Schuppenflechte - Medizinische Experten

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Schuppenflechte - Weitere Informationen

Bei der Schuppenflechte handelt es sich um eine entzündliche Hauterkrankung, die nicht ansteckend ist. Sie ist auch als Psoriasis bekannt.

Was ist Schuppenflechte?

Die Schuppenflechte (Psoriasis) gehört zu den am häufigsten vorkommenden chronischen Hautkrankheiten. Sie nimmt beinahe immer einen chronischen Verlauf. Allein in Deutschland sind 2 bis 3 von 100 Bundesbürgern von der Psoriasis betroffen. Dabei leiden Frauen und Männer etwa in gleichem Ausmaß unter der Erkrankung.

Zu ihren typischen Merkmalen zählen die roten, scharf begrenzten Hautstellen, die von silberweißen Schuppen überzogen werden. Nicht selten leiden die Betroffenen an diesen Stellen unter Juckreiz.

In nachfolgendem Video erfahren Sie mehr zur Entstehung von Schuppenflechte.

Unterschiedliche Formen der Psoriasis

In der Medizin wird zwischen verschiedenen Formen der Schuppenflechte unterschieden. Die eindeutig am häufigsten vertretende Form ist die Psoriasis vulgaris (gewöhnliche Schuppenflechte). Die Unterscheidung erfolgt je nach Position des Erscheinens der erkrankten Hautstellen sowie nach deren Aussehen. Die drei Hauptformen sind:

Die gewöhnliche Schuppenflechte

Mit einer Häufigkeit von rund 80 Prozent zeigt sich die gewöhnliche Schuppenflechte. Die Entzündungsherde präsentieren sich zunächst klein, erreichen jedoch im weiteren Verlauf die Größe eines Handtellers. Betroffene Körperregionen sind vor allem

  • Ellenbogen
  • Kniescheiben
  • Kopf
  • Gesäßfalten

Typisch für die betroffenen Hautstellen ist, dass sie beständig schuppen und oft jucken.

Der Verlauf der Psoriasis vulgaris ist unterschiedlich ausgeprägt. Während es bei einigen Menschen nur zu leichten Symptomen kommt, sind andere wiederum von intensiven Beschwerden betroffen. Im Extremfall bedecken die Plaques große Körperflächen. Wird beinahe der gesamte Körper von der Schuppenflechte befallen, ist von einer psoriatischen Erythrodermie die Rede.

In 50 Prozent aller Erkrankungsfälle breitet sich die Schuppenflechte auch auf die Nägel aus. Die Erkrankung kann sich dabei auf leichte Eindellungen beschränken, aber auch zur kompletten Zerstörung des Nagels führen.

Die gewöhnliche Schuppenflechte teilen die Ärzte wiederum in Typ I und Typ II ein.

  • Typ I zeigt sich bereits in einem Alter von 10 bis 25 Jahren. Die Form ist gekennzeichnet durch intensive Schübe und einen stark ausgeprägten Verlauf. Rund 60 bis 70 Prozent aller Psoriasis-Patienten leiden unter dieser Form. Eine wichtige Rolle spielt die genetische Veranlagung
  • Typ II setzt normalerweise zwischen 35 und 60 Jahren ein. Der Verlauf dieser Form ist milder und weniger von genetischer Veranlagung bestimmt

Schuppenflechte mit Pustelbildung (Psoriasis pustulosa)

Eine deutlich seltener auftretende Form der Schuppenflechte ist die Psoriasis pustulosa. Zu ihren Merkmalen zählt die Entstehung von keimfreien Eiterbläschen. Oftmals zeigt sie sich im Anschluss an bakterielle Infekte. Zur Bildung der Eiterbläschen kommt es durch die Ansammlung von Leukozyten (weißen Blutkörperchen) innerhalb der obersten Hautschicht. Im Extremfall breitet sich die Psoriasis pustulosa über den gesamten Körper aus.

Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung

Als rheumatische Form der Schuppenflechte gilt die Psoriasis-Arthritis, auch Psoriasis arthropathica genannt. Dabei werden auch die Gelenke in Mitleidenschaft gezogen. Meist ist sie mit einer gewöhnlichen Schuppenflechte von Typ I verbunden.

Bei jedem fünften Patienten kommt es zu einer Psoriasis-Arthritis, bei der die Gelenke anschwellen. Außerdem leiden die Betroffenen unter Bewegungseinschränkungen.

Spezielle Psoriasis-Formen sind:

+ Psoriasis guttata, die nach Mandelinfektionen auftritt
+ Psoriasis capitis (Befall der Kopfhaut mit Schuppenflechte)
+ Psoriasis inversa, die sich an Achseln und Kniekehlen zeigt
+ Psoriasis exsudativa
+ die eruptiv-exanthematische Psoriasis
+ die Nagelpsoriasis

Ursachen für Psoriasis

Verantwortlich für die Entstehung der Schuppenflechte ist meist eine genetische Veranlagung. Allerdings bricht die Krankheit nur dann aus, wenn weitere Risikofaktoren hinzukommen. Leiden beide Eltern unter Schuppenflechte, liegt das Risiko des Kindes, ebenfalls an Psoriasis zu erkranken, bei 60 bis 70 Prozent. Ist dagegen nur ein Elternteil betroffen, verringert sich die Erkrankungswahrscheinlichkeit auf ca. 30 Prozent.

Risikofaktoren, die Anteil am Ausbruch oder an der Verschlimmerung der Schuppenflechte haben, sind etwa:

  • Atemwegsinfektionen durch Bakterien wie Streptokokken
  • hormonelle Umstellungen
  • die Einnahme bestimmter Arzneimittel wie ACE-Hemmer, Betablocker, Interferon oder Malariamedikamente
  • mechanische Reizungen wie Verletzungen der Haut oder Druck
  • der Konsum von Alkohol und Zigaretten
  • Klimaeinflüsse
  • falsche Ernährung
  • emotionaler Stress

Bei der Schuppenflechte kommt es zu einer Autoimmunreaktion des Organismus. Dabei richtet sich dessen Abwehrsystem gegen die eigenen Körperstrukturen. Aus welchem Grund die Autoimmunreaktion entsteht, ließ sich bislang noch nicht klären.

Symptome

Als typische Symptome der Schuppenflechte gelten rötliche, leicht erhabene Flecken auf der Haut, die scharf begrenzt sind. Darüber hinaus zeigen sich auf den betroffenen Hautstellen silberweiße Schuppen. In den meisten Fällen weisen die Flecken Punktform auf und fallen klein aus. Sie können sich aber auch vergrößern und Juckreiz hervorrufen. Während sich die oberflächlichen Schuppen leicht abkratzen lassen, setzen sich die tiefergelegenen Schuppen auf der dünnen Hautschicht fest. Beim Abkratzen der Schuppenschicht sind punktförmige Hautblutungen möglich.

Ansteckend ist die Schuppenflechte nicht. Aufgrund der deutlich erkennbaren Hautveränderungen leiden die betroffenen Personen jedoch häufig unter psychischen Problemen.

Psoriasis am Unterschenkel

Diagnose

Diagnostiziert wird eine gewöhnliche Schuppenflechte anhand der charakteristischen Hautveränderungen. Zu diesem Zweck nimmt der Arzt besonders häufig befallene Körperpartien wie die Knie, die Ellenbogen, den Kopf oder die Gesäßfalte in Augenschein. Von Interesse sind zudem punktförmige Hautblutungen, die nach dem Entfernen der betroffenen Hautschicht auftreten. Als Indiz für eine Psoriasis gelten außerdem Veränderungen der Nägel.

In manchen Fällen kann die Entnahme einer Hautprobe sinnvoll sein. Deren Untersuchung findet anschließend in einem Labor statt. Auf diese Weise erfolgt eine Abgrenzung zu anderen Erkrankungen, deren Symptome der Schuppenflechte ähneln, wie Hautflechten, Pilzerkrankungen oder Syphilis

Therapie der Schuppenflechte

Eine Heilung der Psoriasis ist nach dem derzeitigen medizinischen Stand nicht möglich. Dennoch lassen sich die Beschwerden durch eine ärztliche Behandlung wirksam lindern. Handelt es sich um eine leichte Form der Psoriasis, erfolgt in der Regel eine äußerliche Therapie der Symptome. Dabei werden Stoffe verwendet, die sich bremsend auf die Bildung der Schuppen auswirken. Außerdem entfalten sie einen entzündungshemmenden Effekt.

Zur Anwendung gelangen vorwiegend Lotionen, Gele, Cremes oder spezielle Shampoos. Zu ihren Inhaltsstoffen gehören zumeist:

  • Kortison
  • Vitamin-A-Abkömmlinge wie Tazaroten
  • Vitamin-D3-Abkömmlinge wie Calcitriol, Calcipotriol oder Tacalcitol
  • Dithranol/Cignolin

Zeigt sich die Psoriasis zwischen den Fingern, im Gesicht oder am Gesäß, können auch Calcineurin-Inhibitoren wie Primecrolimus oder Tacrolimus zum Einsatz kommen.

Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte

Um eine mittelschwere oder schwer ausgeprägte Schuppenflechte zu therapieren, werden Medikamente verabreicht, die die Eigenschaft besitzen, das Immunsystem zu unterdrücken. Gängige Wirkstoffe sind u. a. Methotrexat, Ciclosporin sowie Fumarsäureester. Des Weiteren erfolgt oftmals die Verordnung von Etanercept. Diesen Wirkstoff kann sich der Patient selbst injizieren. Im Falle von schweren Psoriasisbeschwerden eignet sich zudem die Gabe von Uteskinumab, Infliximab oder Adalimumab.

Basispflege

Eine bedeutende Rolle bei der Behandlung der Schuppenflechte spielt die Basispflege der Haut. Als empfehlenswert gelten

  • rückfettende Ölbäder
  • Fettsalben
  • Duschöle
  • fettreiche Cremes

Sie verfügen über die Fähigkeit, die natürliche Schutzfunktion der Haut zu verbessern. Auch äußerliche Anwendungen mit Salicylsäure und Harnstoff erzielen einen positiven Effekt auf die Haut. Diese Basispflege ist auch dann sinnvoll, wenn keine akuten Beschwerden bestehen.

Photo-Therapie

Bei zahlreichen Patienten wirkt sich eine Photo-Therapie positiv auf die Psoriasis-Beschwerden aus. Bei diesem Verfahren erfolgt eine Hautbehandlung mit optischen Strahlen. Abgesehen vom natürlichen Sonnenlicht greift die Photo-Therapie auch auf spezielle Strahler zurück. Als besonders wirksam erwiesen sich Lichtstrahlen mit einer Wellenlänge von 311 Nanometern. Zur besseren Lichtwirkung wird die Photo-Behandlung häufig mit einer Balneo-Therapie (Bade-Therapie) kombiniert. Ebenso möglich ist die Gabe von medikamentösen Psoralenen (PUVA-Therapie). Durch beide Verfahren lässt sich die Lichtwirkung auf die Haut der Patienten verstärken.

Im Rahmen der Balneo-Photo-Therapie nimmt der Patient zunächst ein Bad in Salzwasser. Im Anschluss daran findet die Bestrahlung statt. Bei der PUVA-Therapie wird die Haut mit einer Creme, die Psoralen enthält, eingerieben.

Fazit

Heilen lässt sich die Schuppenflechte bislang nicht. Ernährt sich der Patient jedoch gesund, raucht nicht und achtet auf seine Fitness, stärkt er sein Abwehrsystem und ist weniger anfällig für Psoriasis-Schübe.

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