Spinaliom – bösartiger Hauttumor

Hinter dem malignen Melanom ist das Spinaliom der zweithäufigste bösartige Hauttumor. Die auch als Plattenepithelkarzinom oder Stachelzellkarzinom bekannte Krebserkrankung geht vom sogenannten Plattenepithel der Haut oder der Schleimhaut aus. Ebenso wie das Basaliom wird auch das Spinaliom dem "weißen Hautkrebs" zugeordnet. Pro Jahr erkranken rund 25 von 100.000 Einwohnern neu am Spinaliom.

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Das Durchschnittsalter für das Plattenepithelkarzinom liegt bei 70 Jahren – Männer erkranken häufiger als Frauen. Besonders betroffen sind Hautstellen, die häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Dazu gehören neben dem Gesicht und den Lippen auch die Hände oder die Kopfhaut. Doch auch die Zunge und der Genitalbereich können von einem Stachelzellkarzinom betroffen sein.

Die Ursachen des Spinalioms

Ebenso wie beim malignen Melanom spielt die UV-Belastung durch Sonneneinstrahlung auch bei der Entstehung des Spinalioms eine entscheidende Rolle. So kann eine langfristige Sonnenbestrahlung über mehrere Jahre das Erbgut (DNA) in den Zellen der Haut so verändern, sodass diese entarten. In vielen Fällen entwickelt sich der Hauttumor aus einer Krebsvorstufe – einer sogenannten Präkanzerose.

Eine Präkanzerose entsteht an Körperstellen, die besonders oft der UV-Strahlung der Sonne ausgesetzt sind. Die aktinische Keratose tritt als scharf begrenzte Rötung mit sandpapierartiger Oberflächenstruktur auf. Sie ist an sich zwar nicht bösartig, sollte aber aufgrund des Entartungsrisikos trotzdem behandelt werden. In selteneren Fällen kann ein Spinaliom auch aus chronischen Wunden, Verbrennungsnarben oder anderen Hauterkrankungen entstehen.

Ebenso können der Kontakt mit krebsauslösenden Stoffen wie beispielsweise Arsen und ionisierende Strahlung wie Röntgen- oder Gammastrahlen die Entstehung eines Spinalioms begünstigen. Humane Papillomaviren (HPV) stehen ebenfalls im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Das Plattenepithelkarzinom der Lippe ist zudem eine Erkrankung, die aufgrund der Beanspruchung des Mundbereichs bevorzugt bei Pfeifenrauchern und Glasbläsern auftritt.

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Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben generell ein erhöhtes Risiko, ein Spinaliom zu entwickeln. So erkranken Patienten mit HIV-Infektionen oder Menschen, die immunschwächende Medikamente einnehmen, häufiger und haben zumeist auch einen ungünstigeren Krankheitsverlauf.

Plattenepithelkarzinom – die Symptome

Im Anfangsstadium ähnelt das Spinaliom noch der aktinischen Keratose. Es tritt also in Form von geröteten Flecken mit leichter Schuppung auf. Im Krankheitsverlauf wächst der Tumor knotig mit Schuppen- und Krustenbildung. Die festhaftenden Verhornungen des Tumors lassen sich nicht lösen, beziehungsweise bluten beim Ablösungsversuch. Das Spinaliom bereitet wenig oder gar keine Schmerzen, kann aber mit zunehmendem Wachstum in das umliegende Gewebe eindringen und die dortigen Strukturen zerstören. Dabei weist das Spinaliom eher ein langsames Wachstum auf. Phasenweise scheinen sich die Beschwerden zu bessern oder sogar komplett zu verschwinden.

Im Gegensatz zum malignen Melanom metastasiert das Spinaliom eher selten. Plattenepithelkarzinome der Haut metastasieren nur in drei bis fünf Prozent aller Erkrankungsfälle. Tumoren der Schleimhäute und der Übergangsschleimhäute sind hingegen aggressiver und weisen eine höhere Metastasierungsrate auf. Dabei sind in der Regel zunächst die Lymphknoten und erst später andere Organe betroffen.

Spinaliom – die Diagnosestellung

Ein Hautarzt kann die typischen Hautveränderungen schnell als Spinaliom identifizieren. Um die Diagnose zu sichern, muss jedoch eine Gewebeprobe des Tumors, eine sogenannte Biopsie, entnommen und im Labor untersucht werden. Um das Plattenepithelkarzinom von anderen Tumoren der Haut zu unterscheiden, werden immunhistochemische Verfahren eingesetzt, in denen die Gewebeprobe auf bestimmte Tumormerkmale untersucht werden.

Ct-scan

Zum Ausschluss einer Metastasenbildung tastet der Arzt die Lymphknoten der Umgebung ab und führt ferner eine Ultraschalluntersuchung durch. Fernmetastasen in anderen Organen können mittels Röntgenuntersuchung oder Computertomographie aufgespürt werden.

Die Behandlung des Spinalioms

Zur Behandlung des Spinalioms können verschiedene Therapieverfahren zum Einsatz kommen. Dazu gehören:
  • Operation
  • Bestrahlung
  • Chemotherapie
  • Immuntherapie

Standardtherapie ist die vollständige operative Entfernung des Tumors. Sind die Lymphknoten auch befallen, werden diese ebenfalls entfernt. Wenn eine Operation aus kosmetischen oder medizinischen Gründen nicht möglich ist, kann der Tumor auch vereist oder mittels photodynamischer Therapie behandelt werden. Bei diesem Verfahren werden durch bestimmte Prozesse toxische Substanzen erzeugt, die den Tumor schädigen. Auch eine lokale Chemo- und Immuntherapie gehört zu den Therapieoptionen.

In einem fortgeschrittenen Stadium oder bei Metastasen in anderen Organen wird das Spinaliom mit einer systemischen Chemotherapie behandelt. Dabei erhalten die Patienten Substanzen, die das Zellwachstum und die Zellteilung im gesamten Körper hemmen. Nach erfolgreicher Behandlung müssen die Patienten alle drei bis sechs Monate zur Nachkontrolle, um mögliche Metastasen oder Rückfälle frühzeitig zu entdecken. Darüber hinaus müssen die Betroffenen das UV-Licht weitgehend meiden und ihre Haut regelmäßig selbst kontrollieren sowie bei Auffälligkeiten direkt einen Hautarzt aufsuchen.

Die Prognose des Spinalioms

Die Prognose des bösartigen Tumors hängt vor allem von der Lokalisation und der Größe der Geschwulst ab. Auch die Eindringtiefe, der Feinaufbau des Tumors sowie das Vorliegen einer Therapie, die das Immunsystem schwächt, beeinflussen den Krankheitsverlauf. Plattenepithelkarzinome, die im Durchmesser kleiner als zwei Zentimeter sind, bilden nur sehr selten Metastasen und haben daher eine recht gute Prognose. Sie lassen sich mittels Operation und Chemotherapie behandeln, neigen allerdings häufig zu Rückfällen, sodass eine endgültige Heilung in den meisten Fällen nicht möglich ist.

Vorhandene Metastasen und eine späte Behandlung verschlechtern die Prognose deutlich. Insgesamt ist die Letalität eher gering. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 70 Prozent. Das bedeutet, dass fünf Jahre nach Diagnosestellung noch rund 70 aller Spinaliom-Patienten leben.

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