine Analfistel verantwortlich sein. Wenn sich hierdurch eine Entzündung bildet, kann sich diese im weiteren Verlauf zu einer Fistel entwickeln. Bakterielle Infektionen, Tumore oder Immunschwächen können ebenfalls eine Analfistel verursachen, wenngleich diese Gründe in der Regel eher selten verantwortlich sind.

Es wird zwischen fünf verschiedenen Arten der Analfistel unterschieden:

  • intersphinktäre Analfisteln
  • transsphinktäre Analfisteln
  • suprasphinktäre Analfisteln
  • extrasphinktäre Analfisteln
  • submuköse Analfisteln

Während die beiden ersten Typen noch relativ häufig vorkommen, gehören die letzten drei Formen der Analfisteln zu den seltenen.

Wie macht sich eine Analfistel bemerkbar?

Der Betroffene bemerkt die Fistel zunächst entweder gar nicht oder er nimmt sie als eine Art Pickel im Analbereich wahr. Dieser vermeintliche Pickel kann anschwellen, jucken oder aber Schmerzen verursachen. Außerdem kann es zu eitrigen Ausflüssen kommen. Wenn diese Symptome auftreten, dann kann eine operative Entfernung der Analfistel dabei helfen, diese Probleme zu beheben. Beim Abszess kann es ebenfalls zu einer Reihe von Symptomen kommen. Neben den bereits genannten Zeichen können sich aber auch allgemeine Krankheitsgefühle wie Fieber oder generelles Unwohlsein einstellen. Wenn sich die Fistel gebildet hat, haben sich diese Beschwerden meist schon gebessert.

Folgende Symptome können bei einer Analfistel auftreten:

  • Rötungen
  • Juckreiz
  • Schwellungen
  • Schmerzen
  • eitrige Ausflüsse, teilweise vermischt mit Kot

Wie wird eine Analfistel vom Arzt diagnostiziert?

Wenn beim Patienten der Verdacht auf eine Analfistel besteht, dann ist der Besuch bei einem Proktologen angezeigt. Bei der Untersuchung wird der Arzt den Analbereich sowohl abtasten als auch ein Röhrchen einführen, mit welchem die Untersuchung ergänzt wird. Das Röhrchen wird Proktoskop genannt. Diese Untersuchung kann nicht nur eingesetzt werden, um Fisteln zu lokalisieren, sondern auch Fissuren, Hämorrhoiden und weitere Abszesse aufspüren. Wenn auch der Verlauf der Fisteln festgestellt werden soll, dann kommt eine Fistelsonde zum Einsatz. Ultraschalluntersuchungen und ein MRT sind ebenfalls probate Mittel, um eventuelle Schäden im Analbereich festzustellen.

Wie wird eine Analfistel behandelt?

In vielen Fällen muss eine Analfistel operativ versorgt werden, da sie meistens nicht von selbst abheilt. Bei der operativen Therapie wird die Fistel gespalten. Hierbei ergibt sich aber auch eine Gefahr: Da der Schnitt bis in den Schließmuskel reichen kann, wird dieser nicht selten mit eingeschnitten. Im Extremfall kann es dadurch zu einer Funktionseinschränkung des Muskels kommen. Die Folge ist eine mögliche Inkontinenz. Um dies zu vermeiden, kann der Mediziner den Muskel aber auch wieder zusammennähen. Es gibt allerdings auch Alternativen zu dieser Operationsmethode. So kann die Fistel auch plastisch verschlossen werden. Der Nachteil: Die Gefahr für ein Rezidiv ist bei dieser Methode höher. Das heißt, dass eine so operierte Fistel wieder aufflammen kann. Patienten, die an chronischen Darmerkrankungen leiden, können nicht immer operiert werden. Zudem besteht bei ihnen mitunter die Gefahr, häufiger oder erneut an Analfisteln zu erkranken. Sie müssen dann entweder mit diesen Fisteln leben oder sich durch die Gabe von anderen Medikamenten Linderung verschaffen. Eine Fisteldrainage kann hier ebenfalls angezeigt sein.

Die Prognose bei Analfisteln

Wenn die Analfisteln vollständig beseitigt werden, bestehen gute bis sehr gute Prognosen. Allerdings kann der Heilungsprozess oft mehrere Wochen andauern. Zudem muss der Patient auch selbst für eine ausreichende Analhygiene sorgen – speziell nach operativen Eingriffen. Können die Fisteln nicht vollständig entfernt werden, kann es auch weiterhin zu Problemen kommen. Wer an Morbus Crohn oder anderen Darmerkrankungen leidet, unterliegt einer besonders hohen Gefahr, Analfisteln zu entwickeln.

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