Prof. Dr. med. Dr. h.c. Heinrich Iro - Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (HNO), Erlangen - Wissenschaft

Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Dr. Ludwig Unger, Leiter der Pressestelle und Pressesprecher


Translational Research Center (TRC) am Universitätsklinikum Erlangen feierlich eröffnet

Beispielhaftes Zentrum für patientennahe Forschung kostete 24,8

Millionen Euro – Wissenschaftsminister Spaenle: „Meilenstein auf

Erfolgsweg, den Erlanger Universitätsmedizin eingeschlagen hat“

MÜNCHEN/ERLANGEN. Nach sechsjähriger Planungs- und Bauphase wurde
heute das Translational Research Center (TRC) der Medizinischen Fakultät der
FAU Erlangen-Nürnberg und des Universitätsklinikums Erlangen feierlich eröffnet.
„Das neue Forschungszentrum ist ein Meilenstein auf dem Erfolgsweg, den die
Erlanger Universitätsmedizin konsequent eingeschlagen hat“, sagte Bayerns
Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle bei der Eröffnungsfeier. „Auf dem
Gelände der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt am Ufer der Schwabach ist jetzt
ein hochmodernes Forschungszentrum mit beispielhafter Konzeption und
Infrastruktur entstanden“, erklärte der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr.
Dr. h. c. Jürgen Schüttler, vor zahlreichen Ehrengästen. Über 100
Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen und Fachrichtungen entwickeln auf
der 3.650 qm großen Forschungsfläche mit innovativen Verfahren neue Ansätze
für eine verbesserte Diagnostik und Therapie von Erkrankungen. Im Mittelpunkt
stehen dabei verschiedene Aspekte der Entzündungs-, Tumor-, Nieren-, Herz und
Kreislaufforschung.

„Für den Fortschritt der Medizin ist es eine besondere Herausforderung, neue
Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung und neue methodische
Entwicklungen für die Verbesserung von Diagnostik und Therapie von
Erkrankungen nutzbar zu machen“, erläuterte Prof. Schüttler. Dabei geht es zum
einen darum, nach Anwendungsmöglichkeiten von neuen wissenschaftlichen
Erkenntnissen zu suchen und deren Transfer in die Praxis zu beschleunigen
(„from bench to bedside“). Zum anderen werden ausgehend von
Krankheitsbildern hochmoderne Techniken gezielt eingesetzt, um Strategien für
bessere Behandlungsmöglichkeiten zu identifizieren („from bedside to bench“).
Für diese „translationale“ Forschung ist eine enge Zusammenarbeit zwischen
spezialisierten Naturwissenschaftlern, Ingenieuren und Medizinern erforderlich
und eine Infrastruktur, die den interdisziplinären Austausch fördert sowie
anspruchsvolle Methoden und Techniken zur Verfügung stellt.

Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle betonte: „Mit dem TRC ist in Erlangen ein
Forschungszentrum entstanden, das die für translationale Forschung benötigte
Infrastruktur und Funktionalität mit einer innovativen Konzeption realisiert. Das
TRC zeigt einmal mehr: Bildung, Wissenschaft und Forschung haben im Freistaat
eine herausragende Bedeutung. Sie sind das Fundament für Entwicklung und
Innovation und damit die Voraussetzung für den Wohlstand in unserer
Gesellschaft. Die bayerische Staatsregierung ist sich dieser zentralen
Verantwortung für unser Gemeinwesen bewusst und stärkt die medizinische
Forschung nach Kräften.“

Zentrum für internationale Forschung in unmittelbarer Kliniknähe

Im TRC werden bewusst international ausgewiesene Arbeitsgruppen
zusammengeführt, die auf unterschiedlichen Themenfeldern im Rahmen der
Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät arbeiten. Durch die
Verbindung von Forschungsstrategien im Bereich der Entzündungs-, Tumor-,
Nieren-, Herz- und Kreislaufforschung sollen beispielgebende Synergieeffekte
realisiert werden. Dazu werden Forschungseinheiten aus sieben Kliniken der
inneren Medizin, der Hautklinik und der Chirurgie zusammengeführt. Daneben
wird etwa ein Viertel der Forschungsflächen projektbezogen auf Zeit vergeben,
um neue Forschungsansätze zu integrieren und insbesondere
Nachwuchsforschern optimale Bedingungen zu bieten. Aufbauend auf der
nationalen und internationalen Vernetzung der beteiligten Wissenschaftler soll
das Zentrum auch einen wichtigen Beitrag leisten zu überregionalen Netzwerken
im Bereich der translationalen klinischen Forschung.

Das TRC liegt auf dem Campus der Medizinischen Fakultät in unmittelbarer Nähe
zu den meisten Einrichtungen der Krankenversorgung, so z. B. in direkter
Nachbarschaft zum Internistischen Zentrum. Das TRC ergänzt in idealer Weise
die über Jahre hinweg systematisch entwickelte Infrastruktur für medizinische
Forschung. Dazu gehören u. a. das tierexperimentelle Versuchszentrum (PETZ)
mit einer Einheit für Kleintierbildgebung, ein Innovationszentrum für klinische
Bildgebung (ISI) und ein klinisches Studienzentrum (CCS). Die Humangenetik als
eine Schlüsseldisziplin für moderne translationale Forschung ist ebenfalls in
unmittelbarer Nähe angesiedelt und soll im Rahmen der Bauentwicklungsplanung
einen unmittelbaren Anschluss an das TRC finden.

Gebäude mit flexibler Raumstruktur und zentralen Kommunikationsräumen
Die Struktur des TRCs ist auf eine hocheffiziente und flexible Raumnutzung
ausgelegt. In Labormodule mit einheitlichem Grundriss sind
Dokumentationsarbeitsplätze integriert. Alle Laborbereiche verfügen in einer
zentralen Mittelzone über Multi-User-Gerätebereiche, um eine effiziente
Ausnutzung von Geräten und Messinstrumenten zu ermöglichen. Zusätzliche
Schreibarbeitsplätze sind sowohl in der Nähe der jeweiligen Laborbereiche
realisiert als auch zentral als temporär nutzbare Schreibkabinen. Mehrere „Core
Units“ ergänzen die Infrastruktur, indem sie zusätzliche Funktionalitäten
vorhalten. Dazu gehören ein zentraler Isotopenbereich, in dem u. a.
Markierungsstoffe für neue Bildgebungsmethoden entwickelt werden, eine
Biobank zur professionellen Lagerung, Aufbereitung und Analyse von Blut und
Harnproben von Patienten sowie eine Einheit zum Immunmonitoring von
Patienten mithilfe von hochmoderner Zellanalytik. Die Forschungsbereiche sind in
einer sehr offenen Struktur miteinander verbunden, um einen interaktiven
Austausch zu fördern. Dazu wurde außerdem ein zentraler Personalaufenthaltsund
Kommunikationsbereich für alle Mitarbeiter geschaffen.

Sechs Jahre Bauzeit

Die Konzeption für das TRC wurde 2007 im Vorfeld einer Ausschreibung für
innovative Forschungszentren nach Art. 91 b Abs. 1 Nr. 3 GG entwickelt. Danach
beteiligt sich der Bund zur Hälfte an der Finanzierung von
Infrastrukturmaßnahmen für die Forschung in den Ländern, die nicht in den
Bereich der Grundausstattung fallen, Exzellenzkriterien erfüllen und geeignet
sind, das Profil der jeweiligen Hochschulstandorte in besonderer Weise zu
prägen. Nach positiver Evaluation durch den Wissenschaftsrat in einem
kompetitiven Verfahren wurde das TRC als eines von zwölf bundesweit zu
errichtenden Projekten aus allen Forschungsfeldern empfohlen. Im März 2008
wurde der Bauantrag erstellt, im Januar 2009 nach weiterer Detailplanung unter
präzisen Strukturvorgaben ein Architektenwettbewerb durchgeführt und im
Oktober 2010 mit dem Spatenstich die Realisierung begonnen.

Das TRC in Zahlen auf einen Blick:

Hauptnutzfläche: 3.650 qm
Bruttogeschossfläche: 7.343 qm
Abmessungen: 22 m x 70 m
Laborflächen: 1.804 qm² mit sieben A-Modulen (128 qm), einem B-Modul (80 qm)
und acht C-Modulen (21 qm)
Multi-User-Bereiche/Core Units: 1.012 qm
Büro-/Kommunikationsbereiche: 437 qm
Nebennutzflächen: 452 qm
Technikflächen: 1.582 qm
Gesamtbaukosten: 24,8 Millionen Euro