Angiografie - Medizinische Experten

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Angiografie - Weitere Informationen

Gefäßerkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, hier Vorsorge zu treffen. Zusätzlich zu Untersuchungen wie dem Blutbild, dem Puls oder dem Blutdruck können Mediziner dafür, je nach Bedarf, eine Angiografie durchführen, um die Gefäße via Bildgebungsverfahren zu untersuchen.

Angiografie: Definition

Die Angiografie ist ein bildgebendes Verfahren, das Aufschluss über den Zustand der Blutgefäße gibt. Hierzu wird ein Blutgefäß punktiert (also: angestochen) und mittels Röntgenstrahlen, Computertomografen oder Magnetresonanztomographen grafisch dargestellt. Zur Verbesserung der Darstellung wird in der Regel ein Kontrastmittel gespritzt. Mediziner können das Angiogramm genannte Bild vom Gefäßinnenraum anschließend zur Diagnose analysieren. Mit Hilfe der Angiografie werden Arterien (Arteriografie) und Venen (Phlebografie) aber auch das Lymphsystem (Lymphografie) kontrolliert.

CT-Angiografie-Haende
CT-Angiografie der Hände

Wie läuft eine Angiografie ab?

Bei der klassischen Röntgen-Angiografie wird ein Gefäß punktiert. Anschließend führt der Mediziner einen Katheter ein, den er mittels Führungsdrähten behutsam in die Zielregion vorschiebt. Anschließend setzt er das Kontrastmittel frei, das auf den späteren Aufnahmen weiß erscheint und einen detaillierten Einblick in die Gefäße ermöglicht. Nach Einspritzen des Kontrastmittels können mit der gewählten Methode (Röntgen, MRT oder CT) Bilder vom Innenraum des Gefäßes gemacht werden.

Die Methoden unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Eignung für die verschiedenen Abschnitte des Körpers und in Bezug auf die Verfahrensschritte. So wird bei einer MR-Angiografie das Kontrastmittel über eine Armvene eingespritzt, sodass das Einführen eines Katheters entfällt.

Die Methoden können auch nicht gleichermaßen für jeden Patienten eingesetzt werden. Weil eine MRT-Untersuchung beispielsweise bei Vorliegen eines Herzschrittmachers, Implantats (Insulinpumpen oder Neurostimulatoren) oder eines Cardio-Defibrillators kontraindiziert (also: nicht durchführbar) ist, kann der Mediziner auf die CT-Angiografie ausweichen. Normalerweise reicht eine lokale Anästhesie (Betäubung) aus.

Der Patient spürt in der Regel nichts oder nur wenig von der Untersuchung. Lediglich das Einspritzen des Kontrastmittels äußert sich gelegentlich in einem allgemeinen Wärmegefühl.

Risiken und Voraussetzungen

Komplikationen bei der Angiografie sind grundsätzlich selten, doch ein Restrisiko ist nicht auszuschließen. Patienten müssen dem zuständigen Arzt unbedingt Bescheid geben, wenn sie regelmäßig Medikamente einnehmen. Da das Blutgefäß punktiert werden muss, um die Angiografie zu ermöglichen, sollte der Mediziner im Vorhinein Blutwerte erheben. Diese geben unter anderem Aufschluss darüber, ob der Organismus imstande ist, nach der Durchführung des Verfahrens für eine ausreichende Blutgerinnung zu sorgen. Hinsichtlich des jodhaltigen Kontrastmittels ist es wichtig, den Patienten auf eine Unverträglichkeit zu untersuchen.

Allergische Reaktionen auf das verwendete Kontrastmittel zählen zu den häufigsten Komplikationen im Rahmen einer Angiografie. Wird im Vorhinein eine Allergie festgestellt, ist eine präoperative Einnahme von antiallergischen Medikamenten unverzichtbar. Zusätzlich ist es notwendig, die Nierenfunktion zu testen und eine Schilddrüsenüberfunktion auszuschließen. Die Nieren sind dafür verantwortlich, das Kontrastmittel wieder auszuscheiden. Um dies zu gewährleisten, muss ihre Funktion ausreichen. Sind Probleme mit der Ausscheidung absehbar, sollte die Nierenfunktion für den Eingriff medikamentös verbessert werden.

Wenn eine Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) besteht, muss gegebenenfalls eine Drosselung der Schilddrüsenfunktion erfolgen. Erforderliche Tests vor dem Eingriff auf einen Blick:

  • Test der Schilddrüsenfunktion
  • Test der Nierenfunktion
  • Untersuchung auf das Vorliegen einer Allergie gegen das Kontrastmittel
  • Überprüfen der Blutwerte (Blutgerinnung)
Die Risiken sind größtenteils an die Ergebnisse der Voruntersuchungen gekoppelt. Verträgt der Patient das Kontrastmittel nicht, kann es zu einer allergischen Reaktion, einer Beeinträchtigung der Nieren oder einer Verschärfung der Überfunktion der Schilddrüse kommen. Auch eine Schädigung der Gefäßwände durch die verwendeten Drähte und Katheter sowie eine Blutung durch die Punktion zählen zu den Risiken. Hierbei können unter anderem Hämatome (Blutergüsse), Risse an der Gefäßwand oder Fisteln, aber auch Thrombosen (Gerinnsel) oder Embolien (Verschlüsse) entstehen. Darüber hinaus kann eine Angiografie in eine Infektion münden. Mögliche Komplikationen der Angiografie:
  • allergische Reaktionen
  • Nierenschädigung
  • Verschlechterung der Hyperthyreose
  • Blutergüsse
  • Gefäßwandverletzungen
  • Fisteln
  • Thrombosen
  • Embolien
  • Infektionen

Anwendungsgebiet der Angiografie

Wann genau kommt eine Angiografie aber überhaupt in Frage? Sie kommt dann zum Einsatz, wenn es darum geht, das tatsächliche Vorliegen und auch die Art einer Gefäßerkrankung zu überprüfen. Dank des Verfahrens kann der Arzt dann feststellen, ob ein Gefäß (zum Beispiel in den Extremitäten, im Hirn oder im Hals) in Mitleidenschaft gezogen oder verletzt ist. Auf den detaillierten Aufnahmen können Mediziner zudem Aussackungen und krankhafte Erweiterungen in den Gefäßen erkennen (wie beispielsweise ein Aneurysma). Im Bereich der Beine wird die Angiografie herangezogen, um häufige Erkrankungen der Venen zu diagnostizieren. Dazu gehören Thrombose oder Krampfadern.

Des Weiteren eignet sich die Angiografie, um kleinere Eingriffe vorzunehmen, darunter das Anbringen von Stents oder Drainagen in Blutgefäßen. Verkalkte Gefäße können mittels Ballondilatation oder Stenteinlage von der Verengung befreit werden. Gelegentlich ist es sogar möglich, Tumore vor Ort mit Medikamenten zu behandeln. Anwendungsbereiche im Überblick:

  • Gefäßerkrankungen
  • Gefäßverletzungen
  • Aneurysmen
  • Venenerkrankungen in denen Beinen wie Thrombose oder Krampfadern
  • Einlegen von Stents und Drainagen
  • Überwachung nach Schlaganfällen oder einer koronaren Herzkrankheit

Gibt es Alternativen?

Das Angiogramm hat sich bei der Untersuchung von Störungen und Verläufen an den Gefäßen als effizient erwiesen. Viele Besonderheiten der Blutgefäße können jedoch auch schon bei Ultraschalluntersuchungen gut erkannt werden. Diese sind risikoärmer und bei großen Gefäßen auch entsprechend sehr genau. Aus diesem Grund werden diese oftmals vor der Durchführung einer Angiografie vorgenommen. Wenn die Ergebnisse des Ultraschalls nicht eindeutig sind und noch offene Fragen bestehen, leitet der Mediziner dann eine Angiografie ein.

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