Schwangerschaftsberatung - Medizinische Experten

Unter dem Begriff der Schwangerschaftsberatung lassen sich unterschiedliche medizinische Fragestellungen zusammenfassen. Es geht dabei nicht nur um die Beratung im Vorfeld eines möglichen Schwangerschaftsabbruchs, sondern beispielsweise auch um die Frage, ob und wie Frauen mit chronischen oder schwerwiegenden Krankheiten schwanger werden können. Auch Fragen der Reproduktionsmedizin, also eine Kinderwunschbehandlung, machen einen wichtigen Teil der Schwangerschaftsberatung aus.

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Schwangerschaftsberatung - Weitere Informationen

Eine Schwangerschaftsberatung kann sich sowohl an die werdende Mutter als auch den werdenden Vater richten und ganz unterschiedliche Aspekte behandeln.

Sterilitätsabklärung bei Kinderwunsch

Etwa jedes siebte Paar in Deutschland bleibt ungewollt kinderlos, aus den unterschiedlichsten Gründen. Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch wenden sich oft früher oder später an die Reproduktionsmedizin, die dann die Ursachen für die Unfruchtbarkeit herausfinden und unterschiedlichste Hilfen anbieten kann, um Paaren doch noch zu einem eigenen Kind zu verhelfen.

Die Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch sind vielfältig:

  • Stress ist die häufigste Ursache für sexuelle Unlust und Unfruchtbarkeit. Bekommt ein Paar den Stress in den Griff, erhöhen sich auch die Chancen auf eine Schwangerschaft, sofern keine weiteren Probleme vorliegen.
  • Hormonelle Störungen gehören zu den häufigsten organischen Gründen für Unfruchtbarkeit bei Frauen. Besonders häufig kommt das sogenannte PCO-Syndrom vor. Aber auch organische Störungen wie Fehlbildungen, Vernarbungen oder Myome (Muskelknoten) an den Eileitern oder der Gebärmutter können zur weiblichen Unfruchtbarkeit führen. Ein weiterer Grund sind häufig Infektionen. Daneben gibt es die sogenannte immunologische Sterilität, bei welcher der Körper der Frau die eigenen Eizellen oder auch die Samenzellen des Mannes als Fremdkörper betrachtet und angreift.
  • Beim Mann ist besonders häufig die Produktion der Spermien gestört, das heißt, es werden nicht genügend intakte und gut bewegliche Samenzellen gebildet. Auch der Transport der Spermien kann mangelhaft sein, wenn die Samenwege verschlossen oder falsch gebildet sind. Weiterhin kommt auch beim Mann die oben genannte immunologische Sterilität vor, bei welcher der Körper die eigenen Spermien als Fremdkörper abwehrt.
  • Auch Lebensführung (zum Beispiel das Rauchen), Lebensalter und Umwelteinflüsse können eine Wirkung auf die Fruchtbarkeit haben. Nicht immer findet man jedoch eine eindeutige Ursache für die Unfruchtbarkeit.

Schwangerschaftsberatung

Reproduktionsmedizin und Kinderwunsch

Sind die Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch geklärt, kommen verschiedene Behandlungsmethoden infrage: Eine Hormonbehandlung ist vor allem dann angezeigt, wenn weibliche Fruchtbarkeitsstörungen vorliegen. Doch auch wenn die Ursachen für die Unfruchtbarkeit beim Mann liegen, kann eine Hormonbehandlung bei der Frau diese ausgleichen. Welche Hormone eingenommen werden und wie lange die Behandlung dauert, hängt von der individuellen gesundheitlichen Situation des Paares und von den Ursachen für die Unfruchtbarkeit ab. Bei der Insemination (Samenübertragung) wird der Samen des Mannes vom Arzt direkt in die Gebärmutter der Frau eingebracht. Diese Behandlungsform wird vor allem eingesetzt, wenn der Mann zu wenige oder nur unzureichend bewegliche Spermien produziert oder wenn die Gründe für das Ausbleiben der Schwangerschaft nicht gefunden werden können.

Ist der eigene Partner unfruchtbar oder möchte eine alleinstehende oder lesbische Frau schwanger werden, kommt auch eine Insemination mit Spendersamen infrage. Um die Erfolgschancen zu erhöhen, geht der Insemination meist eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke voraus. Die In-vitro-Fertilisation entspricht der umgangssprachlichen „künstlichen Befruchtung“. Bei dieser Behandlungsform werden die Eizellen der Frau mithilfe von Hormonen zum Reifen angeregt und anschließend aus dem Körper entnommen. In einem Laborglas („in vitro“) wird die Eizelle dann mit dem Samen des Partners zusammengeführt. Entwickeln sich die Eizellen weiter, werden bis zu drei von ihnen in die Gebärmutter der Frau eingesetzt.

Noch weiter geht die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Bei dieser Form der künstlichen Befruchtung wird eine einzelne Samenzelle direkt in die zuvor entnommene Eizelle injiziert. Kommt eine Befruchtung zustande und entwickelt sich die Eizelle weiter, kann sie der Frau später eingesetzt werden. Diese Methode kommt vor allem bei schweren Fruchtbarkeitsstörungen des Mannes zum Einsatz.

Kinderwunsch mit chronischen oder schwerwiegenden Krankheiten

Wenn Frauen mit einer schwerwiegenden oder chronischen Krankheit schwanger werden wollen, ist eine eingehende Schwangerschaftsberatung sehr wichtig. Mögliche Gefahren für Mutter und Kind müssen aufgezeigt und bedacht werden. Häufig muss auch die Medikamentengabe umgestellt werden, um die Risiken zu senken. Nicht selten führen auch die vorliegenden Krankheiten selbst zu einer geschädigten Fruchtbarkeit. Bei onkologischen Krankheiten (Krebs) ist dies häufig der Fall: Der Tumor selbst, aber auch Chemotherapie und Bestrahlung während der Behandlung, können die Fruchtbarkeit nachhaltig schädigen.

Unter Umständen können vor der Behandlung Ei- oder Spermienzellen entnommen werden, um später eine künstliche Befruchtung zu ermöglichen. Zusätzlich gibt es Medikamente, welche die Eierstöcke bis zu einem gewissen Grad vor den Schäden durch die Krebsbehandlung schützen. Schon deshalb sollten junge Frauen, bei denen Krebs diagnostiziert wurde, auch eine Schwangerschaftsberatung in Anspruch nehmen. Endometriose ist eine weitverbreitete Frauenkrankheit, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter auftritt und sich im Bauchraum ansiedeln kann. Je nach Schweregrad kann die Endometriose die Fruchtbarkeit der Frau beeinträchtigen. Welche Behandlungsmethoden in diesem Fall infrage kommen, kann in der Schwangerschaftsberatung geklärt werden.

Beratung vor einem Schwangerschaftsabbruch

Während die einen ungewollt kinderlos bleiben, werden andere ungewollt schwanger und ziehen einen Schwangerschaftsabbruch in Betracht. Auch in einem solchen Fall ist eine Schwangerschaftsberatung von großer Bedeutung. In Deutschland ist ein ausführliches Beratungsgespräch mindestens vier Tage vor dem geplanten Eingriff notwendig. Bei dieser Schwangerschaftsberatung geht es um mögliche körperliche und seelische Risiken einer Abtreibung, es sollen aber auch andere Möglichkeiten für die Schwangere aufgezeigt und ihr Hilfen angeboten werden, um möglicherweise doch noch die Schwangerschaft fortzusetzen. Der Nachweis über ein rechtzeitig erfolgtes, ausführliches Beratungsgespräch muss über den sogenannten Beratungsschein geführt werden.

Ein Schwangerschaftsabbruch ist ohne Indikation (medizinische oder andere Begründung) bis zum Ende der zwölften Schwangerschaftswoche möglich, sofern vorher ein Beratungsgespräch erfolgt ist. Ist die Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung oder ein anderes Sexualdelikt entstanden, ist kein Beratungsgespräch notwendig, aber auch in diesem Fall ist der Abbruch nur bis zum Ende der zwölften Woche möglich. Anders sieht es aus, wenn durch die Fortsetzung der Schwangerschaft das Leben oder die (körperliche oder seelische) Gesundheit der Frau bedroht ist. In einem solchen Fall ist kein Beratungsgespräch nötig, und es gibt auch keine zeitliche Frist, bis zu welcher ein Abbruch erlaubt ist.

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